Project

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Sirkeli Höyük: Ein urbanes Zentrum am Puruna/Pyramos/Ceyhan

English title Sirkeli Höyük: An urban Centre at the Puruna/Pyramos/Ceyhan River
Applicant Novák Miroslav
Number 137954
Funding scheme Project funding
Research institution Vorderasiatische Archäologie Institut für Archäologische Wissenschaften Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Archaeology
Start/End 01.01.2012 - 31.12.2014
Approved amount 262'074.00
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Keywords (9)

Archaeology; Ancient Near east; Cilicia; Bronze Age; Iron Age; Hellenistic Period; Hittite Art; Urbanism; cultural contact

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Das vom SNF geförderte Projekt „Si?rkeli? Höyük. Ein urbanes Zentrum am Puruna/Pyramos/Ceyhan“ ist in den grösseren Rahmen eines interdisziplinären Forschungsunternehmens „Puruna/Pyramos/Ceyhan: Ein Fluviales Siedlungssystem in der Kulturlandschaft Kilikien: Regionalstudien an einer Schnittstelle zwischen Anatolien, Levante und Zypern“ eingebettet. Wie auch die anderen Einzelprojekte, so widmet es sich der grundlegenden Frage nach ob die in der Antike als »Ebenes Kilikien« bezeichnete, heute »Çukurova« genannte Region an der geografischen Schnittstelle zwischen Anatolien, der Levante (Syrien, Mesopotamien) und Zypern zurecht auf ihre Funktion als Zone des Kulturaustausches und -transfers reduziert wird oder ob ihre kulturelle Eigenständigkeit stärker profiliert werden kann und muss. Als Fallstudie wird das Siedlungssystem entlang eines der beiden grossen Hauptflüsse Kilikiens, des Ceyhan (heth. Puruna, griech. Pyramos), betrachtet.

Der Sirkeli Höyük, einer der grössten vorhellenistischen Ruinenhügel Kilikiens, liegt an einer alten Verkehrsroute, mit augenfälliger geostrategischer Bedeutung. Dieser wurde bereits in der Antike durch die Anbringung zweier hethitischer, grossreichszeitlicher Felsreliefs Rechnung getragen - mitunter der ältesten hethitischen Reliefs, die bislang bekannt sind. Das ältere zeigt den Grosskönig Muwattalli II. (um 1290 v. Chr.), den Gegner Ramses II. in der Schlacht von Qadesch. 

Die bisher erzielten Ergebnisse haben den Nachweis für die Existenz einer mehrgliedrigen Siedlungsstruktur mit einer Zitadelle und einer ausgedehnter Unterstadt beiderseits des Flusses, monumentaler Steinarchitektur und Fortifikationen sowie einem Flusshafen erbracht. Das Projekt widmet sich der vollständigen Aufarbeitung und Auswertung der bisherigen Forschungen, ergänzt durch zusätzliche Feldarbeiten, die der Erstellung einer stratigrafischen Sequenz, der Klärung architektonischer Zusammenhänge und Pläne sowie der Gewinnung zusätzlicher Daten zur Siedlungsstruktur dienen. Es verfolgt drei konkrete Ziele:

1. Siedlungsstruktur: Der Ort ist in mehrere Bereiche unterteilt. Ziel ist es nun zu klären, in welcher Art die einzelnen Teile bebaut waren und wie sich die Baustrukturen im Verlauf der langen Siedlungsdauer verändert haben. Es gilt insbesondere zu klären, ob historische Brüche wie das Ende der Bronzezeit oder die Hellenisierung Auswirkungen auf die Siedlungsform und -funktion hatten.

2. Chronologie: Durch die bisherigen Forschungstätigkeiten ist bekannt, dass der Sirkeli Höyük vom Chalkolithikum (ca. 4000 v. Chr.) bis zur Hellenistischen Epoche (1. Jh. v. Chr.) ohne erkennbare, grössere Unterbrechungen besiedelt gewesen ist. Es soll daher eine Entwicklung des Fundmaterials nachgezeichnet und chronologisch eingeordnet werden.

3. Siedlungssystem: Zu klären ist weiterhin, wie das Siedlungssystem strukturiert war, in das der Sirkeli Höyük einbezogen war, und wie es sich im Verlauf von der Bronzezeit bis zur Zeitenwende veränderte. Von besonderem Interesse ist die Frage, ob es im Zuge von Flussbettverlagerungen des Ceyhan auch zu umfangreichen Ortsverschiebungen gekommen ist, oder ob andere Faktoren wirksam waren. Diese Arbeiten erfordern primär die Anwendung von Methoden der Fernerkundung und den Austausch mit den anderen im Forschungsunterfangen verankerten Einzelprojekten.

