Project

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Von der Präsentation zum Wissen. Athanasius Kircher und die Sichtbarmachung der Welt

Applicant Burkart Lucas
Number 133723
Funding scheme SNSF Professorships
Research institution
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.04.2011 - 31.03.2013
Approved amount 675'406.00
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All Disciplines (4)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Philosophy
Visual arts and Art history
Ecclesiastical history

Keywords (6)

Genese von Wissensgesellschaft; Kulturgeschichte des Wissens; Intellectual History; Wissenschaftsgeschichte; Sammlungstheorie; Kulturökonomie

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Im Zentrum des Projektes stehen zwei Publikationsvorhaben.1. Athanasius Kircher, Giorgio de Sepi, Romani Collegii Societatis Jesu Musaeum Celeberrimum …, Amsterdam 1678.Im Rahmen einer Faksimile-Edition ausgewählter Werke Athanasius Kirchers zeichnet die Forschergruppe für oben genannten Band verantwortlich. Sie verfassen eine ausführliche wissenschaftliche Einleitung, die den Zugang zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Werk ebnen soll.Der Band ist vom Standpunkt einer Kulturgeschichte des Wissens in der frühen Neuzeit von grosser Bedeutung. Er bearbeitet nicht wie die meisten Werke Kirchers ein Spezialgebiet, sondern reflektiert die Interaktion der thematischen Breite und der epistemischen Modi der zeitgenössischen Wissenskultur. Indem er sich als Spiegel des Objektbestandes in Kirchers Musaeum ausgibt, reflektiert er die epistemische Bedeutung von Sammeln, Konservieren und Präsentieren des Wissens in der Tradition der fürstlichen Kunst- und Wunderkammern ebenso wie in derjenigen wissenschaftlicher Experimentierstuben und "Labors". Dabei gelingt es Kircher, die Vielfalt der zeitgenössischen Wissenskultur nicht nur nebeneinander vorzuführen; vielmehr leistet er im Medium des gedruckten Buches die Verknüpfung dieser unterschiedlichen, zum Teil auch widersprüchlichen epistemischen Modi. Der Band imaginiert in Bild und Text einen vollkommenen Wissensraum, in dem der Leser vom Verfasser willkommen geheissen (vgl. Abbildung 1) und auf einen "virtuellen Rundgang" durch die Sammlung im Collegio Romano mitgenommen wird.Darüber hinaus die Publikation einige bisher nicht untersuchte Fragen zur Entstehungsgeschichte des Werkes und zum kulturellen Umfeld des Museums und der dort zusammenlaufenden Wissensströme klären.2. L. Burkart, T. Asmussen, L. Fasol, H. Rössler, Theatrum Kircherianum. Kultur und Inszenierung von Wissen im Rom des 17. JahrhundertsAngesichts der thematischen Breite und eines universalen Wissenschaftsverständnis bei Kircher erscheint der Anspruch vollständiger materieller Bewältigung illusorisch. Die Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur zeigt, dass auch Tagungsbände die Bedeutung Kirchers zwar in seiner Breite zu beschreiben, aber kaum synthetisierend zu analysieren vermögen. Daraus ist der Entschluss erwachsen, eine Sammlung exemplarischer Fallanalysen zu verfassen. Dieser Band beleuchtet, thematische Breite, ästhetische Präsentation und kommunikativen Zusammenhänge der "Wissensfabrik Kircher" ebenso, wie er die sozio-politische Funktionalisierung und ökonomischen Entstehungsbedingungen reflektiert und somit einen Beitrag zu einer methodisch reflektierten Kulturgeschichte des Wissens in der früh
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Bestandsaufnahme als Science Fiction. Gegenwart und Zukunft der Wissenschaften in Johann Daniel Majors ›See-Farth nach der Neuen Welt ohne Schiff und Segel‹ (1670)
Rössler Hole (2013), Bestandsaufnahme als Science Fiction. Gegenwart und Zukunft der Wissenschaften in Johann Daniel Majors ›See-Farth nach der Neuen Welt ohne Schiff und Segel‹ (1670), in Heinecke Berthold (ed.), Weidler, Berlin, 197-224.
Character Masks of Scholarship. Self Fashioning and Self-Experimenting as Practices of Knowledge Around 1770
Rössler Hole (2013), Character Masks of Scholarship. Self Fashioning and Self-Experimenting as Practices of Knowledge Around 1770, in Holenstein André et al. (ed.), Brill, Leiden, 459-480.
Residenz der Musen. Das barocke Schloss als Wissensraum (= Rudolstädter Schriften zur Residenzkultur, Bd. 7)
Rössler Hole, Heinecke Berthold Schock Flemming (ed.) (2013), Residenz der Musen. Das barocke Schloss als Wissensraum (= Rudolstädter Schriften zur Residenzkultur, Bd. 7), Lukas Verlag, Berlin.
Die Kunst des Augenscheins. Praktiken der Evidenz im 17. Jahrhundert
Rössler Hole (2012), Die Kunst des Augenscheins. Praktiken der Evidenz im 17. Jahrhundert, LIT Verlag, Berlin.
Epochale Ordnung und kulturhistorische Forschung oder Francesco Petrarca fotografiert das Mittelalter und hinterlässt (auch) der Kulturgeschichte ein hölzernes Pferd ...
Burkart Lucas (2012), Epochale Ordnung und kulturhistorische Forschung oder Francesco Petrarca fotografiert das Mittelalter und hinterlässt (auch) der Kulturgeschichte ein hölzernes Pferd ..., in Historische Anthropologie, 20(2), 228-231.
Mechanische Hand und künstliches Auge. Zur Technikanthropologie ›objektiver Bilder‹ im 17. Jahrhundert“.
Rössler Hole (2012), Mechanische Hand und künstliches Auge. Zur Technikanthropologie ›objektiver Bilder‹ im 17. Jahrhundert“., in Rheinsprung 11 - Zeitschrift für Bildkritik, 3, 44-65.
Utopie der Bildung. Der Entwurf einer ›Polymathia experimentalis‹ in Johann Daniel Majors See-Farth nach der Neuen Welt/ ohne Schiff und Segel (1670)
Rössler Hole (2012), Utopie der Bildung. Der Entwurf einer ›Polymathia experimentalis‹ in Johann Daniel Majors See-Farth nach der Neuen Welt/ ohne Schiff und Segel (1670), in Schock Flemming (ed.), De Gruyter, Berlin, 191-220.

