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100 Jahre Schweizerischer Werkbund 1913-2013

English title 100 Years Swiss Werkbund 1913-2013
Applicant Nicolai Bernd
Number 140367
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Kunstgeschichte Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.04.2012 - 31.07.2014
Approved amount 297'244.00
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Keywords (3)

Kunstgeschichte; Designgeschichte; Architekturgeschichte

Lay Summary (German)

Lead
100 Jahre Schweizerischer Werkbund 1913-2013.
Lay summary

Der Schweizerische Werkbund (SWB), 1913 als Vereinigung von Kunst, Industrie und Handwerk ge­gründet, bildete in den ersten hundert Jahren seines Bestehens eine wichtige Konstante innerhalb der schweizerischen Gestaltungsdebatten. In inhaltlicher Anlehnung an den Deutschen Werkbund verschrieb sich der SWB der Förderung, Propagierung und Neuausrichtung qualitativ hochstehender gewerblicher und industrieller Arbeit. Eine zeitgemässe Gestaltung, in der die Entsprechung von Funktion und Form (Sachlichkeit) gewährleistet war, sollte sämtliche Bereiche des modernen Alltags – von der Architektur und dem Interieur über das Haushaltsgerät bis zur Typografie – durch­dringen. Von Beginn an betrieb der Werkbund eine moderne Öffentlichkeitsarbeit als Mittel zur „Volkserziehung“: Durch Ausstellungen im In- und Ausland, Publikationen, Flugblätter und andere Aktionen wurde die möglichst breite Vermittlung der „guten Form“ angegangen. Mit der Zeitschrift „Das Werk“ erhielt der SWB ab 1914 ein auch international viel beachtetes Publikationsorgan, das in Abwandlungen bis heute existiert.

Das monografisch angelegte Forschungsprojekt zeichnet erstmals die Geschichte dieser Institution in Gänze nach und untersucht den SWB auf seine kultur-, kunst-, und ideengeschichtlichen Entwicklungen hin. Es fragt nach der Propagierung und Veränderung gestalterischer Standards sowie nach in­haltlichen Schwerpunktsetzungen des Bundes im Laufe der Jahrzehnte. Der SWB ist nur aus seiner spezifischen Struktur als zunächst heterogener Zusammenschluss unterschiedlicher Berufsgattungen zu verstehen. Mitglieder aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern, deren gemeinsamer Nenner weniger in einer konkreten formalen Idee als vielmehr in einer geistigen Haltung lag bzw. liegt, engagieren sich bis heute in den verschiedenen Ortsgruppen des SWB.

Die Zielsetzungen des Bundes, wie die zeitgemässe Formgebung sämtlicher Bereiche des Alltags bzw. auch seine spätere Loslösung von formalen Aspekten der Gestaltung, gilt es damit in einem sehr vielfältigen, interdisziplinären und entsprechend komplexen Wirkungsfeld zu analysieren.

Der SWB agierte stets am Puls der Zeit, und so kommt ihm, gattungsübergreifend und für die Produktkultur im Speziellen, prägende Bedeutung für die Entwicklung und Durchsetzung der Moderne des 20. Jahrhunderts zu. Eine umfassende Darstellung der Geschichte des Werkbundes von seinen Anfängen bis in die Gegenwart fehlt bislang. Analog der jahrzehntelangen Marginalisierung der schweizerischen Geschichte von Kunstgewerbe und Design innerhalb der Disziplin Kunst- und Architekturgeschichte wurde auch eine umfassende Aufarbeitung der Geschichte des SWB bislang ver­nachlässigt. Die für 2013 angestrebte Publikation „100 Jahre Schweizer Werkbund 1913-2013“ soll die Entwicklung des SWB umfassend präsentieren und in den kunst- und kulturhistorischen Kontext einordnen. Dies geschieht auf Grundlage aller zur Verfügung stehenden Quellen. Trotz des angestrebten hohen wissenschaftlichen Standards soll der Band in einer gut verständlichen Form geschrieben werden, so dass auch eine gewisse Breitenwirkung erzielt werden kann.