Alle Ergebnisse werden im Zusammenhang mit den bei den anderen Einzelprojekten gewonnenen Erkenntnissen abgeglichen und im Hinblick auf die übergreifende Fragestellung ausgewertet. Das beantragte Projekt ist als eine Kooperation zwischen der Universität Bern, der Universität Tübingen und der Onsekiz Mart Üniversitesi Çanakkale angelegt.

Parallel zur wissenschftlichen Forschung wird der Ort mit Hilfe privater Sponsoren touristisch erschlossen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Sirkeli Höyük 2013 Campaign
Kozal Ekin, Novák Mirko (2014), Sirkeli Höyük 2013 Campaign, in Anmed, 2014(12), 114-117.
Exploring Sirkeli Höyük in the Late Bronze Age and its interregional Connections
Kozal Ekin (2013), Exploring Sirkeli Höyük in the Late Bronze Age and its interregional Connections, in Ancient Near Eastern Studies, Supplement 42, 215-227.
Sirkeli Höyük 2011 Yili Calismalari
Mirko Novak Ekin Kozal (2013), Sirkeli Höyük 2011 Yili Calismalari, in Kazi Sonuclari Toplantasi, 34(4), 413-428.
Sirkeli Höyük. A Bronze and Iron Age Urban Settlement in Plain Cilicia
Mirko Novak Ekin Kozal (2013), Sirkeli Höyük. A Bronze and Iron Age Urban Settlement in Plain Cilicia, in Der Anschnitt, Beiheft 25, 229-238.
Sirkeli Höyük. Kultstadt im Schmelztiegel Kilikien.
Novák Mirko (2013), Sirkeli Höyük. Kultstadt im Schmelztiegel Kilikien., in UniPress, 156 (April 2013), 16-19.
Puruna-Pyramos
Mirko Novak Ekin Kozal (Hg.), Puruna-Pyramos, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Universität Çanakkale Turkey (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
- Exchange of personnel
- Industry/business/other use-inspired collaboration
Universität Tübingen Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Exchange of personnel
LM Universität München Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Archäologisches Kolloquium Individual talk Sirkeli Höyük in Kilikien – Die Kulturgeschichte einer Region im Licht der türkisch-schweizerischen Ausgrabungen 04.06.2013 Frankfurt (Main), Germany Novák Miroslav;
34. Kazi Sempozyum Talk given at a conference Turkish-Swiss Excavations in Sirkeli Höyük 2012 28.05.2013 Mugla, Turkey Novák Miroslav;
33. Kazi Sempozyum Talk given at a conference Turkish-German Excavations in Sirkeli Höyük 2011 28.05.2012 Corum (Türkei), Turkey Novák Miroslav;
SAKA Treffpunkt Agora Talk given at a conference Die schweizerisch-türkischen Ausgrabungen in Sirkeli Höyük (Kilikien) 31.03.2012 Bern, Switzerland Novák Miroslav;
Anatolian Mertal VI Talk given at a conference Sirkeli Höyük in Plain Cilicia 09.01.2012 Bochum, Germany Novák Miroslav;


Self-organised

Title Date Place
Sirkeli-Kolloquium 2013 22.11.2013 Bern, Switzerland
Sirkeli-Kolloquium 2012 14.12.2012 Bern, Switzerland

Knowledge transfer events



Self-organised

Title Date Place
Sirkeli Grabungsabschlussfest 28.08.2012 Sirkeli, Turkey

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
New media (web, blogs, podcasts, news feeds etc.) Neue Projekt-Website International German-speaking Switzerland 2012

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
156387 Sirkeli Höyük. Ein urbanes Zentrum am Puruna/Pyramos/Ceyhan. Fortsetzung 01.01.2015 Project funding
150324 Siedlungskammer Kilikien. Rekonstruktion der Historischen Geografie anhand Fernerkundung, Archäologie und Texten 01.10.2013 Project funding

