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Basisstandards in Rumantsch Grischun im Rahmen eines multilingualen Kompetenzmodells für Rätoromanen

English title Minimal standards in Rumantsch Grischun within the framework of a multilingual competence model for Romansh speakers
Applicant Darms Georges
Number 135407
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Linguatg e cultura rumantscha Universitad da Fribourg
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline Romance languages and literature
Start/End 01.07.2011 - 30.06.2014
Approved amount 456'400.00
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Keywords (6)

Rhaeto-Romance; multilingual competences; minimal standards; minority language; needs' analysis; language of instruction

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Das Projekt sieht vor, für die Schulsprachen der Rätoromanen (Rumantsch Grischun (RG) und Deutsch) Basisstandards zu erarbeiten, wie dies in der Schweiz für das Deutsche, Französische und Italienische bereits durch das sog. HarmoS-L1-Konsortium gemacht worden ist. Dabei soll - wo immer sinnvoll - ein analoges Vorgehen gewählt werden.

Als Basis für die Ausarbeitung der Basisstandards soll zunächst im Rahmen einer Bedarfsanalyse die Sprachkompetenz, die für RG und Deutsch in der obligatorischen Schule angestrebt werden kann und soll, annähernd festgestellt werden. Dies geschieht unter Berücksichtigung der dafür vorgesehenen Lehrmittel und Lehrpläne sowie unter Einbezug der Lehrpersonen, die diese verwenden. Dabei ist einerseits die durch den Übergang von der idiomatischen Schriftsprache zur Standardschriftsprache RG bedingte grössere Diglossie innerhalb des Rätoromanischen zu berücksichtigen, andererseits jedoch auch die Tatsache, dass die Rätoromanen zweisprachig sind und von ihnen annähernd gleiche Deutschkenntnisse verlangt werden wie von rein deutschsprachigen Schülerinnen und Schülern. Ausgehend von diesen Überlegungen und unter Einbezug der einschlägigen Literatur soll anschliessend ein multilinguales Kompetenzmodell für SchülerInnen erarbeitet werden, die in RG unterrichtet werden. Im Unterschied zu Modellen des multiplen Spracherwerbs ist dieses spezifisch auf die Situation einer Minderheitensprachgruppe ausgerichtet. Auf der Basis dieses Modells soll dann das Testkonstrukt definiert und in Testaufgaben operationalisiert werden, so dass schliesslich die bei den SchülerInnen effektiv vorhandenen Sprachkompetenzen erhoben werden können. In diesem Prozess sind die für standardisierte Sprachtests üblichen Phasen zu durchlaufen: Planungsphase, Konzeptionsphase, Entwicklungsphase, Durchführungsphase und Kontrollphase (vgl. stellvertretend z.B. ALTE-HR Modul 2). Bei diesen Projektschritten kann an Arbeiten und wichtige methodische Erfahrungen der L1- und L2-Konsortien des HarmoS-Projekts angeschlossen werden, und diese Erfahrungen sollten auch eine gute Grundlage sein für den letzten Projektschritt: das Setzen von Standards für RG und Deutsch als begründetes Abwägen zwischen erwünschten und effektiv vorhanden Sprachkompetenzen.

Ziel des Projekts ist es, für die Schulsprachen der Rätoromanen ein soweit wie möglich validiertes Kompetenz-Beschreibungs- und -Erfassungs-Instrumentarium und darauf bezogene, theoretisch und empirisch abgestützte Basisstandards zur Verfügung zu stellen, wobei das Hauptaugenmerk auf der 6. Klasse als wichtiger schulischer Schnittstelle liegen soll. Mit diesem Instrumentarium wird eine praktische Zielsetzung in Analogie zu HarmoS verfolgt, wobei es im hier vorgeschlagenen Projekt zentral darauf ankommt, der spezifischen Mehrsprachigkeits- und Minderheitensituation der Rätoromanen gerecht zu werden. Gleichzeitig will dieses Projekt auch einen eigenständigen Forschungsbeitrag im Bereich der Erforschung mehrsprachiger Kompetenzen und deren Modellierung leisten.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Welche Schwerpunkte sollen im Romanisch- und Deutschunterricht der romanischen Schulen gesetzt werden? Ansichten von Akteuren des bündnerromanischen Schulsystems
Peyer Elisabeth (2013), Welche Schwerpunkte sollen im Romanisch- und Deutschunterricht der romanischen Schulen gesetzt werden? Ansichten von Akteuren des bündnerromanischen Schulsystems, in Bündner Monatsblatt, 2013(3), 318-341.
Konkretisierung von Basisstandards für die Schulsprache in der romanischen Schule: eine empirische Untersuchung
Lindt-Bangerter Bernhard / Graber Susanne / Camenisch Silvana / Peyer Elisabeth, Konkretisierung von Basisstandards für die Schulsprache in der romanischen Schule: eine empirische Untersuchung.
Quant bain chapeschan ils scolars da la scola rumantscha rumantsch? Chapientscha da la varietad da scola ed invista en la cumpetenza receptiva d'autras varietads
Camenisch Silvana, Quant bain chapeschan ils scolars da la scola rumantscha rumantsch? Chapientscha da la varietad da scola ed invista en la cumpetenza receptiva d'autras varietads, in Annalas da la Societad Retorumantscha, 127.
Schreibkompetenz in der Zielsprache Deutsch in einem mehrsprachigen Schweizer Kontext: Zur Entwicklung von Basisstandards am Beispiel eines bilingualen Schulmodells (Romanisch-Deutsch)
Studer Thomas, Peyer Elisabeth, Schreibkompetenz in der Zielsprache Deutsch in einem mehrsprachigen Schweizer Kontext: Zur Entwicklung von Basisstandards am Beispiel eines bilingualen Schulmodells (Romanisch-Deutsch), in Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Pädagogische Hochschule Graubünden Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Exchange of personnel

