Project

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Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert

English title Communities of Religious Women in Eastern Switzerland during the 20th Century
Applicant Ries Markus
Number 134603
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Theologische Fakultät Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline Ecclesiastical history
Start/End 01.04.2011 - 31.03.2014
Approved amount 341'857.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Ecclesiastical history
Swiss history

Keywords (10)

20th century; catholic milieu; female religious communities; interconfessional history; religioius identities; cultural history; gender; common history; religion; women's history

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Das Projekt untersucht die gesellschaftliche Bedeutung kirchlicher Frauengemeinschaften in der Ostschweiz anand des solzialen Wirkens, welche Frauen in institutionellem Rahmen während des 20. Jahrhunderts aus religiöser Motivation geleistet haben. Die Aufarbeitung erfolgt aus überregionaler und überkonfessioneller Sicht. Mit den erhobenen Daten wird eine Dokumentation erstellt, auf deren Grundlage sich die bisher primär als binnenkirchliches Phänomen behandelte religiöse Frauengeschichte in einen größeren Zusammenhang einordnen lassen wird. Historischer Hintergrund ist die Aufgabenteilung zwischen Staat und Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die das Konzept kirchlich-sozialer Institutionen bis weit ins 20. Jahrhundert prägte. Der Bewältigung sozialer Aufgaben nahmen auf katholischer Seite die neu entstehenden Frauenkongregationen wahr, auf reformierter Seite die weiblichen Diakoniewerke. In beiden Konfessionen bestanden ähnliche ideelle Voraussetzungen: Bestimmend war ein religiöses Verständnis, welches den Dienst an den Nächsten als Weg zum persönlichen Heil verstand.

Das Projekt verbindet regionalgeschichtliche mit nationalen und internationalen Fragestellungen. Frauen- und konfessionsgeschichtliche Aspekte der Entwicklung katholischer und evangelischer Schwesterngemeinschaften werden mit einem kulturgeschichtlichen Methodenansatz untersucht. Die Studie wird die Auswirkungen der sozialen Betätigung von Frauengemeinschaften auf die Gesellschaft darstellen und die Frömmigkeitspraxis sowie den Alltag innerhalb dieser Gruppen beschreiben. In den Blick kommen sowohl die einzelnen Schwestern und Diakonissen (Subjektforschung) als auch die kollektiv konstruierten Identitäten. Die Arbeit wird aus kultur- und frauengeschichtlicher Perspektive einen Beitrag leisten zur Beschreibung von Prozessen, welche moderne Gesellschaften formten.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die katholische Kirche und die Gewalt in der Heimerziehung
Markus Ries / Valentin Beck (2013), Die katholische Kirche und die Gewalt in der Heimerziehung, in Markus Ries / Valentin Beck (ed.), 179-243.
Ein seelisches Trümmerfeld als Verpflichtung für die Kirche
Ries Markus (2013), Ein seelisches Trümmerfeld als Verpflichtung für die Kirche, in Ries Markus - Beck Valentin (ed.), 365-374.
Gedanken aus einer anderen Welt. Maria Theresia Scherer und Theodosius Florentini in ihren Briefen
Ries Markus (2012), Gedanken aus einer anderen Welt. Maria Theresia Scherer und Theodosius Florentini in ihren Briefen, in Helvetia Franciscana, 41 (2012), 165-175.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Kloster und Identität Talk given at a conference Biografische Einzelzugänge, Kollektive Identität: Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert 24.01.2014 Luzern, Switzerland Ries Markus; Vorburger Esther; Schär Regula;
Forschungskolloquium zur Geschichte der modernen Welt Individual talk Evangelische Frauengemeinschaften in der Ostschweiz 15.10.2013 Luzern, Switzerland Schär Regula;
Zwischen Gebet, Reform und sozialem Dienst Talk given at a conference "Bete für mich und lasse beten". Sr. Maria Theresia Scherer und P. Theodosius Florentini in ihrem Zusammenwirken als Gründerpersönlichkeiten einer Schwesternkongregation 11.10.2013 Graz, Austria Ries Markus;
Schleier und Haube - Frauenforschung aktuell Individual talk Religiöse Frauengemeinschaften in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert 20.06.2012 St. Gallen, Switzerland Vorburger Esther; Schär Regula;
Fremdheit und Armut. Sonderforschungsbereich 600 Individual talk Soziale Utopie und praktizierte Armut. Wege zur Überwindung sozialer Not im Schweizer Katholizismus des 19. Jahrhunderts 09.02.2012 Trier, Germany Ries Markus;


Self-organised

Title Date Place
Kirche auf weiblich. Religiöse Frauengemeinschaften im 19. und 20. Jahrhundert. Hauptseminar im Masterstudiengang Theologie 18.02.2013 Luzern, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Die Diakonissen in Spitälern und in der Gemeindekrankenpflege 24.05.2013 Bern, Switzerland Schär Regula;
Projektpräsentationen bei involvierten Klostergemeinschaften 31.01.2012 Gonten, Weesen, Feldkirch, Luzern, Rheineck, Basel, Magdenau, Altästätten, Tübach, St. Gallen., Switzerland Schär Regula; Vorburger Esther;


