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Zwischen Glaube, Handel und Internationalismus. Die Basler Mission als globaler Akteur, 1910-1925

English title How to be a Global Player. The Basel Mission between Faith, Trade and Internationalism, 1910-1925
Applicant Herren-Oesch Madeleine
Number 156135
Funding scheme Project funding
Research institution Europainstitut Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.10.2014 - 30.09.2017
Approved amount 190'224.00
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Keywords (10)

Internationale Organisationen; Globalgeschichte; Handelsgesellschaften; Netzwerke; Zwischenkriegszeit; Internationale Zivilgesellschaft; Erster Weltkrieg; Schweizer Geschichte; Basler Mission; Internationalismus

Lay Summary (German)

Lead
Missionare waren im ausgehenden 19. Jahrhundert global bestens vernetzt und die 1815 gegründete Basler Mission einer der bedeutendsten global players dieser Zeit. Die grenzüberschreitenden Kompetenzen der Missionsangehörigen wurden über die Verbreitung christlich-abendländischer Werte hinaus weltweit nachgefragt. Sie standen in Kontakt mit verschiedenen Kolonialverwaltungen, waren an globalen Handels-, Bank- und Kreditgeschäften beteiligt und gründeten konfessionsübergreifende internationale Organisationen. Das Forschungsprojekt stellt die Basler Mission in einen globalen Kontext und geht dabei über die Missionsgeschichte hinaus.
Lay summary

Die Geschichte der Basler Mission erlaubt aus globalhistorischer Sicht Erkenntnisse über die Entwicklung globaler Kompetenzen zu gewinnen, die bereits im 19. Jahrhundert weit über das Ziel der Verbreitung christlich-abendländischer Werte hinausgingen. Am Beispiel der Basler Mission lässt sich die offensichtliche Vernetzung der Welt verdeutlichen, deren Einfluss auf die Kolonialverwaltungen aufzeigen und deren Beteiligung an globalen Handels-, Bank- und Kreditgeschäften diskutieren. Zur Stärkung grenzübergreifender Handlungsmöglichkeiten wählten religiöse Bewegungen auch die säkulare Form der internationalen Organisationen, wie die 1877 gegründete Alliance of Reformed Churches und der 1920 gegründete Internationale Missionsrat. Wir fragen nach der internationalen Vernetzung der Entscheidungsträger und testen die gewonnenen Aussagen an Widerständen und Grenzen. Dabei stehen die britische Internierung von Angehörigen der Basler Mission während des Ersten Weltkriegs und die Blockierung der Güter der missionseigenen Handelsgesellschaft in den britisch besetzten afrikanischen Territorien und in Indien im Zentrum des Interesses.

Das Projekt untersucht die Entstehung globaler Expertise sowie die Entwicklung transkultureller Handlungskompetenzen jenseits nationalstaatlicher Institutionen. Damit leistet es einen Beitrag zu Verständnis und Bedeutung der Globalisierung und deren Erscheinungsformen im Kontext einer in der Schweiz beheimateten und mit dieser eng vernetzten, international tätigen Organisation.

 

Direct link to Lay Summary Last update: 06.11.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Publications