Direct link to Lay Summary Last update: 06.03.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die werkbundausstellung Köln 1914 - Lackmustest der ersten Moderne
Nicolai Bernd (2016), Die werkbundausstellung Köln 1914 - Lackmustest der ersten Moderne, in Stierli Martino (ed.), Schwabe, Basel, 123-152.
Differenz . Werkbundausstellungen im Ausland
Nicolai Bernd (2016), Differenz . Werkbundausstellungen im Ausland, in Schirren Matthias (ed.), Wasmuth, Tübingen, 40-55.
„Das neue Bauen im Zentrum der Umwandlungen unserer Zeit“, Der SWB und die Moderne in den 1920er und 1930er Jahren
Nicolai Bernd (2013), „Das neue Bauen im Zentrum der Umwandlungen unserer Zeit“, Der SWB und die Moderne in den 1920er und 1930er Jahren, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 335-351.
100 Jahre Gestaltung – Einführung
Gnäggi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (2013), 100 Jahre Gestaltung – Einführung, in Gnäggi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 11-15.
Aufbruch und Reform – Der Schweizerische Werkbund in seinem erstem Jahrzehnt
Nicolai Bernd (2013), Aufbruch und Reform – Der Schweizerische Werkbund in seinem erstem Jahrzehnt, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess , Zürich, 47-61.
Bauen heute. Beilage im Berner Tagblatt
Gnägi Thomas (2013), Bauen heute. Beilage im Berner Tagblatt, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 374-377.
Bittsteller und Dienstleister. Zur Zusammenarbeit von SWB und Industrie
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Bittsteller und Dienstleister. Zur Zusammenarbeit von SWB und Industrie, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 221-228.
Flugblätter, Kalender und Ausstellungen – Zur Öffentlichkeitsarbeit des Schweizerischen Werkbundes
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Flugblätter, Kalender und Ausstellungen – Zur Öffentlichkeitsarbeit des Schweizerischen Werkbundes, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 105-121.
Gestaltung in einer sich verändernden Gesellschaft. Von der Prädikationsstelle zur Informationsplattform
Gnägi Thomas (2013), Gestaltung in einer sich verändernden Gesellschaft. Von der Prädikationsstelle zur Informationsplattform, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 171-186.
Gestaltung Werk Gesellschaft. 100 Jahre Schweizerischer Werkbund
Gnägi Thomas Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.) (2013), Gestaltung Werk Gesellschaft. 100 Jahre Schweizerischer Werkbund, Scheidegger & Spiess , Zürich.
Grafikdesign. Zwischen avantgardistischem Anspruch und Angemessenheit
Gnägi Thomas (2013), Grafikdesign. Zwischen avantgardistischem Anspruch und Angemessenheit, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 251-270.
H 55 Internationale Ausstellung für Kunstgewerbe und Wohnungseinrichtungen. Helsingborg, 1955
Wohlwend Piai Jasmine (2013), H 55 Internationale Ausstellung für Kunstgewerbe und Wohnungseinrichtungen. Helsingborg, 1955, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 317-318.
Ideen-Wettbewerb Die Halbe Miete. Wohnen in 50m3 / La moitié de notre loyer. Habiter dans 50m3
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Ideen-Wettbewerb Die Halbe Miete. Wohnen in 50m3 / La moitié de notre loyer. Habiter dans 50m3, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 410-413.
Photokartothek gut geformter Schweizer Produkte,
Gnägi Thomas (2013), Photokartothek gut geformter Schweizer Produkte,, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 302-307.
Porträt Alfred Altherr jr., Alfred Roth,
Nicolai Bernd (2013), Porträt Alfred Altherr jr., Alfred Roth,, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess , Zürich, 430-432.
Porträt Hans Finsler
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Porträt Hans Finsler, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess , Zürich, 428-429.
Porträt Hermann Kienzle, Porträt E. Richard Bühler
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Porträt Hermann Kienzle, Porträt E. Richard Bühler, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 422-424.
