Project

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Entangled World. Venedig, das Osmanische Reich und Byzanz in der Renaissance

English title Entangled World. Venice, the Ottoman Empire and Byzantium in the Renaissance
Applicant Burkart Lucas
Number 141763
Funding scheme ProDoc
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.11.2012 - 30.11.2016
Approved amount 435'616.00
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All Disciplines (4)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Religious studies, Theology
Visual arts and Art history
Ecclesiastical history

Keywords (5)

italian renaissance; Europe and the East; cultural connections; political pragmatic; contact zones

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Entangled World untersucht die sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Beziehungen und Verflechtungen zwischen Italien und dem Osten in der Renaissance. Im Vordergrund steht dabei die sich dieser Verflechtung wohl bewusste italienische Perspektive. Damit greift das Projekt Anregungen der jüngeren Renaissanceforschung auf und macht zugleich Angebote aktueller Methodendebatten hierfür fruchtbar.

Das Projekt reiht sich in jüngere Bemühungen ein, Begriff und Konzept der Renaissance zu modernisieren, indem es sich als Verflechtungsgeschichte zwischen Italien und dem Osten im 15. Jahrhundert gegenüber herkömmlichen Deutungen kritisch positioniert. Den zeitgenössischen Deutungsrahmen hierfür bilden in der Renaissance Italien, Osmanischen Reich und Byzanz, die als drei zu differenzierende, jedoch eng miteinander verbundene Pole eines geteilten Interaktionsfeldes zu deuten sind. Denn der Osten kann in der Renaissance nicht als deckungsgleich mit dem Islam verstanden, eine Begegnungsgeschichte nicht als Beziehung zwischen „muslimischem Osten“ und „christlichem Westen“ sowie den hiermit verbundenen Stereotypisierungen und Zuschreibungen geschrieben werden. Die Dichotomie, die das Verhältnis zwischen Ost und West als eindeutige Identitäts-, bzw. Alteritätsdiskurse versteht und diese zugleich als Konflikt zwischen Islam und Christentum deutet, soll in dem Modul durch eine Plurilokalität ersetzt werden, die nicht zwei, sondern drei Pole kennt: die lateinische Christenheit in Italien, das muslimische Reich der Osmanen sowie Byzanz/Konstantinopel als wichtiger symbolischer Ort für die Christenheit, der aber seit dem Schisma von 1054 zugleich Alterität repräsentierte. Plurilokalität wird als eine Verbindung kultureller, politischer, religiöser und sozialer Traditionen und Neuerungen verstanden, deren Deutung nicht entlang starrer Grenzen erfolgen kann, sondern das Interaktionsfeld transkultureller Begegnung konturieren muss.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Setting the Stage for Oneself and Others. Venice and the Levant in the Fifteenth Century
Bego-Ghina Benedikt (2016), Setting the Stage for Oneself and Others. Venice and the Levant in the Fifteenth Century, in Susanna Burghartz Lucas Burkart Christine Goettler (ed.), Brill, Leiden, 71-93.
The Queen in the Pawnshop: Shaping Civic Virtues in a Painting for the Palazzo dei Camerlenghi in Venice
Kölmel Nicolai (2016), The Queen in the Pawnshop: Shaping Civic Virtues in a Painting for the Palazzo dei Camerlenghi in Venice, in Susanna Burghartz Lucas Burkart Christine Goettler (ed.), Brill, Leiden, 94-124.
Changing Faces - Changing Places. A Venetian Portrait Series of Ottoman Sultans in Early Modern Europe
Kölmel Nicolai, Changing Faces - Changing Places. A Venetian Portrait Series of Ottoman Sultans in Early Modern Europe, in Patrizio Foresta Federica Meloni (ed.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.
Der Sultan als Kaiser, der Kaiser als Kunde. Verstehen und Nicht-Verstehen zwischen Venedig und dem Osmanischen Reich
Kölmel Nicolai, Der Sultan als Kaiser, der Kaiser als Kunde. Verstehen und Nicht-Verstehen zwischen Venedig und dem Osmanischen Reich, in International Yearbook of Hermeneutik / Internationales Jahrbuch für Hermeneutik.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Deutsches Studienzentrum in Venedig (Priv.-Doz. Dr. Sabine Meine) Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Institut d'histoire de l'art et de muséologie (Prof. Dr. Pierre Alain Mariaux) Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dip. di studi sull'Asia e sull'Africa Mediterranea, Università Ca' Foscari (Prof. Dr. Maria Pedani) Italy (Europe)
- Research Infrastructure
Historisches Seminar der Universität Zürich (Prof. Dr. Bernd Roeck) Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Trancultural Studies, Kaufmanndiasporas, Universität Heidelberg (Dr. des. Georg Christ) Germany (Europe)
- Research Infrastructure
Kunsthistorisches Seminar der Universität Basel (Prof. Dr. Barbara Schellewald) Switzerland (Europe)
- Exchange of personnel
Dipartimento di Studi Storici, Università di Ca’ Foscari, Venezia (Prof. Dr. em. Reinhold C. Müller) Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Exchange of personnel