Publication
Die transnationalen Netzwerke protestantischer Missionsgesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg und das Missionstreffen von Oegstgeest 1920
Feigk Matthäus (2017), Die transnationalen Netzwerke protestantischer Missionsgesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg und das Missionstreffen von Oegstgeest 1920, Clio online, Berlin.
Die BM und ihr internationales Netzwerk
Feigk Matthäus (2015), Die BM und ihr internationales Netzwerk, in Museum der Kulturen Basel (ed.), Christoph Merian Verlag, Basel, 34-38.
Von Edinburgh nach Oegstgeest – Die transnationalen missionarischen Netzwerke Europas am Beispiel der Basler Mission 1910 – 1920
Feigk Matthäus, Von Edinburgh nach Oegstgeest – Die transnationalen missionarischen Netzwerke Europas am Beispiel der Basler Mission 1910 – 1920, in Ratschiller Linda, Wetjen Karolin (ed.), Böhlau, Wien, n/a.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Forschungskolloquium European Global Studies Individual talk Zwischen Glaube, Handel und Internationalismus. Die Basler Mission als Globaler Akteur 17.02.2015 Basel, Switzerland Feigk Matthäus;
Doktorandenforum Writing History in the 21st Century. Basel meets Queen Mary Talk given at a conference How to be a global player. The Basel Mission between faith, trade and internationalism 31.10.2014 Basel, Switzerland Feigk Matthäus;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
New media (web, blogs, podcasts, news feeds etc.) Die transnationalen Netzwerke protestantischer Missionsgesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg und Themenportal Europäische Geschichte International 2017
New media (web, blogs, podcasts, news feeds etc.) How to be a global player EIB International 2015

Abstract

Das Projekt untersucht die Basler Mission als globalen Akteur, der über die Verbreitung christlich-abendländischer Werte, über den Kontakt mit Kolonialverwaltungen und über die Steuerung von globalen Handels-, Bank- und Kreditgeschäften aktiv an der asymmetrischen Integration Europas und der europäischen Kolonien mitwirkte. Das Forschungsdesign berücksichtigt die offensichtliche Vernetzung der Welt, ohne dem unscharfen Begriff der Globalisierung ein scheinbar selbstevidentes Erklärungspotential zuzugestehen. Das Projekt schlägt vor, die Missionsgeschichte mit einem globalhistorischen Ansatz zu verschränken und diskutiert die These, dass Missionare im untersuchten Zeitraum die global am besten vernetzte Akteursgruppe gewesen seien. Dabei wird eine von der Forschung bislang nicht berücksichtigte Verbindung zwischen religiösen Bewegungen und der Gründung internationaler Organisationen untersucht. Die 1877 gegründete Alliance of Reformed Churches und der 1920 gegründete Internationale Missionsrat dienen als Ausgangspunkte für die Diskussion, wie religiöse Bewegungen im Rahmen internationaler Organisationen konfessionelle Grenzen überschreiten und dabei als Akteure auch jenseits religiös bestimmter Felder aktiv werden. Das Projekt untersucht, wie sich globale Handlungskompetenzen und transkulturelle Wissensökonomien jenseits nationalstaatlicher Institutionen und über die religiöse Zielsetzung der Missionsgesellschaften hinaus entwickelten. Am Beispiel der Missionare und deren Netzwerke lässt sich die Nachfrage nach globaler Expertise untersuchen, nach Kompetenzen, weltweite Beziehungen aufzubauen und diese in politischen und wirtschaftlich asymmetrischen Konstellationen oder Konflikten zu nutzen. Dabei stellt sich die Frage, welche Rolle dabei einem religiösen Internationalismus zukam. Mit dieser Öffnung der Missionsgeschichte über eine religionswissenschaftliche Analyse hinaus erhält diese eine zusätzliche und für die Globalgeschichte womöglich paradigmatische Bedeutung. Mit dieser Zielsetzung etabliert das Projekt ein innovatives Forschungsfeld, das eine Präzisierung der unscharfen Kategorie des Globalen erlaubt und die Ambivalenz einer Wissensökonomie zu verstehen hilft, die neben Spezialwissen zusehends Kompetenzen im Umgang mit transkulturellen Verflechtungen nachfragte. Der Forschungsplan sieht ein Dissertationsprojekt vor, das auf drei Ebenen ansetzt. Es untersucht die Beteiligung der Basler Mission am Aufbau internationaler Organisationen, thematisiert die internationale Vernetzung ihrer Entscheidungsträger und testet die gewonnenen Aussagen am Beispiel der britischen Internierung von Missionaren und der Blockierung der Güter der missionseigenen Handelsgesellschaft in den britisch besetzten afrikanischen Territorien und in Indien in der Folge des Ersten Weltkriegs.
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