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Majestätische Berge? Monarchie, Ideologie und Tourismus im Alpenraum 1760-1910

English title Majestic Mountains? Monarchy, Ideology and Tourism in the Alps 1760-1910
Applicant Mathieu Jon
Number 152774
Funding scheme Project funding
Research institution Historisches Seminar Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.04.2014 - 31.03.2017
Approved amount 376'109.00
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All Disciplines (2)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Swiss history

Keywords (5)

Monarchy; Ideology; Alps; Long Nineteenth Century; Tourism

Lay Summary (German)

Lead
Majestätische Berge? Monarchie, Ideologie und Tourismus im Alpenraum 1760-1910Montagnes majestueuses?Monarchie, idéologie et tourisme dans l’espace alpin 1760-1910Majestic Mountains?Monarchy, Ideology, and Tourism in the Alpine Area 1760-1910Die Alpenbegeisterung, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im nördlichen Europa aufkam, stand stark unter dem Einfluss der Aufklärung und ihrer bürgerlichen Freiheitsideale. Doch seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde die Gleichsetzung von Bergen und republikanischer Freiheit konkurrenziert durch romantische Strömungen, welche zur Monarchie tendierten und die Ergebenheit und Treue der alpinen Gesellschaften hervorhoben.
Lay summary

Hatte es um 1800 mit Friedrich Schiller geheissen: „Auf den Bergen ist Freiheit! Der Hauch der Grüfte steigt nicht hinauf in die reinen Lüfte“, so verlor die Verbindung zwischen Gebirgs­luft und Republikanismus später an Überzeugungskraft. Es gebe viele Meinungen und politische Umstände, die nicht in dieses Bild hineinpassten, schrieb ein Alpinismushistoriker kurz nach 1900 – namentlich in den Monarchien, die weite Gebiete des Alpenraums unter sich teilten. Tatsächlich hatten sich die europäischen Königshäuser in der Zwischenzeit immer mehr für diesen Raum interessiert und ihn persönlich aufgesucht. Der Besuch von Queen Victoria in der Zentralschweiz 1868 zog zum Beispiel viel öffentliche Aufmerksamkeit auf sich und erzeugte auch erhebliche touristische Werbeeffekte.

Das vorliegende Projekt untersucht diese Beziehung zwischen Monarchie, Alpenideologie und Tourismus anhand von drei Leitfragen: 1. Inwiefern reflektierten die aufkommenden Alpenreisen der europäischen Monarchen gesamtgesellschaft­liche Veränderungen von kulturellen Präferenzen und Lebensstilen? 2. In welchem Mass und auf welchen Wegen vollzog sich ein Wandel von republikanischen zu royalistischen Alpenbildern? 3. Wirkte sich das touristische Verhalten der Monarchen in spürbarer Weise auf die allgemeine Tourismus­entwicklung aus? Das Untersuchungs­gebiet umfasst den ganzen Alpenraum und drei europäische Königshäuser (Grossbritannien, Österreich, Savoyen/Italien). Die Untersuchungs­periode reicht von den 1760er Jahren, als Alpenreisen und Aufklärung einen starken Aufschwung erlebten, bis in die Belle Epoque vor dem Ersten Weltkrieg.

 

Direct link to Lay Summary Last update: 02.04.2014

Responsible applicant and co-applicants

Name Institute

Employees

Publications

Publication
A Constitutional Borderland: Republic and Monarchy in the Alpine Area during the Long 19th Century
Jon Mathieu, A Constitutional Borderland: Republic and Monarchy in the Alpine Area during the Long 19th Century, in Fiammetta Balestracci (ed.), FrancoAngeli, Mailand, 0-10.
Auf dem Gipfel der Macht? Alpentourismus und Monarchie 1760-1910
Eva Bachmann, Auf dem Gipfel der Macht? Alpentourismus und Monarchie 1760-1910, Noch in Evaluation, Noch in Evaluation.
Majestätische Berge? Monarchie, Ideologie und Tourismus im Alpenraum 1760-1910
Jon Mathieu Eva Bachmann Ursula Butz, Majestätische Berge? Monarchie, Ideologie und Tourismus im Alpenraum 1760-1910, Hier+Jetzt, Baden.
Monarchie und Tourismus in den Ostalpen von 1760 bis 1910
Ursula Butz, Monarchie und Tourismus in den Ostalpen von 1760 bis 1910, Noch in Evaluation, Noch in Evaluation.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. Dr. Luigi Lorenzetti, LabISAlp, Università della Svizzera italiana Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Luca Mocarelli, Università Milano-Bicocca Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Internationale Tagung der Fondazione Einaudi „ Al confine delle Alpi. Culture, valori sociali e orizzonti nazionali fra mondo tedesco e italiano XIX-XX sec.“, in Turin Talk given at a conference A Constitutional Borderland: Republic and Monarchy in the Alpine Area, 19th-20th centuries 17.11.2016 Turin, Italy Mathieu Jon;
Kolloquium der Vormoderne des Historischen Seminars der Universität Luzern Talk given at a conference Vittorio Emanuele II. Der erste italienische König und seine periodische Herrschaftsflucht in die Alpenidylle 15.11.2016 Luzern, Switzerland Bachmann Eva;
Kolloquium der Vormoderne des Historischen Seminars der Universität Luzern Talk given at a conference Fremdenfrequenzen im Vergleich – Ischl, Meran und Reichenau a.R. von 1800 bis 1910 04.10.2016 Luzern, Switzerland Butz Ursula;
Sektion an den 4. Schweizerischen Geschichtstagen in Lausanne Talk given at a conference Margherita di Savoia. Eine italienische Königin als „Regina alpinista” 09.06.2016 Lausanne, Switzerland Bachmann Eva;
Sektion an den 4. Schweizerischen Geschichtstagen in Lausanne Talk given at a conference Kaiser Franz Joseph I. als Magnet für Alpentouristen 09.06.2016 Lausanne, Switzerland Butz Ursula;
Kolloquium der Vormoderne des Historischen Seminars der Universität Luzern Talk given at a conference Royale Aufenthalte in den Ostalpen aus Sicht der Habsburger 10.11.2015 Luzern, Switzerland Butz Ursula;
Kolloquium der Vormoderne des Historischen Seminars der Universität Luzern Talk given at a conference Caroline: The Unruly Rebel Queen of Indiscretions 27.10.2015 Luzern, Switzerland Bachmann Eva;
Wenn die Humanwissenschaft die Alpen befragen. Ruckblick und neue Forschungsperspektiven“ der Internationalen Gesellschaft für Historische Alpenforschung an der Universität Luzern. Tagungsberic Talk given at a conference Präsentation der beiden Dissertationsprojekte 09.05.2015 Luzern, Switzerland Bachmann Eva; Mathieu Jon; Butz Ursula;
Kolloquium des Historischen Seminars der Universität Luzern. Individual talk Präsentation des SNF-Projekts und seiner drei Teilprojekte 25.11.2014 Luzern, Switzerland Bachmann Eva; Butz Ursula; Mathieu Jon;


