Project

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Amateurgestaltung - Die Rhetorik der Elaboration im Grafikdesign am Beispiel Gemeinwesenarbeit und Lokalpolitik

English title Amateur Design - The Rhetoric of Elaboration in the Graphic Design of Community Development and Local Affairs
Applicant Scheuermann Arne
Number 140381
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign Y (Institut für Transdisziplinarität) Hochschule der Künste Bern HKB
Institution of higher education Berne University of Applied Sciences - BFH
Main discipline Arts
Start/End 01.10.2012 - 30.04.2016
Approved amount 188'568.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Arts
German and English languages and literature

Keywords (7)

Visual Communication; Graphic Design; Local Affairs; Community Development; Visual Rhetoric; Elaboration; Amateur Design

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Rhetorik der Amateurgrafik und ihre Wechselbeziehung zum professionellen Grafikdesign im historischen Kontext zu verorten, anhand von Beispielmaterial und gestalterischen Interventionen in den Bereichen Gemeinwesenarbeit und Lokalpolitik empirisch zu untersuchen, und durch die Herausarbeitung von Elaborationstypen einen Theorievorschlag zu machen.
Lay summary

Neben dem professionellen Design nimmt die Amateurgestaltung in unserem visuellen Alltag einen wichtigen Platz ein: Aushänge, Flugblätter, Handouts, Kleininserate, Menutafeln etc. entstehen häufig durch Laienhand oder sind laienhaft ausgeführt. Mit Aufkommen des Fotokopierers um 1970 und insbesondere seit etwa 1985 durch technische Entwicklungen in der digitalen Produktion (DTP) und Distribution (Internet) von Grafikdesign wachsen die Spielräume für Laien, ihre Entwürfe «professionell» herzustellen, zu vervielfältigen und zu verteilen.

Die hierbei entstandenen Artefakte sind oft weniger elaboriert als diejenigen von professionellen Gestalter/innen, erfüllen jedoch meist ihren Zweck und beeinflussen sogar im Gegenzug mit ihren spezifischen Stil- und Erscheinungsformen das professionelle Grafikdesign. Diese Elaborationstypen grafischer Artefakte sind bislang noch nicht Gegenstand der Forschung.

In Bereichen wie der lokalpolitischen Kommunikation oder der Gemeinwesenarbeit erfüllt visuelle Amateurkommunikation in Form von Standbeschriftungen, Informationsbroschüren oder Veranstaltungsflyern eine Funktion, die – meist aufgrund fehlender finanzieller oder zeitlicher Ressourcen – durch Profiarbeit nicht erbracht wird. Hierbei ist Amateurgestaltung jedoch nicht nur eine «Notlösung»: Sie kann gerade durch ihre Rhetorik der Imperfektion beim Publikum den positiven Eindruck von «selbstgemacht», «engagiert» oder «authentisch» erwecken und damit erfolgreich sein.

Das Vorgehen gliedert sich in vier Schritte:

1. Analyse: In einem ersten Schritt wird Beispielmaterial aus der Gemeinwesenarbeit und der lokalpolitischen Kommunikation analysiert und kontextualisiert. Ziel ist ein Vorschlag zur Spezifizierung und Kategorisierung von Elaborationstypen und ihren visuell-rhetorischen Erscheinungs- und Wirkungsformen in der Amateur- und in der professionellen Grafik.

2. Research through Design: Um einen Vergleich zwischen der analysierten Amateurgrafik und professionellem Design herzustellen, realisieren Gestalter/innen verschiedener Professionalisierungsgrade Alternativen zu einem Korpus von zehn grafischen Laienarbeiten neu; leitend im Briefing sind die in Schritt 1 eruierten Wirkregeln.

3. Wirkungsstudie: Die Kongruenz von Elaborationstyp und empirischer Wirkung der neu gestalteten Designartefakte auf das Zielpublikum soll mit der User Experience/Valenzmethode überprüft werden.

4. Auswertung: Die Ergebnisse werden aufbereitet und publiziert. Der interdisziplinäre Austausch zwischen der Hochschule der Künste Bern (Hauptantragsteller und Betreuer der im Projekt vorgesehenen Dissertation) und der Universität Bern (Co-Antragsteller und Betreuer) findet im Rahmen der Graduate School of the Arts Bern statt, in dessen Programm das Dissertationsvorhaben bereits aufgenommen wurde.

