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Luzern, Löwenplatz - eine touristische Bilderfabrik

English title Luzern, Löwenplatz - eine touristische Bilderfabrik
Applicant Mathieu Jon
Number 131748
Funding scheme Project funding
Research institution Historisches Seminar Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline Swiss history
Start/End 01.04.2011 - 31.12.2014
Approved amount 274'295.00
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All Disciplines (4)

Discipline
Swiss history
Visual arts and Art history
Architecture and Social urban science
German and English languages and literature

Keywords (12)

Tourismusgeschichte; Kulturgeschichte; symbolische Praxis; populäre Mythen; nationale Identität; Moderne; Raumgeschichte; Alps; history of tourism; history of media; popular myths; national identity

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Was in Zürich, Basel oder Winterthur die im 19. Jahrhundert entstandenen Industriequartiere sind, das ist in Luzern die sogenannte "Tourismusmeile" im Wey-Quartier mit Löwendenkmal (eingeweiht 1821), Gletschergarten (eröffnet 1873), Bourbaki-Panorama (1889), Alpineum (1901, zuvor seit 1856 Meyers Diorama) und Staufferischem Museum der Thiergruppen (1859-1888). Dazu kamen Souvenirläden, Fotoateliers, Gastwirtschaften, und abends zogen Spektakel die Besucher an. Mit diesem Quartier besitzt Luzern eine städtebauliche Besonderheit, denn nirgendwo sonst in der Schweiz oder im Alpenraum haben sich die für die Touristen eingerichteten Attraktionen zu einem eigentlichen Stadtteil mit einem so vielfältigen Angebot verdichtet. Auf- und ausgebaut werden konnte die Tourismusmeile nur dank moderner Finanzierungsmodelle, neuster Technik, entwickelter Tourismus-Infrastrukturen und medialer Verfahren und Inhalte, die den Geschmack eines breiten Publikums ansprachen. In ihren Einrichtungen konnte der Reisende sich mit zahlreichen Attraktionen von Natur und Geschichte vertraut machen, die die Schweiz und speziell der Alpenraum für ihn bereithielten. Das spezifische Merkmal der Tourismusmeile, ihre immense Bilderproduktion, die sie als eigentliche Bilderfabrik einer zugleich vielfältigen und hochkonzentrierten Mischung von Schweiz-Imaginationen erscheinen lässt, ist als Ensemble noch nie untersucht worden. Dieser Bilderfabrik als einer Form symbolischer Praxis will das Projekt "Luzern, Löwenplatz" in einer exemplarischen Analyse auf den Grund gehen. Es soll zum ersten ihre (stadt)politischen, ökonomischen und tourismusgeschichtlichen Bedingungen untersuchen, und zwar chronologisch seit den 1820er Jahren, als mit der Einweihung Löwendenkmals der - wie sich herausstellen sollte - Grundstein für die Tourismusmeile gelegt wurde. Die Untersuchung endet mit dem Ersten Weltkrieg. Zum Zweiten soll die produzierte Bilderwelt analysiert werden, und zwar von der Tradition ihrer Inhalte, von der Erweiterung derselben, von den technischen und kulturellen Bedingungen ihrer Präsentation her und von Funktion und Erfolg für den Tourismus. Schliesslich soll zum Dritten eine Gesamtschau das Ensemble würdigen und nach dessen Rückwirkungen auf das schweizerische Selbstverständnis fragen. Im Sinne seines kulturgeschichtlichen Ansatzes integriert das Projekt bau-, wirtschafts-, verkehrs-, technik-, sozial-, tourismus- sowie kunstgeschichtliche Methoden, Untersuchungen und Quellen und fragt nach den sozialen Akteuren und den die Bilderfabrik tragenden Figuren.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Name Institute

