Project

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Strafverfahren im Wandel: Mittelbare Beweisführung und Zeugeneinvernahmeprotokolle

English title The Changing Face of Criminal Trial: Indirect Procedures of Taking Evidence and Records of Witnesses' Interrogation
Applicant Capus Nadja
Number 133714
Funding scheme SNSF Professorships
Research institution Juristische Fakultät Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Legal sciences
Start/End 01.11.2011 - 31.10.2015
Approved amount 1'455'285.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Legal sciences
Sociology
Psychology

Keywords (6)

empirical criminology; legal psychology; sociology; criminal procedure; transcription; protocol

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Ziel des kriminologischen Projekts ist die Erforschung der theoretischen und empirischen Zusammenhänge zwischen Protokollierungsmethoden und richterlicher Urteilsfindung im Rahmen von Strafverfahren. Gerade der Protokollierung der Vernehmung, welche als „Herzstück der Ermittlungsarbeit“ gilt, kommt im Rahmen der gesetzlichen Dokumentationspflicht grosse Bedeutung zu. Ausgehend von dieser zentralen Dokumentationspflicht und der spezifischen Scharnierfunktion, die die Einvernahmeprotokolle einnehmen zwischen der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung und der freien Beweiswürdigung der Richterinnen und Richter, ist das Forschungsinteresse hauptsächlich auf die Herstellung von Protokollen sowie den Umgang damit und ihre Wirkung im Rahmen der richterlichen Beweiswürdigung gerichtet. 

In der Schweiz wird vornehmlich schriftlich protokolliert. Verschiedene Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Schriftprotokolle mit verschiedenen Mängeln behaftet sein können: Auslassungen, Ungenauigkeiten/Anpassungen, um ein widerspruchfreies, „gut lesbares“ Protokoll zu erhalten, fehlerhaften Interpretationen, den Sinn verändernden Zusammenfassungen etc. Hinzu kommt, dass die Hürde für die Gerichte relativ hoch zu sein scheint ein Einvernahmeprotokoll erstens als mangelhaft zu bewerten und ihm zweitens gar den Beweiswert aufgrund dieser Mängel ganz abzusprechen. Mangelhafte Protokollierungen verfälschen jedoch sehr leicht die Urteilsbasis massiv und können damit geradewegs zu Justizirrtümern führen. Die Bedeutung der Einvernahmeprotokolle steigt zudem, wenn beispielsweise Zeugen nicht mehr unmittelbar vom Richter gehört werden, sich dieser nur noch auf der Grundlage des Protokolls „ein Bild“ macht. Das trifft auf alle Verfahrensformen zu, die - in Abkehr vom klassisch zweigeteilten Strafverfahren hin zu vereinfachten Formen (Strafbefehlsverfahren, vereinfachte Verfahren) bzw. der generellen Durchführung von  Aktenzirkulation - keine direkte richterliche Befragungsmöglichkeit vorsehen. 

Manche Befürworter sehen in der audiovisuellen Aufzeichnung eine gute Alternative zum Schriftprotokoll, weil damit der Informationsverlust – der empirisch belegt ist – bei der schriftlichen Protokollierung verhindert werden kann; zudem verringert sich das Risiko von Fehlurteilen in Form von falschen Freisprüchen aufgrund von Zeugenaussagen, die vor Gericht anders gemacht werden als bei der polizeilichen Einvernehmungen und deshalb als unglaubwürdig gelten.  Allerdings ist bei Videoaufzeichnungen bis heute ungeklärt, wie mit informellen Gespräche und nicht aufgezeichneten Gesprächssequenzen umzugehen ist. Weiter gilt es die Tatsache zu berücksichtigen, dass Videoaufnahmen selbst in Rechtsordnungen, in welchen sie generell gesetzlich vorgeschrieben sind, von den Gerichten sehr selten verwendet werden. Stattdessen scheint wiederum die schriftliche Zusammenfassung des Aufzeichnungsinhalts von enormer Bedeutung zu sein. Für sie spricht in der Praxis offenbar die Tatsache, dass ihre Lektüre wesentlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als die Visionierung der entsprechenden Videobänder.