Direct link to Lay Summary Last update: 13.06.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Das handelnde Plakat – Zur visuellen Rhetorik der Hand auf dem Werbeplakat
Scheuermann Arne (2015), Das handelnde Plakat – Zur visuellen Rhetorik der Hand auf dem Werbeplakat, in Museum für Gestaltung Zürich (ed.), Lars Müller Publishers, Zürich, 12-17.
Design Rhetoric: Studying the Effects of Designed Objects
Schneller Annina (2015), Design Rhetoric: Studying the Effects of Designed Objects, in Nature and Culture, 10(3), 333-356.
Die Rhetorik des Selbstgemachten im Grafikdesign
Schneller Annina (2014), Die Rhetorik des Selbstgemachten im Grafikdesign, in Breuer Gerda (ed.), VDG, Weimar, 193-207.
Drei Fragezeichen zur rhetorischen Evidentia. Warum es um Bildlichkeit geht und sie nicht alles ist
Schneller Annina (2014), Drei Fragezeichen zur rhetorischen Evidentia. Warum es um Bildlichkeit geht und sie nicht alles ist, www.designrhetorik.de, Konstanz.
Medienrhetorik, Wirkungsintentionalität, Affekttechniken. Zur Konzeption von ‚Design als Rhetorik’ als notwendige Ergänzung der Kunstgeschichte
Scheuermann Arne (2014), Medienrhetorik, Wirkungsintentionalität, Affekttechniken. Zur Konzeption von ‚Design als Rhetorik’ als notwendige Ergänzung der Kunstgeschichte, in Ueding Gert (ed.), De Gruyter, Berlin, Boston, 807-820.
Grafikdesign: Visuelle Überzeugungsarbeit zwischen digitaler Perfektion und dem Charme des Handgemachten
Schneller Annina, Grafikdesign: Visuelle Überzeugungsarbeit zwischen digitaler Perfektion und dem Charme des Handgemachten, in Scheuermann Arne (ed.), De Gruyter, Berlin, New York.
Scratching the Surface: Appearance as a Bridging Concept between Design Ontology and Design Aesthetics
Schneller Annina, Scratching the Surface: Appearance as a Bridging Concept between Design Ontology and Design Aesthetics, in Koskinen Ilpo (ed.), Springer, Berlin.
The Active Poster
Arne Scheuermann, The Active Poster, in Museum für Gestaltung Zürich Plakatesammlung (ed.), Lars Müller Publishers, Zürich, 46-51.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. Dr. Wibke Weber und Prof. Dr. Michael Burmester, Hochschule der Medien, HdM Stuttgart Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Ulrich Heinen, Fachbereich F, Design und Kunst, Bergische Universität Wuppertal Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Gesche Joost, Leiterin Design Research Lab, TU Berlin und UDK Berlin Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
FU Berlin, Exzellenzcluster "Languages of Emotion" Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Forschungsmittwoch, Hochschule der Künste Bern Individual talk Die Rhetorik der Neutralität – betrachtet aus einer praxisbasierten Forschungsperspektive 27.05.2015 Bern, Switzerland Schneller Annina;
1. Berner Arbeitstreffen zur Visuellen Rhetorik, Hochschule der Künste Bern Talk given at a conference Drei Fragezeichen zur rhetorischen Evidentia 23.01.2014 Bern, Switzerland Schneller Annina;
Toolbox "A la recherche de la recherche", Hochschule der Künste Bern Individual talk Muss Design immer perfekt sein? 22.11.2013 Bern, Switzerland Schneller Annina;
Symposium "Seriell – individuell: Handwerk im Design", Fachbereich F – Design und Kunst, Bergische Universität Wuppertal Talk given at a conference Die Rhetorik des Selbstgemachten im Grafikdesign 26.04.2013 Wuppertal, Germany Schneller Annina;
Kurs Rhetorik II, Graduate School of the Arts Bern Individual talk Rhetorik und ihre Bezüge zu Design und den Künsten 21.03.2013 Bern, Switzerland Schneller Annina;


Awards

Title Year
Förderbeitrag durch die Joséphine de Kármán-Stiftung für begabte Nachwuchswissenschaftler-/innen für die Abschlussphase der Dissertation 2016

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
116221 Visuelle Rhetorik in der Gebrauchsgrafik 01.08.2007 DORE project funding
126962 Visuelle Rhetorik 2 - Regeln, Spielräume und rhetorischer Nullpunkt im Informationsdesign am Beispiel öV 01.01.2010 DORE project funding
170101 Geldschein - Die visuelle Rhetorik des Geldes 01.01.2017 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Neben dem professionellen Design nimmt die Amateurgestaltung in unserem visuellen Alltag einen wichtigen Platz ein: Aushänge, Flugblätter, Handouts, Kleininserate, Menutafeln etc. entstehen häufig durch Laienhand oder sind laienhaft ausgeführt. Mit Aufkommen des Fotokopierers um 1970 und insbesondere seit etwa 1985 durch technische Entwicklungen in der digitalen Produktion (DTP) und Distribution (Internet) von Grafikdesign wachsen die Spielräume für Laien, ihre Entwürfe «professionell» herzustellen, zu vervielfältigen und zu verteilen. Die hierbei entstandenen Artefakte sind oft weniger elaboriert als diejenigen von professionellen Gestalter/innen, erfüllen jedoch meist ihren Zweck und beeinflussen sogar im Gegenzug mit ihren spezifischen Stil- und Erscheinungsformen das professionelle Grafikdesign. Diese Elaborationstypen grafischer Artefakte sind bislang noch nicht Gegenstand der Forschung.In Bereichen wie der lokalpolitischen Kommunikation oder der Gemeinwesenarbeit erfüllt visuelle Amateurkommunikation in Form von Standbeschriftungen, Informationsbroschüren oder Veranstaltungsflyern eine Funktion, die - meist aufgrund fehlender finanzieller oder zeitlicher Ressourcen - durch Profiarbeit nicht erbracht wird. Hierbei ist Amateurgestaltung jedoch nicht nur eine «Notlösung»: Sie kann gerade durch ihre Rhetorik der Imperfektion beim Publikum den positiven Eindruck von «selbstgemacht», «engagiert» oder «authentisch» erwecken und damit erfolgreich sein.Das skizzierte Projekt verfolgt das Ziel, die Rhetorik der Amateurgrafik und ihre Wechselbeziehung zum professionellen Grafikdesign im historischen Kontext zu verorten, anhand von Beispielmaterial und gestalterischen Interventionen in den Bereichen Gemeinwesenarbeit und Lokalpolitik empirisch zu untersuchen, und durch die Herausarbeitung von Elaborationstypen einen Theorievorschlag zu machen.
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