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Die frühe sprachliche Förderung von mehrsprachigen Kindern ab 3 Jahren - MeKi

English title Language support of multilingual preschool children
Applicant Kappeler Suter Silvana
Number 136964
Funding scheme DORE project funding
Research institution Institut Sekundarstufe I und II Forschung und Entwicklung Pädagogische Hochschule der FHNW
Institution of higher education Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz - PH-FHNW
Main discipline Education and learning sciences, subject-specific education
Start/End 01.04.2012 - 30.09.2014
Approved amount 196'424.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Education and learning sciences, subject-specific education
Applied linguistics

Keywords (6)

quality of pedagogical activities; preschool language support; non-native German speaking preschool children; designing language learning environments; quality of language support practices; process quality in preschool/playgroup

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Untersuchungen wie PISA zeigen, dass die Beherrschung der Unterrichtssprache für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn von entscheidender Bedeutung ist. Vor allem Schülerinnen und Schüler, welche die Unterrichtssprache nicht oder ungenügend beherrschen, laufen Gefahr, schon zu Beginn ihrer Bildungslaufbahn in Rückstand zu geraten. Als besonders wirkungsvolle Massnahme gilt die frühe sprachliche Förderung: Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sollen ihre schulische Bildungslaufbahn unter ähnlichen Voraussetzungen beginnen wie deutschsprachige Kinder.

In der Forschung wird übereinstimmend die Qualität der Sprachförderung als eine der zentralen Variablen angesehen: Die Wirkung der Sprachförderung hänge davon ab, wie kompetent die Förderperson den Alltag in der Kindertagesstätte und die Sprachförderung gestaltet.

Die Qualität im frühkindlichen Bereich ist bisher jedoch wenig untersucht worden. Es ist wenig darüber bekannt, wie die Sprachförderung in den Kindertagesstätten umgesetzt und gestaltet wird.  Die Studie „Die frühe sprachliche Förderung von mehrsprachigen Kindern ab 3 Jahren – MeKi“ setzt hier ein mit dem Ziel, die Sprachförderpraktiken und -konzepte von Förderpersonen auszuleuchten.

MeKi ist qualitativ ausgerichtet: Die Sprachförderung von insgesamt 16 Kindern mit Deutsch als Zweitsprache aus vier Jahrgängen, die eine Spielgruppe oder eine Kindertagesstätte mit alltagsintegrierter Sprachförderung besuchen, wird während eines Jahres untersucht. Zur Erhebung der Förderkonzepte der pädagogischen Fachpersonen werden Interviews durchgeführt, zudem führen die Förderpersonen Logbücher,  in denen sie ihre Förderaktivitäten notieren. Die Qualität der Sprachförderung, insbesondere des sprachlich-kommunikativen Verhaltens der Förderpersonen wird mittels Videoaufnahmen eines typischen Kindertagesstättenhalbtags/Spielgruppenhalbtags eingeschätzt und exemplarisch analysiert.

Unsere Studie soll insbesondere jene Bereiche beleuchten, über die - trotz der vermehrten Aufmerksamkeit für die sprachliche Förderung - noch kaum Informationen zur Verfügung stehen: die frühe sprachliche Förderung mit alltagsintegrierter Förderpraxis, das sprachlich-kommunikative Verhalten Kindern gegenüber, die keine

oder geringe Deutschkenntnisse haben sowie die Orientierung der fördernden Personen. Damit leistet die Studie einen Betrag zur Professionalisierung in diesem Bereich.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Publications

Publication
Frühe alltagsintegrierte Sprachförderung – die Fachperson-Kind-Interaktionen unter der Lupe
Kannengieser Simone, Tovote Katrin (2014), Frühe alltagsintegrierte Sprachförderung – die Fachperson-Kind-Interaktionen unter der Lupe, in Sallat Stephan (ed.), Schulz Kirchner, Idstein, 296-302.
Mit ausreichenden Deutschkentnissen in den Kindergarten. Begleitende Evaluation
Kannengieser Simone, Tovote Katrin (2014), Mit ausreichenden Deutschkentnissen in den Kindergarten. Begleitende Evaluation, in Inklusive, 2014(4), 5-7.
Was wissen pädagogische Fachpersonen über Sprachförderung und wie setzen sie diese um?
Kappeler SuterSilvana, UrsprungAntonia (2014), Was wissen pädagogische Fachpersonen über Sprachförderung und wie setzen sie diese um?, in Blechschmidt Anja, Schräpler Ute (ed.), Schwabe, Basel, 39-50.
Alltagsintegrierte Sprachförderung in der Spielgruppe – Welche Fachperson-Kind-Interaktionen finden statt
Kannengieser Simone, Tovote Katrin, Alltagsintegrierte Sprachförderung in der Spielgruppe – Welche Fachperson-Kind-Interaktionen finden statt, in Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften.
Was wissen pädagogische Fachpersonen über alltagsintegrierte Sprachförderung und wie setzen sie diese um?
Kappeler Suter Silvana, Ursprung Antonia, Was wissen pädagogische Fachpersonen über alltagsintegrierte Sprachförderung und wie setzen sie diese um?, in Blechschmidt Anja, Schräpler Ute (ed.).
Zuerst die Praxis, dann die Theorie – die MeKi-Teilstudie zu den Fachperson-Kind-Interaktionen bei alltagsintegrierter Sprachförderung
Kannengieser Simone, Tovote Katrin, Zuerst die Praxis, dann die Theorie – die MeKi-Teilstudie zu den Fachperson-Kind-Interaktionen bei alltagsintegrierter Sprachförderung, in Schräpler Ute, Blechschmidt Anja (ed.).