Das Projekt umfasst eine empirische Erhebung des Status quo der Protokollierungsweisen in der Schweiz, wie sie vor der Einführung der neuen eidgenössischen Strafprozessordnung geherrscht haben und wie sie drei Jahre nach der Einführung der neuen eidgenössischen Strafprozessordnung allenfalls geändert wurden: Die Art und Weise der Protokollierung steht traditionell im weitgehenden Ermessen kantonaler Behörden. Verlangt wird nun nach neuer eidgenössischer Regelung lediglich, dass Aussagen „laufend“ und in der Verfahrenssprache zu protokollieren sind (Art. 78 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). Immerhin sind „wesentliche“ Aussagen „soweit möglich“ in der Sprache der einvernommenen Person und zudem „entscheidende“ Fragen und Antworten wörtlich zu protokollieren (Art. 78 Abs. 2 Halbsatz 2 und Abs. 3 StPO). Laut Botschaft zur eidgenössischen Strafprozessordnung sei in der Schweiz die Praxis üblich, dass Fragen und Antworten grundsätzlich nicht wörtlich, und auch die Praxis, dass ohne Wiederholung der Frage nur die Antwort oder zusammenfassend mehrere Antworten protokolliert werden. Dabei hängt der Beweiswert eines Protokolls entscheidend davon ab, dass und wie Fragen und Vorhalte mitprotokolliert werden. International ist ein steigendes Interesse an der Überprüfung verschiedener Einvernahmedokumentationsarten und ihrer Wirkungsweise zu verzeichnen. Neben dem Studium dieser relevanten Forschungen, werden im Rahmen des eigenen Projekts mögliche unterschiedliche Auswirkungen auf den Verfahrensausgang mittels eigener sozialwissenschaftlicher Experimente untersucht. Dabei wird die Videoaufzeichnung mit verschiedenen Arten von Schriftprotokollen verglichen. Damit werden Erkenntnisse gewonnen und eine Faktenbasis geschaffen für zukünftige Gesetzesrevisionen und Aus- und Weiterbildungen von Angehörigen der Justiz und der Polizei.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die Belehrung über das Schweigerecht: Ein leeres Versprechen?
Capus Nadja, Stoll Mirjam, Studer David (2016), Die Belehrung über das Schweigerecht: Ein leeres Versprechen?, in Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, 99(1), 42-57.
Stärkung der Verteidigungsrechte durch die Schweizerische Strafprozessordnung? Eine Analyse von Einvernahmeprotokollen
Capus Nadja, Studer David (2016), Stärkung der Verteidigungsrechte durch die Schweizerische Strafprozessordnung? Eine Analyse von Einvernahmeprotokollen, in forum poenale, 9(2), 103-109.
Die geschädigte Person, das Legalitäts- und Opportunitätsprinzip
Capus Nadja (2015), Die geschädigte Person, das Legalitäts- und Opportunitätsprinzip, in Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, 131(4), 408-425.
“Ich ermördere Dich. Es gibt keine Gesetze für Vito. Vitogesetze“ - Theorie und Empirie zur Herstellung von Schriftprotokollen in Strafverfahren
Capus Nadja (2014), “Ich ermördere Dich. Es gibt keine Gesetze für Vito. Vitogesetze“ - Theorie und Empirie zur Herstellung von Schriftprotokollen in Strafverfahren, in Justice-Justiz-Giustizia , (3), 1-14.
Der Umgang mit der Verbrechenswahrscheinlichkeit in der Sicherheitsgesellschaft – unter besonderer Berücksichtigung der Kriminalprognose
Capus Nadja (2014), Der Umgang mit der Verbrechenswahrscheinlichkeit in der Sicherheitsgesellschaft – unter besonderer Berücksichtigung der Kriminalprognose, in Arbeitsgemeinschaft Strafrecht im DAV (D) / Forum Strafverteidigung (CH) / Organisationsbüro Strafve (ed.), Neuer wissenschaftlicher Verlag, Wien, 53-94.
Einvernahmeprotokolle: Der Stil beeinflusst die Richter
Capus Nadja Hohl Zürcher Franziska (2014), Einvernahmeprotokolle: Der Stil beeinflusst die Richter, in plädoyer, 32(6), 30-35.
Lesen und Unterzeichnen von Einvernahmeprotokollen im Vor- und Hauptverfahren.
Capus Nadja, Stoll Mirjam (2013), Lesen und Unterzeichnen von Einvernahmeprotokollen im Vor- und Hauptverfahren., in Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, 131(2), 195-217.
Personalbeweise in Strafverfahren
Capus Nadja (2012), Personalbeweise in Strafverfahren, in Aktuelle Juristische Praxis, 2012(8), 1035-1039.
Schriftprotokolle im Strafverfahren: „der todte Buchstabe ist noch immer nicht das lebendige Wort selbst“
Capus Nadja (2012), Schriftprotokolle im Strafverfahren: „der todte Buchstabe ist noch immer nicht das lebendige Wort selbst“, in Basler Juristische Mitteilungen, 2012(4), 173-192.
Die Kompetenz zur Einvernahme im Vorverfahren
Capus Nadja, Albrecht Peter, Die Kompetenz zur Einvernahme im Vorverfahren, in forum poenale, 2012(5).
Protokolle von Vernehmungen im Vergleich und Rezeptionswirkungen in Strafverfahren
Capus Nadja, Stoll Mirjam Vieth Manuela, Protokolle von Vernehmungen im Vergleich und Rezeptionswirkungen in Strafverfahren, in Zeitschrift für Rechtssoziologie, 34(1), 195-222.
Protokolle von Vernehmungen im Vergleich und Rezeptionswirkungen in Strafverfahren
Capus Nadja, Stoll Mirjam, Vieth Manuela, Protokolle von Vernehmungen im Vergleich und Rezeptionswirkungen in Strafverfahren, in Zeitschrift für Rechtssoziologie.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
University of Amsterdam, Faculty of Arts Netherlands (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Universität Zürich Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Hochschule Luzern Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
- Exchange of personnel

