Project

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"Nuovi alberghi, nuovi uomini." Hotelbau in den Südtiroler Alpen im Dienste des Faschismus

English title "Nuovi alberghi, nuovi uomini." Hotels in South Tyrol in the service of fascism
Applicant Heinze-Greenberg Ita
Number 137617
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Geschichte und Theorie der Architektur / gta D-ARCH ETH Zürich
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline Architecture and Social urban science
Start/End 01.11.2011 - 31.10.2014
Approved amount 164'235.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Architecture and Social urban science
Visual arts and Art history

Keywords (4)

Architecture; Tourism; South Tyrol; Fascism

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Das Projekt stellt die Südtiroler Hotelarchitektur der Zwischenkriegszeit dar und positioniert sie im grösseren Zusammenhang des Alpenraums. 

Südtirol war als Erholungsraum bereits in der Belle Époque beliebt. Als es jedoch 1919 in das Königreich Italien eingegliedert wurde, veränderte sich die Situation gravierend. Die neue Provinz wurde unter Mussolini zum Exerzierfeld faschistischer Architektur. Sie wurde zum Instrument einer Homogenisierung des Landes, die eine erzwungene Anpassung ethnischer Minderheiten einschloss. In einer bis 1930 dauernden Übergangszeit konnten österreichische Architekten trotz zunehmender Schwierigkeiten noch einige Hotels errichten. Doch dann wurde ihnen die Berufsbefähigung entzogen. Nun sollte der italienische Charakter des Landes sichtbar gemacht werden, und dafür wurden ausschliesslich italienische Architekten engagiert. Vertreter des razionalismo wie Gio Ponti errichteten Hotels und Schutzhütten in den Südtiroler Alpen. Ponti entwickelte zudem theoretische Grundlagen einer alpinen Hotel­typologie. Sie boten ein Muster für Hotelbauten des razionalismo in den Alpen.

Der alpine Tourismus und die alpine Architektur stehen seit längerem im Fokus kulturwissenschaft licher und architekturhistorischer Forschung, jedoch hat Südtirol an dieser Konjunktur bisher kaum Anteil.



Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Publications

Publication
Gio Pontis Vision: Die Rationalisierung und «Italianisierung» Südtirols
Bocchio Ivan (2013), Gio Pontis Vision: Die Rationalisierung und «Italianisierung» Südtirols, in Stacher Susanne und Hölz Christoph (ed.), Archiv für Baukunst (Eigenverlag), Innsbruck, 73-75.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Nachwuchskolloquium der Professur für Kunst- und Architekturgeschichte Talk given at a conference Fokus Tourismusarchitektur: Gio Ponti und Bernard Rudofsky 14.09.2014 Castasegna, Switzerland Heinze-Greenberg Ita;
RaumKleider|dressed for architecture Talk given at a conference Quattro colori per i turisti: Komplexion, Mode und Interieur in Gio Pontis Südtiroler Alpenhotels 13.06.2014 ETH Zürich, Switzerland Heinze-Greenberg Ita;
Nachwuchskolloquium der Professur für Kunst- und Architekturgeschichte Talk given at a conference Gio Ponti und Le Corbusier. Die Rationalisierung des Hotelbaus in den Südtiroler Alpen 16.08.2013 Villa Garbald - Castasegna, Switzerland Heinze-Greenberg Ita;
Nachwuchskolloquium der Professur für Kunst- und Architekturgeschichte Talk given at a conference Le Dolomiti, von Mailand aus gesehen 24.08.2012 Villa Garbald - Castasegna, Switzerland Heinze-Greenberg Ita;
Forum Kunstgeschichte Italiens Talk given at a conference Südtirol im Umbruch. Fascismo e turismo in der Zwischenkriegszeit 03.04.2012 Ludwig-Maximilians-Universität München, Germany Heinze-Greenberg Ita;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Fokus Architekturforschung: Erkundung der Tourismusarchitektur Südtirols (1918–1945). (Vortragsreihe im Kunst Meran) International 2014

Abstract

Südtirol galt schon im Habsburgerreich als Zentrum kulturellen, sozialen, ökonomischen und politischen Transfers. Die Alpenregion war als Erholungsraum in der Belle Époque äusserst beliebt. Früh entstanden bereits monumentale Grand Hotels. Als Südtirol 1919 in das Königreich Italien eingegliedert wurde, veränderte sich die Situation jedoch gravierend. Die neue Provinz wurde seit der Machtübernahme Mussolinis zum bevorzugten Exerzierfeld faschistischer Architektur. Sie diente nie nur der Selbstinszenierung des Regimes, sondern stand stets im Dienst konkreter macht¬politischer Ziele. Besonders in Südtirol wurde die Architektur zum Instrument eines umfassenden Plans zur Homogenisierung des Landes. In einer bis 1930 dauernden Übergangszeit konnten österreichische Architekten noch einige Hotelbauten errichten. Doch dann wurde ihnen die Berufsbefähigung entzogen. Damit ging die kurze Zeit einer österreichischen Moderne in Südtirol zu Ende. So schnell und so entschieden wie möglich sollte nun der italienische Charakter des Landes sichtbar gemacht werden, und dafür wurden ausschliesslich italienische Architekten engagiert. Konsequente Vertreter des razionalismo wie Gio Ponti errichteten Hotels und Schutzhütten in den Südtiroler Alpen. Ponti entwickelte zudem parallel zur Erschliessungsplanung des Dolomitengebietes theoretische Grundlagen einer alpinen Hotel¬typologie. Sie boten ein Muster für Hotelbauten des razionalismo in den Alpen.Das Projekt will die Südtiroler Hotelarchitektur der Zwischenkriegszeit in einer turbulenten und kontroversen Phase der italieni¬schen Geschichte darstellen und diese im grösseren Zusammenhang des Alpenraums positionieren. Dafür wird die Begegnung des Movimento Moderno mit der mittel- und nordeuropäischen Architektur-Moderne analysiert und ein besonderes Augenmerk auf die Bedeutung der 5. Triennale di Milano gelegt, die sich 1933 mit dem Entwurf von Hotels in den Alpen befasste. Zum «Albergo Razionale», dem Hotel der italienischen Moderne der zwanziger und dreissiger Jahre, wurde bisher wenig geforscht und publiziert. Zahlreiche neu entdeckte Quellen, darunter bislang unbeachtete Projekte für ein mobiles Hotel, das in den Bergen zum Einsatz kommen sollte, bieten die besten Voraussetzungen, neue Einsichten in die Architektur der alpinen Nachbarregion zu gewinnen.
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