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Aussereuropäische Kulturen in Reisefotografien und Dokumentarfilmen des deutschsprachigen Raums, 1924-1986

English title Non-European Cultures in Travel Photographs and Documentary Films of German-speaking Countries, 1924-1986
Applicant Mattioli Aram
Number 134536
Funding scheme Project funding
Research institution Historisches Seminar Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.06.2011 - 31.05.2014
Approved amount 334'848.00
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Keywords (4)

visual history; film; photography; identity - alterity

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Reisefotografien und Filme, die Menschen aus fernen Ländern und ihre „exotischen“ Lebenswelten zeigen, erfreuten sich während des ganzen 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum grosser Popularität. In Illustrierten und Büchern, im Kino, in der Schule oder im Fernsehen wurden jahrzehntelang Bilder aus Afrika, Asien und Lateinamerika verbreitet, die den hier lebenden Menschen vermeintlich authentische Eindrücke fremder Kulturen vermittelten und die Vorstellungen kolonialer und postkolonialer Realitäten stark beeinflussten, ohne dass sie sich dessen oft selber gewahr wurden.

Im Zentrum des Forschungsprojekts stehen Fotografinnen und Fotografen und Dokumentarfilmer aus der Schweiz, deren visuelles Schaffen in den ganzen deutschsprachigen Raum ausstrahlte. Über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren bereisten diese wirkungsmächtigen Bildproduzierenden Weltgegenden, die den meisten Zeitgenossen noch nicht zugänglich waren. Im Projekt werden Produktions-, Distributions- und Rezeptionskontexte vor dem Hintergrund sich verändernder Mediensysteme untersucht. Die Rolle der Personen und Institutionen, die an den verschiedenen Prozessen beteiligt waren, interessiert ebenso, wie die Funktion und Bedeutung der Bilder selber. Die Fotografien und Filme werden als konstruierte Fremdbilder aussereuropäischer Kulturen verstanden, die immer auch Selbstbilder sichtbar werden lassen. In einer Langzeitperspektive soll nach Kontinuitäten und Wandel von Sehgewohnheiten und Wahrnehmungskonventionen gefragt werden. Andererseits beschäftigt sich das Projekt im Sinne des jungen Ansatzes der Visual History auch mit der performativen Rolle von Bildern als Gestalter von Wahrnehmungskonventionen und als Ausgangspunkt von Handlungen in direkter Folge von Bildpräsentationen.

Mit der geplanten kulturhistorischen Untersuchung möchte das Projekt eine Forschungslücke schliessen, die im Schnittpunkt der historischen Bildwissenschaften, der Postcolonial Studies und der Untersuchung von Medienpraxen im deutschsprachigen Raum klafft.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Hilfsbedürftiges Afrika? Zum Gebrauch von Dokumentarfilmen in der Entwicklungszusammenarbeit
Rauh Felix (2012), Hilfsbedürftiges Afrika? Zum Gebrauch von Dokumentarfilmen in der Entwicklungszusammenarbeit, in Menrath (ed.), 283-308.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Forschungskolloquium zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Talk given at a conference Sahel 1974: filmische Dokumentation einer Hungerkrise 11.03.2014 Universität Luzern, Switzerland Rauh Felix;
Forschungskolloquium zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Talk given at a conference Fotografische Repräsentation von Hunger in Südaseien (1943-1967) 11.03.2014 Universität Luzern, Switzerland Müller Angela;
Globale Bilder, lokale Wirkung. Imaginationen Aussereuropas in ihrer lokalen Rezeption Talk given at a conference Südasien fotografisch verewigen oder warum Buddhisten keine Armbanduhren tragen (1920-1940) 09.02.2013 Universität Freiburg, Switzerland Müller Angela;
Globale Bilder, lokale Wirkung. Imaginationen Aussereuropas in ihrer lokalen Rezeption Talk given at a conference Audiovisuelle Repräsentationen der "Dritten Welt". Dokumentarfilme im Entwicklungseinsatz, 1960-1980 09.02.2013 Universität Freiburg, Switzerland Rauh Felix;
Forschungskolloquium zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Talk given at a conference Südasien fotografisch verewigen oder warum Buddhisten keine Armbanduhren tragen (1920-1940) 20.11.2012 Universität Luzern, Switzerland Müller Angela;
Forschungskolloquium zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Talk given at a conference Audiovisuelle Repräsentationen der "Dritten Welt". Dokumentarfilme im Entwicklungseinsatz, 1960-1980. 20.11.2012 Universität Luzern, Switzerland Rauh Felix;
Forschungskolloquium zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Talk given at a conference Zwischen fotografischer Verewigung und Vergegenwärtigung: Asien im Sucher der Schweizer Fotografie (1924-1966) 08.11.2011 Historisches Seminar, Universität Luzern, Switzerland Müller Angela;
Forschungskolloquium zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Talk given at a conference Audiovisuelle Repräsentationen der 3. Welt im deutschsprachigen Raum - mediale Kontexte der Nachkriegszeit 08.11.2011 Universität Luzern, Switzerland Rauh Felix;