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Marie Meierhofer-Institut für das Kind Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Universität Basel, Psychologisches Institut Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
GAIMH-Jahrestagung "Gesundes beschützen, Krankes erkennen" Talk given at a conference Konzepte kommunaler Sprachföderung 29.01.2015 Zürich, Switzerland Kannengieser Simone; Kappeler Suter Silvana;
dgs-Kongress Talk given at a conference Frühe alltagsintegrierte Sprachförderung – die Fachperson-Kind-Interaktionen unter der Lupe 25.09.2014 Leipzig, Germany Kannengieser Simone;
22nd IACCP International Congress Talk given at a conference Daily activity-based language promotion of multilingual preschool children in switzerland 18.07.2014 Reims, France Tovote Katrin Erika;
SGBF Kongress 2014: Kompetenz und Performanz in der Bildungsforschung Talk given at a conference Welche Sprachförderkompetenzen berichten und zeigen frühpädagogische Fachpersonen? 25.06.2014 Luzern, Switzerland Tovote Katrin Erika; Ursprung Antonia; Kappeler Suter Silvana; Kannengieser Simone;
21. Tagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie Talk given at a conference Alltagsintegrierte Sprachförderung von mehrsprachigen Kindern in Kindertagesstätten - Eine gesprächsanalytische Untersuchung von Fachperson-Kind-Interaktionen 09.09.2013 Saarbrücken, Germany Tovote Katrin Erika;
Schweizer Heilpädagogik-Kongress Talk given at a conference Alltagsintegrierte Sprachförderung im Frühbereich – Einblicke in zwei empirische Forschungsprojekte 28.08.2013 Bern, Switzerland Tovote Katrin Erika; Kannengieser Simone;
SGBF-Kongress: Integrating formal and informal learning Talk given at a conference Empirische Untersuchung informeller Gespräche im frühen Zweitspracherwerb, Vorstellung einer Teilstudie im Forschungsprojekt MeKi 21.08.2013 Lugano, Switzerland Tovote Katrin Erika; Kannengieser Simone;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Sprachförderung konkret: Was wissen Fachpersonen über Sprachförderung und wie setzen sie diese um? Workshop 03.11.2014 Basel, Switzerland Bertschi-Kaufmann Andrea; Kappeler Suter Silvana; Kannengieser Simone;
Die frühe sprachliche Förderung mehrsprachiger Kinder ab 3 Jahren. Was wissen pädagogische Fachpersonen über alltagsintegrierte Sprachförderung und wie wird diese gestaltet? Workshop 10.05.2014 Basel, Switzerland Kappeler Suter Silvana; Ursprung Antonia;
Sprachförderung im Gespräch, im Spiel und bei alltäglichen Handlungen Workshop 15.03.2014 Zürich, Switzerland Kannengieser Simone;
Die frühe sprachliche Förderung von mehrsprachigen Kindern ab 3 Jahren. Praxisforschung zur Querschnittsaufgabe Sprachförderung in Spielgruppen und Kitas Talk 29.11.2013 Basel, Switzerland Kannengieser Simone; Kappeler Suter Silvana; Ursprung Antonia; Tovote Katrin Erika;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Print (books, brochures, leaflets) Begleitende Evaluation "Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten" German-speaking Switzerland 2014
Media relations: print media, online media Medienmitteilung "Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten" Diverse (SRF, Basler Zeitung, Basilisk etc.) German-speaking Switzerland 2014
Print (books, brochures, leaflets) Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten. Begleitende Evaluation German-speaking Switzerland 2014

