Project

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Fernand Pouillon. Der Wohnbau

English title Fernand Pouillon. Domestic architecture
Applicant Heinze-Greenberg Ita
Number 147239
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Geschichte und Theorie der Architektur / gta D-ARCH ETH Zürich
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline Architecture and Social urban science
Start/End 01.09.2013 - 31.07.2017
Approved amount 201'087.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Architecture and Social urban science
Visual arts and Art history

Keywords (8)

Architecture; Modernism; Mediterranean; France; Domestic Architecture; Pouillon, Fernand; Urban Planning; 20th Century

Lay Summary (German)

Lead
Der französische Architekt Fernand Pouillon (* 1912 in Cancon; † 1986 in Belcastel) leistete mit seinen Bauten einen substanziellen Beitrag zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Seine Schaffensphase begann in der Zwischenkriegszeit und dauerte bis in die 1980er Jahre.
Lay summary

Pouillon war skeptisch gegenüber dem Glauben an stetigen Fortschritt und orientierte sich lieber an bereits Bewährtem, an das er durch seine Arbeit anknüpfen wollte. Diese Rückbesinnung auf geschichtliches Kultur- und Ideengut, das Jahrhunderte überdauert hatte, war auch die Intention der Bewegung ›Méditerranée‹, die sich in der Zwischenkriegszeit herauskristallisierte und als Gegensatz zur rein technisch determinierten Moderne verstanden werden kann. Innerhalb dieser Tendenz und unter dem Einfluss seiner Lehrer Eugène Beaudouin (1898–1983) und Auguste Perret (1874–1954) entwickelte sich Pouillons Werk.

Die Forschungsarbeit setzt sich mit den realisierten Wohnbauten des Architekten in Frankreich und Algerien auseinander. Sie wurden bislang vor allem in Hinblick auf die Urbanistik und Materialität erforscht, während ihre eigentliche Bestimmung, das Wohnen, noch zu wenig Beachtung fand. Dadurch trägt das Projekt zu einer gezielten Erweiterung des aktuellen Forschungsstandes bei und eröffnet einen neuen Blickwinkel auf das Werk Pouillons, das auch in aktuellen Debatten über Städtebau und Architektur neue Aufmerksamkeit verdient.

Direct link to Lay Summary Last update: 28.05.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Power – Double or Nothing Individual talk Fernand Pouillon 21.02.2017 Gastdozentur Peter Swinnen, ETH Zürich, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Kolloquium Theorie und Geschichte der Architektur von Prof. Dr. Carsten Ruhl und Prof. Dr. Elli Mosayebi Talk given at a conference Le Technicien Plasticien. Fernand Pouillon – Bauen für Algier 1953–1958 20.01.2017 Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt a. M., Germany Türtscher Michaela Hildegard;
Fernand Pouillon: a Resilient Architecture. An insight between perceived and designed spaces Individual talk Introduction to Fernand Pouillon's architecture 10.06.2016 Professur für Nachhaltiges Bauen, ETH Zürich, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Nachwuchskolloquium der Professur Tönnesmann Talk given at a conference Fernand Pouillon und Jacques Chevallier. Der Architekt und sein Auftragsgeber 29.08.2015 Villa Garbald, Castasegna, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Modul "Raum und Nutzung" Individual talk Fernand Pouillon. Marseille, Algier (1948–1958) 19.12.2014 Hochschule Luzern, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Kolloquium Doctoral Crits HS 2014 Talk given at a conference Project Climat de France as an example of the “Pouillon System” 16.12.2014 ETH Zürich, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Vorlesung Kunst- und Architekturgeschichte V (063-0313-14), ‹Méditerranée› und Moderne Individual talk Fernand Pouillon. Marseille, Algier (1948–1958) 14.11.2014 ETH Zürich, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Werkstattgespräche – Kolloquium für Architektur-, Kunst- und Kulturgeschichte Individual talk Fernand Pouillon. Der Wohnbau  13.10.2014 ETH Zürich, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
Nachwuchskolloquium der Professur Tönnesmann Talk given at a conference Fernand Pouillon. Kontextualisiertes Bauen in Frankreich und Algerien (1948–1963)  13.09.2014 Villa Garbald, Castasegna, Switzerland Türtscher Michaela Hildegard;
4. Bochumer Nachwuchsworkshop für MediterranistInnen Talk given at a conference Fernand Pouillon und die ‹Méditerranée› als grenzübergreifende Idee 16.11.2013 Ruhr-Universität Bochum, Germany Türtscher Michaela Hildegard;