Self-organised

Title Date Place
Sektion an den 4. Schweizerischen Geschichtstagen in Lausanne: Macht und Natur: Die Monarchie des 19. Jahrhunderts auf dem Weg in die Berge” 09.06.2016 Lausanne, Switzerland
Peer-to-Peer Retraite der Doktoranden der Graduate School Luzern 29.05.2016 Luzern, Switzerland
Peer-to-Peer Retraite der Doktorierenden der Geschichte und Kulturwissenschaften der Universität Luzern 18.03.2016 Luzern, Switzerland
Hauptseminar „Monarchie und Moderne: Dynastische Herrschaft in Europa, 18.-20. Jahrhundert“ der Universität Luzern 16.03.2016 Luzern, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Ausstellung des Historischen Museums Luzern zum Besuch von Queen Victoria in der Zentralschweiz von 1868 (150-Jahr Jubiläum) Performances, exhibitions (e.g. for education institutions) 27.04.2017 Luzern, Switzerland Mathieu Jon; Bachmann Eva;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Tagungsbericht in Unilu Aktuell, Nr. 52 September 2015, S. 24-25 Unilu Aktuell German-speaking Switzerland 2015

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
193796 Die Macht auf dem Gipfel. Alpentourismus und Monarchie 1760-1910 01.02.2020 Open Access Books
201506 Habsburg als Touristenmagnet. Monarchie und Fremdenverkehr in den Ostalpen 1820 - 1910 01.02.2021 Open Access Books

Abstract

Die Alpenbegeisterung, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im nördlichen Europa aufkam, stand stark unter dem Einfluss der Aufklärung und ihrer bürgerlichen Freiheitsideale. Doch seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde die Gleichsetzung von Bergen und republikanischer Freiheit konkurrenziert durch romantische Strömungen, welche zur Monarchie tendierten und die Ergebenheit und Treue der alpinen Gesellschaften hervorhoben. Hatte es um 1800 mit Friedrich Schiller geheissen: „Auf den Bergen ist Freiheit! Der Hauch der Grüfte steigt nicht hinauf in die reinen Lüfte“, so verlor die Verbindung zwischen Gebirgsluft und Republikanismus später an Überzeugungskraft. Es gebe viele Meinungen und politische Umstände, die nicht in dieses Bild hineinpassten, schrieb ein Alpinismushistoriker kurz nach 1900 - namentlich in den Monarchien, die weite Gebiete des Alpenraums unter sich teilten. Tatsächlich hatten sich die europäischen Königshäuser in der Zwischenzeit immer mehr für diesen Raum interessiert und ihn persönlich aufgesucht. Der Besuch von Queen Victoria in der Zentralschweiz 1868 zog zum Beispiel viel öffentliche Aufmerksamkeit auf sich und erzeugte auch erhebliche touristische Werbeeffekte.Das vorliegende Projekt untersucht diese Beziehung zwischen Monarchie, Alpenideologie und Tourismus anhand von drei Leitfragen: 1. Inwiefern reflektierten die aufkommenden Alpenreisen der europäischen Monarchen gesamtgesellschaftliche Veränderungen von kulturellen Präferenzen und Lebensstilen? 2. In welchem Mass und auf welchen Wegen vollzog sich ein Wandel von republikanischen zu royalistischen Alpenbildern? 3. Wirkte sich das touristische Verhalten der Monarchen in spürbarer Weise auf die allgemeine Tourismusentwicklung aus? Das Untersuchungsgebiet umfasst den ganzen Alpenraum und drei europäische Königshäuser (Grossbritannien, Österreich, Savoyen/Italien). Die Untersuchungsperiode reicht von den 1760er Jahren, als Alpenreisen und Aufklärung einen starken Aufschwung erlebten, bis in die Belle Epoque vor dem Ersten Weltkrieg. Methodisch beruht das Projekt auf ausgewählten Fallbeispielen; durch eine reflektierte Auswahl und die Erhebung bestimmter übergreifender Daten werden aber auch generalisierende Aussagen angestrebt. Von allgemeinem theoretischem Interesse ist die Frage, wie politische, kulturelle und ökonomische Faktoren in der Entwicklung von Alpenimage und Tourismus zusammenwirkten.
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