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Schweizer Fremdenlegionäre im Indochina- und im Algerienkrieg (1945-1962)

English title Swiss Foreign Legionaries in the War of Indochina and Algeria (1945-1962)
Applicant Mooser Josef
Number 131909
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Swiss history
Start/End 01.10.2010 - 31.03.2014
Approved amount 271'095.00
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Keywords (15)

Fremder Kriegsdienst; Französische Fremdenlegion; Schweizer Legionäre; Schweizer Sozialgeschichte; Armut; Auswanderung; Kolonialkrieg; Kollektivbiographie; Swiss Social History; Emigration; French Foreign Legion; Colonial War; Swiss Legionaries; Prosopography; Foreign War Service

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Die französische Fremdenlegion fasziniert und ist in der Lebenswelt und in der entstehenden Massenkultur seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts omnipräsent. Edith Piaf mit "Mon légionnaire" (1938) und Freddy Quinn mit dem Schlager "Mein Legionär" (1958) formulieren Hits, die in der Gesellschaft bestehende Sensibilitäten aufnehmen, verbreiten und gleichzeitig die Jugend prägen. Unser kollektivbiographisches Forschungsprojekt wird erstens Antworten liefern auf die Frage, warum gegen 2'000 junge Schweizer der Schweiz den Rücken kehren und in einen Kolonialkrieg ziehen. Eine ausserordentlich günstige Quellenlage, d.h. Untersuchungsakten militärischer und politischer Instanzen in Bern, kann heute dem Forscher Werkzeuge in die Hand geben, um dem "Warum" des Wegzugs auf den Grund zu gehen. Wir hüten uns vor monokausalen Erklärungen ("Abenteuerlust", "Arbeitslosigkeit", "Straffälligkeit") und bevorzugen in unserer sozialhistorischen Studie Erklärungsmuster, die sowohl vielfältige "push-Faktoren" der damaligen Schweiz als auch "pull-Faktoren" der imaginären neuen Welt in Betracht ziehen. o Wir werden zweitens nach der sozialen Herkunft/Identität des Schweizer Legionärs fragen, zirkulieren doch aufgrund von Einzelfällen aus früheren Epochen immer wieder Bilder von Schweizern aus besserem Hause, die in der Legion einen "Neuanfang" gesucht haben. Als Vergleich und Vorbild bei der Annäherung an das Profil des Schweizer Legionärs dient uns eine Studie zu den deutschen Legionären, die aus dem zerbombten Nachkriegsdeutschland stammen, einer Gesellschaft, die wenig mit der fast intakten Schweiz zu tun hatte. o Drittens fragen wir nach dem Kriegserlebnis, dem täglichen "Leben und Sterben" in der Legion sowie dem Blick des Legionärs auf den "Fremden". Ausgehend von den Aussagen der Legionäre vor der Schweizer Militärjustiz oder in Publikationen wollen wir die Sicht der Freiwilligen mit den Rapporten französischer Dienststellen zum Legionsalltag (Truppenmoral, Desertionen, Verluste) vergleichen und auch Berichte des IKRK heranziehen, die die damals praktizierte systematische Folter und Politik der verbrannten Erde bezeugen. o In einem vierten Schritt untersuchen wir die Rückkehr in die Schweiz, die Strafverfahren der Militärjustiz und die erfolgte bzw. misslungene Integration. Da dieses "Leben nach der Legion" anhand der Archivquellen nur sehr lückenhaft rekonstruierbar ist, greifen wir zur Ergänzung zu "mündlichen Erhebungen" bei Zeitzeugen; mit ungefähr 25 Oral History Interviews, die keine Repräsentativität beanspruchen, soll diese Rückkehr ins Zivilleben und der Versuch, in der Schweiz nun Tritt zu fassen, nachgezeichnet werden.Grundlage unserer schrittweisen Annäherung an den Schweizer Legionär der beiden Kolonialkriege ist eine Datenbank, die wir in der ersten Phase des Projektes mit "Sozialindikatoren" aus den konsultierten Quellen füttern, um dann in der analytisch-interpretativen Phase Berechnungen anzustellen, die uns den Zielen des Projektes - das soziobiographische Profil der Legionäre - näherbringen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Publications

Publication
"Magnet Fremdenlegion: 'Mein Sohn wollte schon immer in die weite Welt hinaus...'",
Huber. Peter (2011), "Magnet Fremdenlegion: 'Mein Sohn wollte schon immer in die weite Welt hinaus...'",, in An Lac Truong Dinh (ed.), Chronos, Zürich, 133-149.
Schweizer Legionäre im Indochina- und im Algerienkrieg (1945-1962)
Huber Peter, Schweizer Legionäre im Indochina- und im Algerienkrieg (1945-1962), Chronos-Verlag, Zürich.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Peschanski, Denis (Directeur de recherche, Centre d'histoire sociale du XXe siècle France (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Muracciole, Jean-François (Université Montpellier III) France (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Olivier Wieviorka (Ecole normale supérieure de Cachan) France (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Schweizer Legionäre im Indochina- und Algerienkrieg Individual talk Schweizer Legionäre im Indochina- und Algerienkrieg 08.04.2014 Luzern, Historisches Seminar , Switzerland Huber Peter;
Schweizer Legionäre im Indochina- und Algerienkrieg (1945-1962) Individual talk Schweizer Legionäre im Indochina- und Algerienkrieg (1945-1962) 09.12.2013 Basel, Departement Geschichte, Switzerland Huber Peter;
Das Sozialprofil des Schweizer Fremdenlegionärs Individual talk Das Sozialprofil des Schweizer Fremdenlegionärs 28.11.2013 Zürich, Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Switzerland Jaun Rudolf; Huber Peter;
Work in Progress. Arbeit in der Schweiz Talk given at a conference Solddienst als alternative Arbeitsform. Beispiel Fremdenlegion 14.11.2013 Zürich, Switzerland Huber Peter;
Schweizer Fremdenlegionäre (1945-1962) Individual talk Schweizer Fremdenlegionäre (1945-1962) 25.09.2013 Bern, Historisches Institut, Switzerland Huber Peter;