Abstract

Der französische Architekt Fernand Pouillon (* 1912 in Cancon; † 1986 in Belcastel) leistete mit seinen Bauten einen substanziellen Beitrag zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Seine Schaffensphase begann in der Zwischenkriegszeit und dauerte bis in die 1980er Jahre. Bereits am Anfang seiner Karriere entwickelte er eine eigenständige Haltung gegenüber den Tendenzen der internationalen Moderne. Deshalb galt er einigen Kollegen als unzeitgemäss. War er doch nie von städtebaulichen Ansätzen der CIAM-Vertreter überzeugt, die sich gegen historisch gewachsene urbane Strukturen wandten, um in der funktionsgetrennten Stadt Antworten auf die geänderten Lebensbedingungen der modernen Gesellschaft zu finden. Pouillon war wenig fasziniert vom Gedanken an einen stetigen Fortschritt und orientierte sich lieber an bereits Bewährtem, an das er durch seine Arbeit anknüpfen wollte. Diese Rückbesinnung auf geschichtliches Kultur- und Ideengut, das Jahrhunderte überdauert hatte, war auch die Intention der Bewegung ›Méditerranée‹, die sich in der Zwischenkriegszeit herauskristallisierte und als Gegensatz zur rein technisch determinierten Moderne verstanden werden kann. Innerhalb dieser Tendenz und unter dem Einfluss seiner Lehrer Eugène Beaudouin (1898-1983) und Auguste Perret (1874-1954) entwickelte sich Pouillons Werk.Dieses erhält heute besondere Aufmerksamkeit, da es im Umgang mit öffentlichem Raum Alternativen zu den urbanistischen Konzepten der Moderne aufzeigt, die sich in der Praxis vielfach wenig bewährt haben. Pouillon setzte mit seiner entwerferischen Herangehensweise klare Grenzen, die auch nicht bebaute, leere Flächen zu lesbaren, geordneten Räumen machten. Er komponierte seine Überbauungen immer als Ensembles, die sich hierarchisch organisiert um ein Zentrum gruppieren. Die dadurch entstehenden Differenzierungen ermöglichen gelebte Urbanität auf kleinstem Raum, wodurch schlecht durchmischte Wohngebiete eine räumliche Qualität erhalten und den Bewohnern notwendige Identifikationsmöglichkeiten anbieten. Die städtebauliche Klarheit wird durch die Fassadengestaltung und Materialwahl unterstützt. Der Stein, als Ausdruck des Dauerhaften betont die definierten Grenzen und lässt gleichzeitig auf einer zurückversetzten Ebene Individualität durch die Bewohner zu. Pouillon setzte sich im Rahmen seiner Projekte intensiv mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander. Deshalb wählte er den grossmassstäblichen Wohnbau als Bauaufgabe und versuchte ambitioniert, seine Vorstellungen von einem menschenwürdigen Zuhause auch für ärmere Gesellschaftskreise umzusetzen.Das Projekt setzt sich mit den realisierten Wohnbauten Pouillons auseinander. Sie wurden bislang vor allem in Hinblick auf die Urbanistik und Materialität erforscht, während ihre eigentliche Bestimmung, das Wohnen, noch zu wenig Beachtung fand. Dadurch trägt das Projekt zu einer gezielten Erweiterung des aktuellen Forschungsstandes bei und eröffnet einen neuen Blickwinkel auf das Werk Pouillons, das auch in aktuellen Debatten über Städtebau und Architektur neue Aufmerksamkeit verdient.
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