Abstract

Das beantragte Forschungs- und Ausgrabungsprojekt »Sirkeli Höyük« ist Teil des grösseren, zusam-menhängenden Forschungsunternehmens »Puruna/Pyramos/Ceyhan: Ein fluviales Siedlungssystem in der Kulturlandschaft Kilikien«. Dieses widmet sich der Frage, ob die in der Antike als »Ebenes Kilikien« bezeichnete, heute »Çukurova« genannte Region an der geografischen Schnittstelle zwischen Anatolien, der Levante (Syrien, Mesopotamien) und Zypern - wie in der Forschung zumeist getan - zurecht auf ihre Funktion als Zone des Kulturaustausches und -transfers reduziert wird oder ob ihre kulturelle Eigenständigkeit stärker profiliert werden kann und muss. Als Fallstudie wird im Rahmen des hier beantragten Projektes das Siedlungssystem entlang eines der beiden grossen Hauptflüsse Kilikiens, des Ceyhan (heth. Puruna, griech. Pyramos), betrachtet.Das Gesamtunternehmen setzt sich aus fünf eng miteinander verzahnten Einzelprojekten zusam-men. Neben dem hier beantragten sind dies vier weitere, für die derzeit keine Förderung beim SNF beantragt wird (eine Charakterisierung jedes dieser Einzelprojekte wird als gesonderte Datei beigefügt):Kizzuwatna/Que - Aspekte der Siedlungssysteme und der historischen Geographie Kilikiens während der Spätbronze- und EisenzeitHierbei handelt es sich um das Promotionsvorhaben von Frau lic. phil. Susanne Rutishauser (Bern), die sich mit der historischen Topographie Kilikiens in der Spätbronze- und Eisenzeit befassen wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Lokalisierung bisher nicht gesicherter Orte und Studien der urbanistischen Entwicklung im Ebenen Kilikien unter besonderer Berücksichtigung des Ceyhan-Flusssystems.Sirkeli Höyük in hellenistischer ZeitDie Projektleitung liegt bei Dr. Natascha Kreutz (Universität Tübingen), die einen Förderantrag bei der DFG gestellt hat und das Projekt unter der Lizenz von Prof. Dr. Mirko Novák durchführt. Frau Kreutz war bereits für die Aufarbeitung der keramischen Oberflächenfunde in Magarsos verantwortlich und bearbeitet zukünftig auch die Keramik des dritten Einzelprojektes Uzunoglan Tepesi (s.u.). Zudem ist sie Mitarbeiterin am beantragten Ausgrabungsprojekt. Somit ergeben sich inhaltliche Synergien ohne finanzielle Belastung für den SNF.Uzunoglan TepesiDas eigenständige Teilprojekt »Uzunoglan Tepesi« im oberen Einzugsgebiet des Ceyhan wird von Ralph Rosenbauer M.A. und lic. phil. Susanne Rutishauser (beide Bern) im Rahmen des Kilikiensur-veys und unter der Lizenz von Prof. Dr. Mustafa H. Sayar (Universität Istanbul) durchgeführt und widmet sich der Erforschung von Entwicklung und Nutzung eines Grenzheiligtums am Rande des Ebenen Kilikien. Der Hügel, auf dem sich ein neuassyrisches Felsrelief neben einem römischen Tempel erhalten hat, bietet ideale Bedingungen für die Untersuchung einer möglichen Nutzungskontinuität zwischen früher Eisenzeit und Hellenismus.MagarsosIn den Jahren 2005-9 wurde von der Universität Bern unter der lokalen Leitung von Ralph Ro-senbauer M.A. in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Mustafa Sayar (Universität Istanbul) ein gross angelegter archäologischer Survey mit ausgedehnten geophysikalischen Untersuchungen im Siedlungsgebiet von Magarsos am heutigen Kap Karata? unweit der Ceyhan-Mündung durchgeführt. Dabei wurde der Nachweis einer vermutlich aus hellenistischer Zeit stammenden Streifensiedlung erbracht, deren Umfeld noch nicht umfassend untersucht worden ist. Ein besonderes, durch die bisherigen Arbeiten nicht geschlossenes Desiderat bildet die Lokalisierung des (Fluss-) Hafens sowie die Identifizierung der übergeordneten, flussaufwärts gelegenen Stadt Mallos. Beides kann mit Hilfe von Fernerkundungsdaten und eventuell geophysikalischer Untersuchungen erarbeitet werden. Im Mittelpunkt des Gesamtunternehmens steht das hier zur Förderung beantragte Ausgrabungs- und Auswertungsprojekt Sirkeli Höyük: Ein urbanes Zentrum am Puruna/Pyramos/Ceyhan. Die Projektleitung und die Lizenz liegen beim Antragsteller und seiner türkischen Kooperationspartnerin, Frau Dr. Ekin Kozal von der Onsekiz Mart Universität Çanakkale (Türkei). Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit dem Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES) der Eberhard Karls Universität Tübingen und dem Institut für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, beide Institutionen als frühere Trägerinnen des Projektes.Der Sirkeli Höyük, einer der grössten vorhellenistischen Ruinenhügel Kilikiens, liegt ca. 40 km östlich von Adana an einer alten Verkehrsroute, mit augenfälliger geostrategischer Bedeutung. Dieser wurde bereits in der Antike durch die Anbringung zweier hethitischer, grossreichszeitlicher Felsreliefs Rechnung getragen. 1936 bzw. 1992-97 führten J. Garstang, B. Hrouda und H. Ehringhaus Ausgrabungen durch, deren Resultate bislang nur in kurzen Vorberichten veröffentlicht wurden. Die Arbeiten konnten 2006-9 durch den Antragsteller fortgesetzt werden. Die bisher erzielten Ergebnisse haben den Nachweis für die Existenz einer mehrgliedrigen Siedlungsstruktur mit Zitadelle und ausgedehnter Unterstadt beiderseits des Flusses, monumentaler Steinarchitektur und Fortifikationen sowie einem Flusshafen erbracht. Das Projekt widmet sich der vollständigen Aufarbeitung und Auswertung der bisherigen Forschungen, ergänzt durch zusätzliche Feldarbeiten, die der Erstellung einer stratigrafischen Sequenz, der Klärung architektonischer Zusammenhänge und Pläne sowie der Gewinnung zusätzlicher Daten zur Siedlungsstruktur dienen. Es verfolgt drei konkrete Ziele: 1. Siedlungsstruktur: Die bisherigen Forschungen zeigten, dass sich der Ort in mehrere Bereiche unterteilt: den Haupthügel, dem ein trapezoides Plateau vorgelagert ist, eine flache nördliche Unterstadt, die sich auf der gegenüberliegenden Flusseite fortsetzt, eine südöstliche Unterstadt, die ihren Abschluss in einer weiteren hügelartigen Erhebung findet, und eine im Südwesten gelegenen Nekropole. Ziel ist es zu klären, in welcher Form die einzelnen Teile bebaut waren und wie sich die Baustrukturen im Verlauf der langen Siedlungsdauer verändert haben. Es gilt insbesondere zu klären, ob historische Brüche wie das Ende der Bronzezeit oder die Hellenisierung Auswirkungen auf die Siedlungsform und -funktion hatten.2. Chronologie: Durch die bisherigen Forschungstätigkeiten ist bekannt, dass der Sirkeli Höyük vom Chalkolithikum bis zur Hellenistischen Epoche ohne erkennbare, grössere Unterbrechungen besiedelt gewesen ist. Es soll daher eine Entwicklung des Fundmaterials nachgezeichnet und chronologisch ein-geordnet werden. 3. Siedlungssystem: Zu klären ist weiterhin, wie das Siedlungssystem strukturiert war, in das der Sirkeli Höyük einbezogen war, und wie es sich im Verlauf von der Bronzezeit bis zur Zeitenwende veränderte. Von besonderem Interesse ist die Frage, ob es im Zuge von Flussbettverlagerungen des Ceyhan auch zu umfangreichen Ortsverschiebungen gekommen ist, oder ob andere Faktoren wirksam waren. Diese Arbeiten erfordern primär die Anwendung von Methoden der Fernerkundung und den Austausch mit den anderen im Forschungsunterfangen verankerten Einzelprojekten.Alle Ergebnisse werden im Zusammenhang mit den bei den anderen Einzelprojekten gewonnenen Er-kenntnissen abgeglichen und im Hinblick auf die übergreifende Fragestellung ausgewertet.Das beantragte Projekt ist als eine Kooperation zwischen der Universität Bern, der Universität Tübin-gen, der Onsekiz Mart Üniversitesi Çanakkale und der Universität Istanbul angelegt und wird in Fra-gen der Fernerkundung mit der Universität Göttingen durchgeführt, wodurch dem Unterfangen über seine wissenschaftliche Bedeutung hinaus auch eine wissenschaftspolitische zukommt.
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