Self-organised

Title Date Place
Schweizer Söldner und Partisanen im 20. Jahrhundert 26.02.2014 St. Gallen, Universität, öffentl. Vorlesung Frühjahrssemester 2014, Switzerland
Schweizer in der französischen Fremdenlegion 26.09.2011 Basel, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
C'était la guerre. Les légionnaires suisses (Filmpräsentation zum Dokumentarfilm von Daniel Kunzi) 03.12.2013 La Chaux-de-Fonds, Cinéma, Switzerland Huber Peter;
C'était la guerre. Les légionnaires suisses (Filmpräsentation zum Dokumentarfilm von Daniel Kunzi) 15.10.2013 Carouge, Cinéma Bio, Switzerland Huber Peter;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Video/Film "C'était la guerre. Les Légionnaires suisses" Western Switzerland German-speaking Switzerland 2013

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
166935 Schweizer Fremdenlegionäre im Indochina- und im Algerienkrieg (1945-1962) 01.04.2016 Publication grants

Abstract

1) Zusammenfassung des ForschungsplanesDie französische Fremdenlegion fasziniert und ist in der Lebenswelt und in der entstehenden Massenkultur seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts omnipräsent. Edith Piaf mit "Mon légionnaire" (1938) und Freddy Quinn mit dem Schlager "Mein Legionär" (1958) formulieren Hits, die in der Gesellschaft bestehende Sensibilitäten aufnehmen, verbreiten und gleichzeitig die Jugend prägen. Unser kollektivbiographisches Forschungsprojekt wird erstens Antworten liefern auf die Frage, warum gegen 2'000 junge Schweizer der Schweiz den Rücken kehren und in einen Kolonialkrieg ziehen. Eine ausserordentlich günstige Quellenlage, d.h. Untersuchungsakten militärischer und politischer Instanzen in Bern, kann heute dem Forscher Werkzeuge in die Hand geben, um dem "Warum" des Wegzugs auf den Grund zu gehen. Wir hüten uns vor monokausalen Erklärungen ("Abenteuerlust", "Arbeitslosigkeit", "Straffälligkeit") und bevorzugen in unserer sozialhistorischen Studie Erklärungsmuster, die sowohl vielfältige "push-Faktoren" der damaligen Schweiz als auch "pull-Faktoren" der imaginären neuen Welt in Betracht ziehen. • Wir werden zweitens nach der sozialen Herkunft/Identität des Schweizer Legionärs fragen, zirkulieren doch aufgrund von Einzelfällen aus früheren Epochen immer wieder Bilder von Schweizern aus besserem Hause, die in der Legion einen "Neuanfang" gesucht haben. Als Vergleich und Vorbild bei der Annäherung an das Profil des Schweizer Legionärs dient uns eine Studie zu den deutschen Legionären, die aus dem zerbombten Nachkriegsdeutschland stammen, einer Gesellschaft, die wenig mit der fast intakten Schweiz zu tun hatte. • Drittens fragen wir nach dem Kriegserlebnis, dem täglichen "Leben und Sterben" in der Legion sowie dem Blick des Legionärs auf den "Fremden". Ausgehend von den Aussagen der Legionäre vor der Schweizer Militärjustiz oder in Publikationen wollen wir die Sicht der Freiwilligen mit den Rapporten französischer Dienststellen zum Legionsalltag (Truppenmoral, Desertionen, Verluste) vergleichen und auch Berichte des IKRK heranziehen, die die damals praktizierte systematische Folter und Politik der verbrannten Erde bezeugen. • In einem vierten Schritt untersuchen wir die Rückkehr in die Schweiz, die Strafverfahren der Militärjustiz und die erfolgte bzw. misslungene Integration. Da dieses "Leben nach der Legion" anhand der Archivquellen nur sehr lückenhaft rekonstruierbar ist, greifen wir zur Ergänzung zu "mündlichen Erhebungen" bei Zeitzeugen; mit ungefähr 25 Oral History Interviews, die keine Repräsentativität beanspruchen, soll diese Rückkehr ins Zivilleben und der Versuch, in der Schweiz nun Tritt zu fassen, nachgezeichnet werden.Grundlage unserer schrittweisen Annäherung an den Schweizer Legionär der beiden Kolonialkriege ist eine Datenbank, die wir in der ersten Phase des Projektes mit "Sozialindikatoren" aus den konsultierten Quellen füttern, um dann in der analytisch-interpretativen Phase Berechnungen anzustellen, die uns den Zielen des Projektes - das soziobiographische Profil der Legionäre - näherbringen.Wir vervollständigen die kollektivbiographische Studie mit der Rekonstruktion des Bildes, das sich Öffentlichkeit und Behörden vom Legionär zurechtlegen, d.h. mit der Wahrnehmung des "Legionärsübel" in der Schweiz und dessen Bekämpfung in Aufklärungskampagnen, die ins Leere stossen und zu Verstimmungen mit Paris führen.
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