Scientific events



Self-organised

Title Date Place
Workshop Musaeum celeberrimum 07.06.2011 Berlin, Germany
Unnötige Verschulung oder notwendige Strukturierung? Perspektiven des Promotionsstudiums in den Geschichtswissenschaften 08.04.2011 Bern, Switzerland

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
114750 Von der Präsentation zum Wissen. Athanasius Kircher und die Sichtbarmachung der Welt 01.04.2007 SNSF Professorships

Abstract

Aufbauend auf den bisher erzielten Forschungsergebnissen entwickelt das Projekt über die im ursprünglichen Antrag formulierten Fragen und Ziele hinaus das Anliegen einer Kulturgeschichte des Wissens in der frühen Neuzeit weiter. Die Untersuchung zu Kircher eignet sich hierfür aus zwei Gründen: zum einen nimmt sie Wissensdiskurse in ihrer zeitgenössischen Relevanz in den Blick, zum anderen vermeidet sie die historiographischen Fallen einer ideengeschichtlich geprägten Wissenschaftsgeschichte und deren Frage nach der Gültigkeit historischer Wissensbestände für die modernen Wissenschaften.Die Überlegungen des Luzerner Forschungsteams, dessen Profil international wahrgenommen wird, sollen in zwei konkrete Publikationsvorhaben fliessen. Ertstens in die Herausgabe eines Werkes Kirchers, zu dem eine ausführliche wissenschaftliche Einleitung verfasst, und die im Rahmen einer umfassend angelegten, von der Gerda Henkel-Stiftung geförderten Faksimile-Edition erscheinen wird. Zweitens in eine Sammlung exemplarischer Kurzanalysen zu Kirchers Wissenskosmos und Wissenschaftsverständnis. Dieser Band wird thematische Breite, ästhetische Präsentation und kommunikativen Zusammenhänge der Wissensgenese ebenso beleuchten, wie darin die sozio-politische Funktionalisierung und ökonomischen Entstehungsbedingungen der Wissensproduktion bei Kircher reflektiert werden. Damit leistet er einen Beitrag zu einer methodisch reflektierten Kulturgeschichte des Wissens in der frühen Neuzeit.Am 2007 bewilligten Forschungsprojekt sind zwei Qualifikationsschriften angesiedelt. Die Dissertation von Tina Asmussen wird nach heutigem Kenntnisstand im April kommenden Jahres bei der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern eingereicht, so dass sie das Promotionsvorhaben innerhalb der regulären Anstellungszeit durchlaufen wird. Die Habilitationsschrift von Hole Rössler ist auf gutem Weg und ihre Fertigstellung ist für den Juni 2013 vorgesehen. Die Verlängerung des Projektes würde somit auch den Anliegen strukturierter Nachwuchsförderung nachkommen.
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