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Reporting police interrogations: writing, sound and image Talk given at a conference Impact and Effects of Police Records in Criminal Law Procedures 02.12.2014 Amsterdam, Netherlands Institute for the Study of Crime and Law Enforcement, Netherlands Capus Nadja; Hohl Zürcher Franziska;
Forum Strafverfahren im Wandel Individual talk Einvernahmeprotokolle und Urteilsfindung 13.11.2014 Universität Basel, Juristische Fakultät, Switzerland Hohl Zürcher Franziska;
Rollendiffusion in der Strafjustiz, im Vollzug therapeutischer Massnahmen und in der forensischen Psychiatrie Talk given at a conference Die Verlagerung der Verantwortung: Fahrlässigkeitshaftung für fehlerhafte Prognosen kritisch hinterfragt 05.11.2014 Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Switzerland Capus Nadja;
Obstacles to Fairness Talk given at a conference Written Records of Examination Hearings: Obstacles to Fairness in Criminal Proceedings? 04.09.2014 Universität, Zürich, Switzerland Capus Nadja;
Letzte Worte / Letzter Wille Talk given at a conference „Opening up closings“ im Strafverfahren. Das letzte Wort und die Entscheidung über den Zeitpunkt des Verfahrensabschlusses 25.07.2014 Universität, Frankfurt am Main, Germany Stoll Mirjam;
Das Wissen der Zukunft Individual talk Zukunftswissen im Strafrecht 21.05.2014 ETH, Zürich, Switzerland Capus Nadja;
HOW OBJECTIVE CAN JUDGES BE: Legal Rule, Evidence, Narratives, Society Talk given at a conference Written Records in Criminal Law Trials 15.05.2014 Universität, Antwerpen, Belgium Capus Nadja;
Tagung für Wissenschaftler/innen in der disziplinenübergreifenden Rechtsforschung Talk given at a conference Beschleunigungsstrategien in Strafverfahren: Wie die Staatsanwaltschaft Strafbefehlsfähigkeit herstellt 11.10.2013 Berlin, Germany Stoll Mirjam;
Doktorandenkolloquium der Universität Bern Individual talk Wie sich formale Merkmale von Einvernahmeprotokollen auf die Rezeption der Aussagen auswirken 09.10.2013 Bern, Switzerland Hohl Zürcher Franziska;
3-Länder-Forum Strafverteidigung Talk given at a conference Der Umgang mit der Verbrechenswahrscheinlichkeit 15.06.2013 Zürich, Switzerland Capus Nadja;
Jahrestagung der Schweizerischen Kriminalistischen Gesellschaft Talk given at a conference Die geschädigte Person und das Legalitäts- und Opportunitätsprinzips 06.06.2013 Pfäffikon, Switzerland Capus Nadja;
Forum: Strafverfahren im Wandel Individual talk Einvernahmen mit Dolmetschereinsatz 04.04.2013 Basel, Switzerland Stoll Mirjam;
Doktorandenkolloquium der Universität Basel Individual talk Wie funktioniert beschleunigtes Recht Sprechen? 26.11.2012 Basel, Switzerland Stoll Mirjam;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Weiterbildungsveranstaltung der Basellandschaftlichen Richtervereinigung Talk 19.06.2015 Hölstein, Switzerland Hohl Zürcher Franziska;
Problemstellungen bei der Befragung von Personen im (Straf-)Verfahren Talk 18.03.2015 Bern, Switzerland Hohl Zürcher Franziska;
Harmonisierung des Justizdolmetscherwesens in der Schweiz Talk 12.03.2015 Olten, Stadttheater, Switzerland Capus Nadja;
Forum Strafverfahren im Wandel / Der Einfluss von formalen Protokollmerkmalen auf die Interpretation des Inhalts. Ergebnisse einer Richterbefragung zu Einvernahmeprotokollen im Strafverfahren Talk 13.11.2014 Juristische Fakultät, Universität Basel, Switzerland Hohl Zürcher Franziska; Capus Nadja;
Einvernahme, Befragungstechnik, Aussageanalyse und Protokollierung Talk 11.11.2014 Gerzensee, Switzerland Capus Nadja; Hohl Zürcher Franziska;
Einvernahme, Befragungstechnik, Aussageanalyse und Protokollierung Workshop 11.11.2014 Gerzensee, Switzerland Hohl Zürcher Franziska; Capus Nadja;
Normalisierungen Talk 18.05.2014 Museum der Antike, Basel, Switzerland Capus Nadja;
Einvernahme, Befragungstechnik , Aussageanalyse (Würdigung von Aussagen) und Protokollierung Talk 27.02.2014 Gerzensee, Switzerland Capus Nadja;
Einvernahme, Befragungstechnik , Aussageanalyse (Würdigung von Aussagen) und Protokollierung Workshop 27.02.2014 Gerzensee, Switzerland Capus Nadja; Vieth Manuela;
Personalbeweise in Strafverfahren: Veranstaltung der Weiterbildungsreihe "Recht aktuell" Talk 11.05.2012 Universität Basel , Switzerland Capus Nadja;


