Project

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Begleitung von Sterbenden und Menschenwürde - Eine qualitative Untersuchung der Grundhaltungen von Professionellen in der palliativen Pflege

Applicant Ferrari Schiefer Valeria
Number 156528
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut Santé & Social HES-SO Valais/Wallis
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Western Switzerland - HES-SO
Main discipline Health
Start/End 01.02.2015 - 31.01.2017
Approved amount 191'744.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Health
Sociology

Keywords (8)

Palliative Care; Objektive Hermeneutik; Begleitung sterbender Menschen; Ethik am Ende des Lebens; Professionalisierung der Pflege; Narrative Interviews; Ethik in der Pflege ; Menschenwürde

Lay Summary (German)

Lead
LeadEine sterbende Person zu pflegen, bedeutet für Palliativpflegende, Patienten und Patientinnen in der Auseinandersetzung mit dem nahenden Tod beizustehen und ihnen jede Form der Unterstützung angedeihen zu lassen, die es ihnen erlaubt, die bestmögliche Lebensqualität zu erlangen. Berufsethos und Menschenwürde bieten dabei grundsätzlich Orientierung. Es ist jedoch weitgehend ungeklärt, in welcher Art Palliativpflegende das allgemeine Berufsethos mit den Erfordernissen jeweils spezifischer Situationen vermitteln.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojektes
Pflegende in diesem Bereich sind permanent mit Lebenssituationen äusserster Schwäche und Fragilität konfrontiert, die sie in ihrer ganzen Person herausfordern. Die theoretische Bestimmung palliativpflegerischen Handelns legt nahe, dass in solchen Situationen auf einsozialisierte Vorstellungen darüber zurückgegriffen wird, was gut, angemessen oder richtig sei. Diese oft unthematisierten Würdebegriffe gehen aus primärer und beruflicher Sozialisation hervor und tragen die Pflege in der tätigen Auseinandersetzung mit Sterbenden.
Die rekonstruktive Auswertung fokussierter narrativer Interviews soll zeigen, wie Palliativpflegende die Kernproblematik je unterschiedlich ausformulieren, welche Spezifik im Umgang mit ihr sich bildet, welche Prämissen die Pflegenden dabei leiten und inwieweit die impliziten Würdebegriffe Bezugspunkte darstellen. Diese empirischen Ergebnisse werden in einem zweiten Schritt auf philosophische, theologische, juristische und (berufs-)ethische Konzepte von Menschenwürde bezogen und so in allgemeinere Diskurse eingebettet.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Palliative Care hat durch die Nationale Strategie 2010-2012 und 2013-2015 hohe politische Aktualität, da diese in der ganzen Schweiz implementiert werden soll. Das Projekt macht Forschenden, Leh-renden, Studierenden und Professionellen in der Praxis die Vielfalt an Handlungsorientierungen und impliziten Würdebegriffen (neu) zugänglich und trägt so zur Klärung der Grundlagen von Palliativpflege bei. Es verbindet die soziologische Untersuchung der Praxis mit pflegewissenschaftlichen sowie philosophischen und theologischen Diskursen über die Normativität pflegerischen Handelns.

Direct link to Lay Summary Last update: 13.02.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Berufliche Identität zwischen Profession und "Nächstersein"? Interdisziplinäre Diskussion zur Palliativpflege anhand eines konkreten Falles
Hannes Ummel, Claudia Scheid, Valeria Ferrari Schiefer (2017), Berufliche Identität zwischen Profession und "Nächstersein"? Interdisziplinäre Diskussion zur Palliativpflege anhand eines konkreten Falles, in Tobias Sander (ed.), Beltzjuventa, Weinheim, 208-235.
Grenzerfahrungen und Wahrung der Menschenwürde in der Palliative Care
Valeria Ferrari Schiefer, Grenzerfahrungen und Wahrung der Menschenwürde in der Palliative Care, in European Society of Women in Theological Reserch (ed.), Peeters, Leuven.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Nationaler Palliative Care Kongress 2016 Das Ende leben, das Mögliche planen Talk given at a conference Nahesein und Menschenwürde in der palliativen Pflege 17.11.2016 Biel, Switzerland Ummel Hannes; Ferrari Schiefer Valeria;
Akademisierung der Pflege. Berufliche Identitaten und Professionalisierungspotenziale im Vergleich zu Sozialer Arbeit und Frühpädagogik Talk given at a conference Zwischen Profession und Überzeugung? Empirische Befunde zur beruflichen Identität von Palliativpflegenden 19.02.2016 Hannover, Germany Ummel Hannes; Scheid Claudia; Ferrari Schiefer Valeria;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved


Abstract

Eine an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientierte situationsspezifische Pflege gilt als Voraussetzung einer guten Gesundheitsversorgung. In der Palliative Care ist dies mit besonderer Dringlichkeit erforderlich, da das vorrangige Ziel darin liegt, unheilbar kranken Menschen, für die eine kurative Behandlung als nicht mehr möglich erachtet wird, die bestmögliche Lebensqualität zu gewährleisten. So sehen sich Professionelle in der Begleitung und Betreuung Sterbenskranker und Sterbender permanent mit Lebenssituationen äusserster Schwäche und Fragilität konfrontiert, die sie in ihrer ganzen Person herausfordern. Das pflegerische Handeln hat auf Grund des Berufsethos prinzipiell eine Ausrichtung, die sich vor allem an der Menschenwürde orientiert. Es bleibt jedoch weitgehend ungeklärt, ob und wie sich diese normative Ausrichtung in den Pflegesituationen zeigt und in welchen Handlungsorientierungen sie vermittelt wird. Fokussierte narrative Interviews sollen aufzeigen, in welcher Art Pflegende spezifische Probleme ihrer Praxis lösen und wie sich dabei ein Bezug zur Würde zeigt. Die aus den Erzählungen von Situationen palliativer Pflege rekonstruierten Handlungsorientierungen sollen im Rückbezug auf philosophische, theologische und (berufs-)ethische Konzepte von Menschenwürde dahin gehend ausgewertet werden, inwieweit sich ihnen möglicherweise normative Grundhaltungen zuweisen, also sie sich in diese übersetzen lassen. Das Projekt macht Forschenden, Lehrenden und Praktiker/innen die Vielfalt an praktizierten Handlungsorientierungen und darin vermuteten impliziten Würdebegriffen (neu) zugänglich und trägt so zur weiteren Klärung der Grundlagen palliativ pflegerischen Handelns bei. Das Projekt ist im Kern interdisziplinär angelegt, indem es die soziologische Untersuchung der Praxis mit dem elaborierten Diskurs zur Normativität pflegerischen Handelns zu vermitteln sucht. Diese Interdisziplinarität impliziert begriffliche Vermittlung im Dienst der wechselseitigen Nutzbarmachung. Die Ergebnisse können einerseits zur Konkretisierung des Würdebegriffs beitragen und andererseits normative Grundhaltungen in spezifischen Pflegesituationen aufzeigen.
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