Self-organised

Title Date Place
Interne Weiterbildung im Kloster Leiden Christi Jakobsbad: Spannungsfeld zwischen der Identität als Schwester und dem Kollektiv der Schwesterngemeinschaft innerhalb der Geschichtsschreibung 11.12.2012 Gonten, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Kloster Leiden Christi St. Galler Tagblatt German-speaking Switzerland 2012
Media relations: print media, online media Saronsbund St. Galler Tagblatt German-speaking Switzerland 2012
Media relations: print media, online media Haus der Stille St. Galler Tagblatt German-speaking Switzerland 2011

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
159981 Diakonissen und Ordensschwestern im 20. Jahrhundert in der Schweiz 01.04.2015 Project funding (Div. I-III)
198943 Lebensgeschichten von religiösen Frauen im 20. Jahrhundert 01.09.2020 Open Access Books
159981 Diakonissen und Ordensschwestern im 20. Jahrhundert in der Schweiz 01.04.2015 Project funding (Div. I-III)
172557 Religiöse Frauengemeinschaften in der Ostschweiz im 20. Jahrhundert 01.12.2016 Publication grants

Abstract

Das vorliegende Forschungsvorhaben beleuchtet die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Frauengemeinschaften in der Ostschweiz und setzt das soziale Engagement in Beziehung zur Untersuchung weiblicher Identitäten. Es geht darum, die Nachhaltigkeit der Arbeit religiöser Frauen aus überregionaler und überkonfessioneller Sicht für das 20. Jahrhundert aufzuarbeiten. Mit einer Dokumentation soll eine Grundlage geschaffen werden, um die bisher primär als binnenkirchliches Phänomen behandelte religiöse Frauengeschichte in einen größeren Zu-sammenhang zu stellen. Historischer Hintergrund ist die Aufgabenteilung zwischen Staat und Kirche im 19. Jahrhundert, die das Konzept kirchlich-sozialer Institutionen bis weit ins 20. Jahrhundert prägte. Im bürgerlichen Zeitalter galt ökonomische und politische Entwicklung als öffentliche Aufgabe, während die Bewältigung sozialer Nöte zunächst privater und kirchlicher Sorge überlassen blieb. In der katholischen Kirche nahmen sich dieser Aufgabe die neu entstehenden Frauenkongregationen an, welche ihre Gründung in mehreren Fällen der Initiative Angehöriger männlicher Reformorden verdankten. Ähnlich verhielt es sich auf reformierter Seite: Hier wurden weibliche Diakoniewerke geschaffen, angestossen von Männern, die in ihrer Ausrichtung politisch wie theologisch konservativen Richtungen zugehörten. In der kirchlichen Bewältigung sozialer Herausforderung erhielten Frauen auf diese Weise eine primäre Rolle. Auf beiden konfessionellen Seiten gab es ähnliche ideelle Voraussetzungen zur Organisation religiöser Frauengemeinschaften. Dabei war ein religiös-karitatives Verständnis leitend, welches den Dienst an den Nächsten als Weg zum persönlichen Heil verstand. Das Projekt "Religiöse Frauengemeinschaften der Ostschweiz im 20. Jahrhundert" verbindet regionalgeschichtliche Forschung mit nationaler und internationaler Vernetzung. Gegenstand sind zwei thematisch und methodisch verbundene Forschungsprojekte, in denen die frauen- und konfessionshistorischen Prozesse katholischer und evangelischer Schwesterngemeinschaften mit einem kulturgeschichtlichen Methodenansatz untersucht werden: Esther Vorburger-Bossart untersucht in ihrem Teilprojekt „Ordensschwestern der Ostschweiz im 20. Jahr-hundert“ Identitäten, Kommunikationssystem und Vernetzung katholischer Schwesterngemeinschaften; Jolanda Schärli beleuchtet im Teilprojekt „Diakonissen der Ostschweiz im 20. Jahrhundert“ die gleichen Fragen mit den selben Untersuchungskoordinaten für die evangeli-schen Schwesterngemeinschaften. Die beiden Studien sollen die Auswirkungen der sozialen Betätigung von Frauengemeinschaften auf die Gesellschaft darstellen und die Frömmigkeit sowie den Alltag innerhalb dieser Gruppen beleuchten. Ein Augenmerk soll dabei auch den einzelnen Schwestern und Diakonissen gelten (Subjektforschung), und es soll die Konstrukti-on kollektiver Identität einbezogen werden. Darüber hinaus werden die beiden Teilprojekte aus der gewählten kultur- und frauenhistorischen Perspektive einen Beitrag zur Erhellung der sozialen Abläufe und Vernetzungen in den kantonalen Staatsbildungsprozessen leisten. In einer gemeinsamen Publikation werden die Ergebnisse für beide konfessionellen Bewegungen dargestellt.
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