Self-organised

Title Date Place
Forum Strafverfahren im Wandel / Einvernahmeprotokolle: Berechtigte Ansprüche und falsche Erwartungen 24.11.2014 Juristische Fakultät, Universität Basel, Switzerland
Forum Strafverfahren im Wandel / Gute richterliche Entscheidungsbildung: Besser auf der Basis eigener Befragung oder der Protokolllektüre? 23.10.2014 Universität, Basel, Switzerland
Forum Strafverfahren im Wandel / Audiovisuelle und akustische Dokumentation und ihre Verschriftlichung bei polizeilichen Einvernahmen 18.09.2014 Universität, Basel, Switzerland
Forum Strafverfahren im Wandel / ‘Ey so'ne Frage, ehm, weiss nicht‘: Die besonderen Herausforderungen bei der Protokollierung von Einvernahmen minderjähriger Beschuldigten 08.05.2014 Universität Basel, Switzerland
Forum Strafverfahren im Wandel / Dolmetschereinsatz im Vorverfahren. Erste Ergebnisse der Analyse von Strafverfahrensakten aus vier Kantonen 24.04.2014 Universität, Basel, Switzerland
Forum Strafverfahren im Wandel / Die Bedeutung der Unmittelbarkeit der Beweiserhebung - ein Vergleich der Rechtslage in Deutschland und in der Schweiz 20.03.2014 Universität, Basel, Switzerland
Forum Strafverfahren im Wandel / Beurteilung der Zuverlässigkeit und Glaubhaftigkeit von Aussagen – diagnostische Methoden und deren Voraussetzungen 26.02.2014 Universität, Basel , Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: radio, television Harmonisierung der Justizdolmetscher SRF1 German-speaking Switzerland 2015
Media relations: print media, online media Man hält Menschen gefangen für Morde ohne Leiche Wochenzeitung German-speaking Switzerland 2015
Media relations: print media, online media So beeinflussen Polizei-Protokolle die Richter 20 Minuten German-speaking Switzerland 2014
Print (books, brochures, leaflets) How court records can influence sentencing International 2013
Print (books, brochures, leaflets) Wie Protokolle Urteile beeinflussen können German-speaking Switzerland 2013
Media relations: radio, television Gewalt gegen Beamte DRS 2 Kontext German-speaking Switzerland 2012

Awards

Title Year
Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Parlamentsfragen für wissenschaftliche Arbeiten zu Parlamentsfragen 2015

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
159274 Strafverfahren im Wandel: Mittelbare Beweisführung und Zeugeneinvernahmeprotokolle 01.11.2015 SNSF Professorships
159274 Strafverfahren im Wandel: Mittelbare Beweisführung und Zeugeneinvernahmeprotokolle 01.11.2015 SNSF Professorships
177117 Beschleunigungsstrategien der Strafjustiz. Eine empirische Studie zum Strafbefehlsverfahren in der Schweiz 01.10.2017 Publication grants
108950 Strafrecht und Souveränität: Beidseitige Strafbarkeit - ein Anachronismus? 01.08.2005 Fellowships for advanced researchers

Abstract

Das Forschungsprojekt gehen von der These aus, dass die Art und Weise der Erstellung von Einvernahmeprotokollen durch Polizei und Staatsanwaltschaft insbesondere im Rahmen von Strafverhandlungen, in denen das Gericht Zeugen nicht direkt hört, enorme Bedeutung erhält. Mit den geplanten Forschungsarbeiten werden die theoretischen und empirischen Erkenntnisse ermittelt, die notwendig sind für eine Antwort auf die Frage, inwiefern Protokollhersteller (Staatsanwaltschaft und Polizei) und Protokollverwender (Gerichte) zukünftig instruiert und weitergebildet, ob die relevanten Normen der ersten eidgenössischen Strafprozessordnung nicht revidiert werden müssten.
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