Self-organised

Title Date Place
Wahrnehmung und mediale Inszenierung von Hunger im 20. Jahrhundert 30.08.2013 Luzern, Switzerland
Globale Bilder. Lokale Wirkung. Panel an den 3. Schweizer Geschichtstagen 09.02.2013 Universität Fribourg, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Filme zur Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit in der Schweiz German-speaking Switzerland 2012

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
180486 Südasien im Sucher. Fotopublikationen im deutschsprachigen Raum 1920-1980 01.06.2018 Publication grants
178721 Bewegte Bilder für eine entwickelte Welt 01.05.2018 Publication grants

Abstract

Reisefotografien und Filme, die Menschen aus fernen Ländern und ihre „exotischen“ Lebenswelten zeigen, erfreuten sich während des ganzen 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum grosser Popularität. In Illustrierten und Büchern, im Kino, in der Schule oder im Fernsehen wurden jahrzehntelang Bilder aus Afrika, Asien und Lateinamerika verbreitet, die den hier lebenden Menschen vermeintlich authentische Eindrücke fremder Kulturen vermittelten und die Vorstellungen kolonialer und postkolonialer Realitäten stark beeinflussten, ohne dass sie sich dessen oft selber gewahr wurden.Im Zentrum des Forschungsprojekts stehen acht Reisefotografen und Dokumentarfilmer aus der Schweiz, deren visuelles Schaffen in den ganzen deutschsprachigen Raum ausstrahlte. Über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren bereisten diese wirkungsmächtigen Bildproduzenten Weltgegenden, die den meisten Zeitgenossen noch nicht zugänglich waren. Im Projekt werden Produktions-, Distributions- und Rezeptionskontexte vor dem Hintergrund sich verändernder Mediensysteme untersucht. Die Rolle der Personen und Institutionen, die an den verschiedenen Prozessen beteiligt waren, interessiert ebenso, wie die Funktion und Bedeutung der Bilder selber. Die Fotografien und Filme werden als konstruierte Fremdbilder aussereuropäischer Kulturen verstanden, die immer auch Selbstbilder sichtbar werden lassen. In einer Langzeitperspektive soll nach Kontinuitäten und Wandel von Sehgewohnheiten und Wahrnehmungskonventionen gefragt werden. Andererseits beschäftigt sich das Projekt im Sinne des jungen Ansatzes der Visual History auch mit der performativen Rolle von Bildern als Gestalter von Wahrnehmungskonventionen und als Ausgangspunkt von Handlungen in direkter Folge von Bildpräsentationen.Mit der geplanten kulturhistorischen Untersuchung möchte das Projekt eine Forschungslücke schliessen, die im Schnittpunkt der historischen Bildwissenschaften, der Postcolonial Studies und der Untersuchung von Medienpraxen im deutschprachigen Raum klafft. Für den wissenschaftlichen Meinungsaustausch konnten Partner aus verschiedenen Disziplinen ge-wonnen werden. Das relativ neue Forschungsfeld, das sich erst allmählich in der Universitätsland-schaft zu etablieren beginnt, führt dazu, dass es sich dabei mehrheitlich um jüngere, innovative For-scher handelt, die nicht ausschliesslich an Universitäten tätig sind.
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