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
137113 Sites of Mediation - Europäische Verflechtungsgeschichte. 1350-1650 01.12.2011 ProDoc

Abstract

Entangled World untersucht die sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Beziehungen und Ver-flechtungen zwischen Italien und dem Osten in der Renaissance. Im Vordergrund steht dabei die sich dieser Verflechtung wohl bewusste italienische Perspektive. Damit greift das Projekt Anregungen der jüngeren Renaissanceforschung auf und macht zugleich Angebote aktueller Methodendebatten hierfür fruchtbar.Lange galt die Renaissance als Epoche und Konzept selbstverständlicher Modernisierung und somit als ein „europäisches Projekt“. Zum einen verdankt sich diese Vorstellung nicht nur der historischen Dynamik des 14. bis 16. Jahrhunderts, sondern mindestens in gleichem Mass derjenigen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts als deren Deutungsepoche. Zum anderen resultierten daraus an modernen, westlichen Gesellschaften ausgerichtete Deutungsparadigmen; hiervon divergierende Perspektiven gerieten aus dem Blick; das gilt für den Orient ebenso wie für das Mittelalter, von denen sich diese Modernisierung distinktiv abgrenzte. Damit wurden Perspektiven wie die hier vorgeschlagene stark behindert.Das Projekt reiht sich in jüngere Bemühungen ein, Begriff und Konzept der Renaissance zu modernisieren, indem es sich als Verflechtungsgeschichte zwischen Italien und dem Osten im 15. Jahrhundert gegenüber her-kömmlichen Deutungen kritisch positioniert. Den zeitgenössischen Deutungsrahmen hierfür bilden in der Renaissance Italien, Osmanischen Reich und Byzanz, die als drei zu differenzierende, jedoch eng miteinander verbundene Pole eines geteilten Interaktionsfeldes zu deuten sind. Denn der Osten kann in der Renaissance nicht als deckungsgleich mit dem Islam verstanden, eine Begegnungsgeschichte nicht als Beziehung zwischen „muslimischem Osten“ und „christlichem Westen“ sowie den hiermit verbundenen Stereotypisierungen und Zuschreibungen geschrieben werden. Entangled World fokussiert auf die Wahrnehmung, Projektion und Wirkung dieser Beziehungen von der Warte Italiens und in ihrer Bedeutung für die italienische Renaissance. Hierfür bieten sich aktuell diskutierte Methoden an, die in ihrer Adaptions- fähgikeit für die Geschichte der Vormoderne zugleich kritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln sind.Drei strategisch und methodisch unterschiedlich ausgerichtete Einzelprojekte untersuchen die ebenso viel-schichtige wie facettenreiche Verflechtung zwischen Italien und dem Osten und nehmen damit die Renaissance „an ihren Rändern“ in Blick. Hierfür wird ein exemplarisch verstandener Schwerpunkt auf die Beziehungen Venedigs mit dem Osten gelegt; damit wird die konzeptionelle Perspektive gestärkt, die Synergien zwischen den Projekten erhöht und schliesslich die Durchführbarkeit der Einzelstudien gesichert.
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