Schweizerische Werkbundausstellung. Zürich, 1918
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Schweizerische Werkbundausstellung. Zürich, 1918, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 127-132.
SWB-Chronik 1913-2013. Tagungsthemen, Ausstellungen, Aktionen, Publikationen“
Gnäggi Thomas, Wohlwend Piai Jasmine (2013), SWB-Chronik 1913-2013. Tagungsthemen, Ausstellungen, Aktionen, Publikationen“, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 17-44.
Tagung Küsnachter Konzil; Gründung Groupe Romandie
Gnäggi Thomas (2013), Tagung Küsnachter Konzil; Gründung Groupe Romandie, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess , Zürich, 87-91.
Thearena Aktionshalle und die Rote Fabrik; SWB-Zeitschrift Werkbund Material; Kultur im Gespräch – die Eidgenössische Kulturinitiative;Weiterbildung bosnischer Fachleute in der Schweiz
Gnägi Thomas (2013), Thearena Aktionshalle und die Rote Fabrik; SWB-Zeitschrift Werkbund Material; Kultur im Gespräch – die Eidgenössische Kulturinitiative;Weiterbildung bosnischer Fachleute in der Schweiz, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai (ed.), Schiedegger & Spiess, Zürich, 193-205.
VI. Triennale. Mailand, 1936; Werkbund-Ausstellung. Zürich, 1950
Wohlwend Piai Jasmine (2013), VI. Triennale. Mailand, 1936; Werkbund-Ausstellung. Zürich, 1950, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegegr & Spiess, Zürich, 139-147.
Wanderausstellugen des Schweizerischen Werkbundes und des Deutschen Museums. Zürich, Aarau, Winterthur und Basel, 1914/15; Ausstellungen des Deutschen Werkbundes. Basel, Winterthur und Bern, 1917
Wohlwend Piai Jasmine (2013), Wanderausstellugen des Schweizerischen Werkbundes und des Deutschen Museums. Zürich, Aarau, Winterthur und Basel, 1914/15; Ausstellungen des Deutschen Werkbundes. Basel, Winterthur und Bern, 1917, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 123-126.
Wanderausstellung Good Design in Switzerland, Ausstellung Gute Form aus der Schweiz, Aktion Chair Fun, Projekt Do it Yourself, Tagung Neue Technologien – Neue Formen?
Gnägi Thomas (2013), Wanderausstellung Good Design in Switzerland, Ausstellung Gute Form aus der Schweiz, Aktion Chair Fun, Projekt Do it Yourself, Tagung Neue Technologien – Neue Formen?, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 319-329.
Werk-Beilage SWB Kommentare
Gnägi Thomas (2013), Werk-Beilage SWB Kommentare, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 163-168.
Wohnungsinterieur an der Interbau, Modelle des Wohnens. Vom Ideal zur Alltagsrealität, Fachausschuss Wohnbau (FAW) und das Projekt Werkbund-Siedlung Sonnhalde, Wanderausstellung Unsere Möbel, Wand
Gnägi Thomas (2013), Wohnungsinterieur an der Interbau, Modelle des Wohnens. Vom Ideal zur Alltagsrealität, Fachausschuss Wohnbau (FAW) und das Projekt Werkbund-Siedlung Sonnhalde, Wanderausstellung Unsere Möbel, Wand, in Gnägi Thomas, Nicolai Bernd, Wohlwend Piai Jasmine (ed.), Scheidegger & Spiess, Zürich, 380-410.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Schweizerischer Werkbund Switzerland (Europe)
- Publication
- Research Infrastructure
Museum für Gestaltung Zürich Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Workshop: Exportmodell Deutscher Werkbund Talk given at a conference Der Schweiezrische Werkbund 1913-2013, Vom «Ziehkind» des Deutschen Werkbundes zum Träger der Werkbundidee 31.01.2015 Berlin, Germany Nicolai Bernd;
Mapping Graphic Design History in Switzerland Talk given at a conference «Typographie kann unter Umständen Kunst sein.» (Kurt Schwitters) Zwischen avantgardistischem Anspruch und Angemessenheit. Grafikdesign im Kontext des Schweizerischen Werkbundes”, 27.02.2014 Bern, Switzerland Gnägi Thomas;
Der Fall Göhner. Zur Krise des Grosswohnungsbaus in den 1970er Jahren Talk given at a conference „«Ist das eine Werkbund-Siedlung?» Der Schweizerische Werkbund und die Unvereinbarkeit von Massenproduktion und individueller Gestaltungsmöglichkeit am Beispiel von Siedlungen der Firma Ernst Göhner AG 11.12.2012 Zürich, Switzerland Gnägi Thomas;


