Project

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Geistliches Erzählen. Erscheinungsformen und Überlieferungsgeschichte religiöser Kleinepik

English title Religious tales. Textual forms and transmission history
Applicant Eichenberger Nicole Andrea
Number 133459
Funding scheme Fellowships for prospective researchers
Research institution Handschriftenzentrum Universitätsbibliothek Universität Leipzig
Institution of higher education Institution abroad - IACH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.09.2010 - 31.10.2011
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All Disciplines (3)

Discipline
German and English languages and literature
Visual arts and Art history
Other languages and literature

Keywords (5)

religious communication; manuscript culture; transmission history; textual forms and genres; narratology

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ziele des ForschungsprojektsDie religiöse Kleinepik des späten 12. bis frühen 16. Jahrhunderts bildet einen wichtigen Bestandteil der mittelhochdeutschen Erzählliteratur. Dennoch wurde sie von der Forschung bisher wenig beachtet. Das Projekt hat deshalb zum Ziel, sowohl die Strukturen und Funktionsweisen dieser Texte zu analysieren, als auch ihre Überlieferungsgeschichte an einzelnen Fallbeispielen aufzuarbeiten.Kontext und Bedeutung des ProjektsDas Projekt greift zwei Bereiche auf, die in der gegenwärtigen mediävistischen Forschung eine bedeutende Rolle spielen. Zum einen ist dies die Frage nach dem Verhältnis von literarischer und religiöser Kommunikation. Anhand der geistlichen Erzählungen - die sehr oft die Wundertätigkeit heiliger Personen zum Thema haben - lässt sich aufzeigen, wie religiöse Inhalte im literarischen Diskurs vermittelt werden, wie Transzendentes in einem Text präsent gemacht wird, und welche spezifische Leistung narrative Texte bei der Vermittlung transzendenter Inhalte erbringen. Zum anderen kann die Aufarbeitung der Überlieferungsgeschichte geistlicher Erzählungen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Manuskriptkultur und der Rezeptionsgeschichte mittelalterlicher Literatur leisten. Aufgrund ihrer Kürze sind die geistlichen Erzählungen meist in Sammelhandschriften überliefert. Diese Handschriften weisen unterschiedliche Sammelprofile auf. So sind geistliche Erzählungen sowohl mit anderen literarischen Werken, als auch mit theologischen, juristischen, naturkundlichen Texten, mit Gebrauchsliteratur und Erbauungsliteratur überliefert. Zum einen geben die Sammelprofile der Handschriften Hinweise darauf, welche Personen in welchen Kontexten geistliche Erzählungen rezipiert haben könnten; zum anderen ist auch davon auszugehen, dass der Überlieferungskontext die Lektüre einer Erzählung beeinflusst und je anders akzentuiert hat. Diese Phänomene werden zunächst auf der Ebene der Einzeltexte untersucht; die Zusammenstellung mehrerer Fallbeispiele lässt in einem zweiten Schritt auch Rückschlüsse auf Tendenzen der Überlieferung über die Jahrhunderte hinweg zu. So ergibt sich ein komplexes Bild der Rezeptionskontexte geistlicher Erzählungen und ihrer historischen Bedeutung.Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie Die überlieferungsgeschichtliche Untersuchung erfordert eine intensive Beschäftigung mit den mittelalterlichen Original-Handschriften. Deshalb ist in methodologischer Hinsicht die Verbindung der Grundlagenforschung am handschriftlichen Material (Kodikologie, Paläographie) mit literaturwissenschaftlichen Methoden (Narratologie, Diskursanalyse, Rezeptionsästhetik) für das Projekt von zentraler Bedeutung.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Publications

Publication
Lesen jenseits der Schrift. Das ‚Buch mit den farbigen Tuchblättern der Beatrix von Inzigkofen‘ und das Exempel von den ‚Drei Buchstaben‘
Eichenberger Nicole, Lesen jenseits der Schrift. Das ‚Buch mit den farbigen Tuchblättern der Beatrix von Inzigkofen‘ und das Exempel von den ‚Drei Buchstaben‘, in ZfdA, 141 (2012).

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
8. Graduiertentreffen Germanistische Mediävistik Oxford – Freiburg i. Br. – Fribourg – Genève in Oxford 14.03.2011 Oxford (England)
Codex und Geltung. Jahrestagung des Mediävistischen Arbeitskreises der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel 04.11.2010 Wolfenbüttel
Doktorandenkolloquium von Prof. Dr. Franz-Josef Holznagel (Universität Rostock) 02.11.2010 Rostock


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Vom zwölfjährigen Mönchlein und der Sultanstochter im Blumengarten International 02.11.2010

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