Abstract

Leistungsvergleichsstudien wie PISA (OECD, 2001 ff.) oder IGLU (Bos et al., 2007) machen darauf aufmerksam, dass die Beherrschung der Unterrichtssprache für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn von entscheidender Bedeutung ist. Vor allem Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, welche die Unterrichtssprache nicht oder ungenügend beherrschen, laufen Gefahr, schon zu Beginn ihrer Bildungslaufbahn in Rückstand zu geraten (Bundesamt für Statistik, 2007). Als besonders wirkungsvolle Massnahme gilt in der aktuellen bildungspolitischen Diskussion die frühe sprachliche Förderung (Fthenakis et al., 2007, Lisker 2010, List 2010): Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sollen ihre schulische Bildungslaufbahn unter ähnlichen Voraussetzungen beginnen wie deutschsprachige Kinder.Bezüglich der Effekte von Sprachförderprogrammen zeigt die Forschung kein einheitliches Bild (Moser et al. 2008, Diez Grieser & Simoni 2008, Schöler et al. 2010). Übereinstimmend wird jedoch die Qualität der Sprachförderung als eine der zentralen und untersuchungswürdigen Variablen angesehen: Die Wirkung der Sprachförderung hänge davon ab, wie kompetent die Förderperson den Alltag in der Kindertagesstätte und die Sprachförderung zu gestalten vermag. In diesem Zusammenhang werden in der Literatur für Förderpersonen die Prozess- und Orientierungsqualität bzw. das Sprachverhalten hervorgehoben (Fried & Briedigkeit, 2008, Rossbach, 2005). Während zur Qualität für den Kindergarten- und Schulbereich bereits systematische Studien vorliegen (z. B. Helmke, 2003, Tietze, 1998), ist dies für den frühkindlichen Bereich nicht der Fall. Insbesondere die Qualität in spezifischen Inhaltsbereichen wie der Sprachförderung wurde bisher nur selten in Studien einbezogen (Gasteiger-Klicpera et al., 2010). Es ist wenig darüber bekannt, wie die Sprachförderung in den Kindertagesstätten umgesetzt bzw. gestaltet wird. Aus der Eltern-Kind-Interaktionsforschung gibt es dagegen Belege für die Wirksamkeit eines sprachförderlichen Interaktionsverhaltens im Alltag (Ritterfeld 2000, Rüter 2004, Buschmann et al. 2010). Das gibt Anlass, genauer zu untersuchen, wie die Sprachförderung im Umgang mit jungen Kindern aus Migrationsfamilien in der familienexternen Betreuung umgesetzt und gestaltet wird. Die geplante Studie „Die frühe sprachliche Förderung von mehrsprachigen Kindern ab 3 Jahren - MeKi“ (10/2011 - 03/2014) setzt hier ein mit dem Ziel, die Sprachförderpraktiken von Förderpersonen auszuleuchten. MeKi kann das Feld nutzen, das eine bestehende Fördermassnahme mit wissenschaftlicher Begleitung eröffnet hat. Es handelt sich um das Projekt „Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten“ des Erzie¬hungsdepartements Basel-Stadt, welches Kindern mit keinen oder ungenügenden Deutschkenntnissen den Be¬such einer Spielgruppe/Kindertagesstätte mit alltagsintegrierter Sprachförderung ermöglicht. MeKi läuft paral¬lel zur wissenschaftlichen Begleitung (Pädagogische Hochschule FHNW und Universität Basel) dieses Projekts und kann deren Entwicklungsdaten sowie eigene Vorarbeiten zur Beobachtung der Förderpraxis nutzen. Konkret will das geplante Projekt folgenden Hauptfragen nachgehen:1. Welche subjektiven Theorien von Sprachförderung mehrsprachiger Kinder haben Förderpersonen?2. Welche Merkmale der Prozessqualität von Sprachförderung mehrsprachiger Kinder, insbesondere des sprachlich-kommunikativen Verhaltens der Förderpersonen sind in den Kindertagesstätten/Spielgruppen beobachtbar?Damit parallelisiert das Projekt direkt aufeinander bezogene Aspekte der Orientierungsqualität und der Prozessqualität (Tietze 1998) im Hinblick auf die spezielle pädagogische Aufgabe Sprachförderung.MeKi ist qualitativ ausgerichtet: Die Sprachförderung von insgesamt 16 Kindern mit Deutsch als Zweitsprache aus vier Jahrgängen, die ein Jahr vor dem Kindergarteneintritt eine Spielgruppe oder eine Kindertagesstätte mit alltagsintegrierter Sprachförderung besuchen (n = 16), wird während eines Jahres untersucht. Zur Erhebung der Förderkonzepte der Förderpersonen werden problemzentrierte Interviews durchgeführt und Logbücher eingesetzt, in denen die Förderpersonen ihre Förderaktivitäten notieren. Das Sprachverhalten sowie das Wechselspiel zwischen Förderperson und Kind werden mittels Videoaufnahmen eines Förderhalbtags erfasst. Die kommunikativen Fähigkeiten der Kinder werden von den Förderpersonen anhand des "Pragmatischen Profils" (Dohmen, 2009) eingeschätzt. Die gewonnenen Daten können deskriptiv in Beziehung gesetzt werden zu den Ergebnissen, welche in der parallel laufenden und breiter angelegten Wirksamkeitsstudie der Universität Basel gewonnen werden, konkret zum allgemeinen Entwicklungsstand und der Sprachentwicklung der Kinder.Unsere Studie soll insbesondere jene Bereiche beleuchten, über die - trotz der vermehrten Aufmerksamkeit für die sprachliche Förderung - noch kaum Informationen zur Verfügung stehen: die frühe sprachliche Förderung mit alltagsintegrierter Förderpraxis, das sprachlich-kommunikative Verhalten Kindern gegenüber, die keine oder geringe Deutschkenntnisse haben sowie die Orientierung der fördernden Personen. Damit leistet die Studie einen Betrag zur Professionalisierung in diesem Bereich.
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