Self-organised

Title Date Place
100 Jahre SWB - Kolloquium-Vernissage 01.11.2013 Zürich, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: radio, television Die Hüter der «guten Form»: 100 Jahre Schweizerischer Werkbund SRF 2, 2. 12. 2013 German-speaking Switzerland 2013

Awards

Title Year
Preis: Die schönsten Schweizer Bücher 2013 Gestaltung-Werk-Gesellschaft. 100 Jahre Schweizerischer Werkbund 1913-2013, Scheidegger & Spiess, Zürich 2013, 465 S. Gestaltung: Simone Koller, Zürich 2014

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
160825 Swiss Graphic Design and Typography Revisited 01.10.2016 Sinergia
173199 Otto Rudolf Salvisberg - Architekt der Moderne Berlin • Bern • Breslau • Basel • Zürich 01.07.2017 Project funding (Div. I-III)
151082 Gestaltung-Werk-Gesellschaft. 100 Jahre Schweizerischer Werkbund 1913-2013 01.10.2013 Publication grants

Abstract

Der Schweizerische Werkbund (SWB), 1913 als Vereinigung von Kunst, Industrie und Handwerk gegründet, bildete in den ersten hundert Jahren seines Bestehens eine wichtige Konstante innerhalb der schweizerischen Gestaltungsdebatten. In inhaltlicher Anlehnung an den Deutschen Werkbund verschrieb sich der SWB der Förderung, Propagierung und Neuausrichtung qualitativ hochstehender gewerblicher und industrieller Arbeit. Eine zeitgemässe Gestaltung, in der die Entsprechung von Funktion und Form (Sachlichkeit) gewährleistet war, sollte sämtliche Bereiche des modernen Alltags - von der Architektur und dem Interieur über das Haushaltsgerät bis zur Typografie - durchdringen. Von Beginn an betrieb der Werkbund eine moderne Öffentlichkeitsarbeit als Mittel zur „Volkserziehung“: Durch Ausstellungen im In- und Ausland, Publikationen, Flugblätter und andere Aktionen wurde die möglichst breite Vermittlung der „guten Form“ angegangen. Mit der Zeitschrift „Das Werk“ erhielt der SWB ab 1914 ein auch international viel beachtetes Publikationsorgan, das in Abwandlungen bis heute existiert. Das monografisch angelegte Forschungsprojekt zeichnet erstmals die Geschichte dieser Institution in Gänze nach und untersucht den SWB auf seine kultur-, kunst-, und ideengeschichtlichen Entwicklungen hin. Es fragt nach der Propagierung und Veränderung gestalterischer Standards sowie nach inhaltlichen Schwerpunktsetzungen des Bundes im Laufe der Jahrzehnte. Der SWB ist nur aus seiner spezifischen Struktur als zunächst heterogener Zusammenschluss unterschiedlicher Berufsgattungen zu verstehen. Mitglieder aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern, deren gemeinsamer Nenner weniger in einer konkreten formalen Idee als vielmehr in einer geistigen Haltung lag bzw. liegt, engagieren sich bis heute in den verschiedenen Ortsgruppen des SWB. Die Zielsetzungen des Bundes, wie die zeitgemässe Formgebung sämtlicher Bereiche des Alltags bzw. auch seine spätere Loslösung von formalen Aspekten der Gestaltung, gilt es damit in einem sehr vielfältigen, interdisziplinären und entsprechend komplexen Wirkungsfeld zu analysieren.Der SWB agierte stets am Puls der Zeit, und so kommt ihm, gattungsübergreifend und für die Produktkultur im Speziellen, prägende Bedeutung für die Entwicklung und Durchsetzung der Moderne des 20. Jahrhunderts zu. Eine umfassende Darstellung der Geschichte des Werkbundes von seinen Anfängen bis in die Gegenwart fehlt bislang. Analog der jahrzehntelangen Marginalisierung der schweizerischen Geschichte von Kunstgewerbe und Design innerhalb der Disziplin Kunst- und Architekturgeschichte wurde auch eine umfassende Aufarbeitung der Geschichte des SWB bislang vernachlässigt. Die für 2013 angestrebte Publikation „100 Jahre Schweizer Werkbund 1913-2013“ soll die Entwicklung des SWB umfassend präsentieren und in den kunst- und kulturhistorischen Kontext einordnen. Dies geschieht auf Grundlage aller zur Verfügung stehenden Quellen. Trotz des angestrebten hohen wissenschaftlichen Standards soll der Band in einer gut verständlichen Form geschrieben werden, so dass auch eine gewisse Breitenwirkung erzielt werden kann.
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