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Jahrestagung der Vereinigung Angewandte Linguistik Schweiz (Vals-Asla): "Sprachnormen im Kontext" Talk given at a conference Minimalstandards für Romanisch und Deutsch an der romanisch-sprachigen Schule. 12.02.2014 Lugano, Switzerland Studer Thomas; Peyer Caduff Elisabeth;
2nd LINEE Conference: Multilingualism in the public sphere Talk given at a conference How well should an indigenous minority language be learnt? Romansch speakers' views of language competencies to be acquired in Romansh-German-medium education in Switzerland. 04.05.2012 Dubrovnik, Croatia Peyer Caduff Elisabeth;
Studientag Linguistische Forschungsprojekte in der Schweiz Talk given at a conference Basisstandards für die Schulsprachen der Rätoromanen 09.12.2011 Basel, Switzerland Lutz Irina; Lindt-Bangerter Bernhard; Peyer Caduff Elisabeth;


Self-organised

Title Date Place
Workshop mit Frau Prof. Ulrike Jessner (Universität Innsbruck) 15.03.2013 Institut für Mehrsprachigkeit Freiburg, Switzerland

Knowledge transfer events



Self-organised

Title Date Place
Standardsetting-Workshop 06.11.2013 Chur, Switzerland
Erläuterungen der kommunikativen Sprachtests zur Übernahme durch das Team von Dr. Manfred Gross an der PH Graubünden 21.03.2013 Freiburg, Switzerland

Abstract

Das Projekt sieht vor, für die Schulsprachen der Rätoromanen (Rumantsch Grischun (RG) und Deutsch) Basisstandards zu erarbeiten, wie dies in der Schweiz für das Deutsche, Französische und Italienische bereits durch das HarmoS-L1-Konsortium EDK gemacht worden ist. Dabei soll - wo immer sinnvoll - ein analoges Vorgehen gewählt werden. Als Basis für die Ausarbeitung der Basisstandards soll zunächst im Rahmen einer Bedarfsanalyse die Sprachkompetenz, die für RG und Deutsch in der obligatorischen Schule angestrebt werden kann und soll, annähernd festgestellt werden. Dies geschieht unter Berücksichtigung der dafür vorgesehenen Lehrmittel und Lehrpläne sowie unter Einbezug der Lehrpersonen, die diese verwenden. Dabei ist einerseits die durch den Übergang von der idiomatischen Schriftsprache zur Standardschriftsprache RG bedingte grössere Diglossie innerhalb des Rätoromanischen zu berücksichtigen, andererseits jedoch auch, dass die Rätoromanen zweisprachig sind und von ihnen annähernd gleiche Deutschkenntnisse verlangt werden wie von rein deutschsprachigen Schülerinnen und Schülern. Ausgehend von diesen Überlegungen und unter Einbezug der einschlägigen Literatur soll anschliessend ein multilinguales Kompetenzmodell für SchülerInnen erarbeitet werden, die in RG unterrichtet werden. Im Unterschied zu Modellen des multiplen Spracherwerbs ist dieses spezifisch auf die Situation einer Minderheitensprachgruppe ausgerichtet. Auf der Basis dieses Modells soll dann das Testkonstrukt definiert und in Testaufgaben operationalisiert werden, so dass schliesslich die bei den SchülerInnen effektiv vorhandenen Sprachkompetenzen erhoben werden können. In diesem Prozess sind die für standardisierte Sprachtests üblichen Phasen zu durchlaufen: Planungsphase, Konzeptionsphase, Entwicklungsphase, Durchführungsphase und Kontrollphase (vgl. stellvertretend z.B. ALTE-HR Modul 2). Bei diesen Projektschritten kann an Arbeiten und wichtige methodische Erfahrungen der L1- und L2-Konsortien des HarmoS-Projekts angeschlossen werden, und diese Erfahrungen sollten auch eine gute Grundlage sein für den letzten Projektschritt: das Setzen von Standards für RG und Deutsch als begründetes Abwägen zwischen erwünschten und effektiv vorhanden Sprachkompetenzen. Ziel des Projekts ist es, für die Schulsprachen der Rätoromanen ein soweit wie möglich validiertes Kompetenz-Beschreibungs- und -Erfassungs-Instrumentarium und darauf bezogene, theoretisch und empirisch abgestützte Basisstandards zur Verfügung zu stellen, wobei das Hauptaugenmerk auf der 6. Klasse als wichtiger schulischer Schnittstelle liegen soll. Mit diesem Instrumentarium wird eine praktische Zielsetzung in Analogie zu HarmoS verfolgt, wobei es im hier vorgeschlagenen Projekt zentral darauf ankommt, der spezifischen Mehrsprachigkeits- und Minderheitensituation der Rätoromanen gerecht zu werden. Gleichzeitig will dieses Projekt auch einen eigenständigen Forschungsbeitrag im Bereich der Erforschung mehrsprachiger Kompetenzen und deren Modellierung leisten.
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