Employees

Publications

Publication
Mehr als Essen und Trinken. Die Tourismusmeile in Luzern
Andreas Bürgi (2013), Mehr als Essen und Trinken. Die Tourismusmeile in Luzern, in Wege und Geschichte, 39-42.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Dr. Philipp Flury Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dr. Claudia Hermann Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Gesellschaft zur Erforschung der Deutschweizer Literatur Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
22nd IPC International Panorama Conference Talk given at a conference Exhibiting (and thus Selling) Switzerland – "Tourist Strip" of Lucerne 22.11.2014 Luzern, Switzerland Bürgi Andreas;
Rural History 2013 Talk given at a conference The Great Outdoors – 150 years of mountain sports and tourism in the Alps 19.08.2013 Bern, Switzerland Bürgi Andreas; Mathieu Jon;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Universität Luzern: Tag der offenen Tür 03.09.2011 Universität Luzern, Switzerland Bürgi Andreas; Mathieu Jon;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Führung Löwenplatz, Naturforschende Gesellschaft Luzern German-speaking Switzerland 2014
Talks/events/exhibitions Luzern, Löwenplatz - Vortrag Historische Gesellschaft Luzern German-speaking Switzerland 2014
Talks/events/exhibitions Luzern, Löwenplatz, Vortrag Verein Bourbakipanorama German-speaking Switzerland 2014
Media relations: print media, online media "Mini-Schweiz" am Löwenplatz von Basil Böhni Neue Luzerner Zeitung German-speaking Switzerland 2012
Talks/events/exhibitions Präsentation des Forschungsprojektes "Luzern, Löwenplatz - eine touristische Bilderfabrik" German-speaking Switzerland 2011

Use-inspired outputs

Software

Name Year
Screen Luzern, Löwenplatz, Uni Luzern, Eingangsbereich 2012


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
166728 Die touristische Bilderfabrik. Unterhaltungsbetriebe rund um den Luzerner Löwenplatz, 1820-1914 01.02.2016 Publication grants

Abstract

Was in Zürich, Basel oder Winterthur die im 19. Jahrhundert entstandenen Industriequartiere sind, das ist in Luzern die sogenannte "Tourismusmeile" im Wey-Quartier mit Löwendenkmal (eingeweiht 1821), Gletschergarten (eröffnet 1873), Bourbaki-Panorama (1889), Alpineum (1901, zuvor seit 1856 Meyers Diorama) und Staufferischem Museum der Thiergruppen (1859-1888). Dazu kamen Souvenirläden, Fotoateliers, Gastwirtschaften, und abends zogen Spektakel die Besucher an. Mit diesem Quartier besitzt Luzern eine städtebauliche Besonderheit, denn nirgendwo sonst in der Schweiz oder im Alpenraum haben sich die für die Touristen eingerichteten Attraktionen zu einem eigentlichen Stadtteil mit einem so vielfältigen Angebot verdichtet. Auf- und ausgebaut werden konnte die Tourismusmeile nur dank moderner Finanzierungsmodelle, neuster Technik, entwickelter Tourismus-Infrastrukturen und medialer Verfahren und Inhalte, die den Geschmack eines breiten Publikums ansprachen. In ihren Einrichtungen konnte der Reisende sich mit zahlreichen Attraktionen von Natur und Geschichte vertraut machen, die die Schweiz und speziell der Alpenraum für ihn bereithielten.Entstehung, Entwicklung und Bedeutung dieses einmaligen Ensembles sind für einzelne Aspekte wie etwa die Baugeschichte oder die Wirtschaftsgeschichte des Luzerner Tourismus oder für einzelne Institutionen, insbesondere für das Löwendenkmal und das Bourbaki-Panorama, dokumentiert und untersucht worden. Der Wert dieser Einrichtungen ist auch hierzulande dank der Forschungen der letzten vierzig Jahre zur Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts und zur Bedeutung dieser populären Medien für die Entwicklung der Massenkultur des 20. Jahrhunderts und dank der Einsicht in die Schönheit und in den Kunstcharakter sui generis ihrer Erzeugnisse erkannt worden. Und die Bedeutung vergleichbarer, zwischen Kunst, Populärwissenschaft und Schaulust angesiedelter Phänomene wie das Relief oder naturhistorische Ausstellungskonzepte wird immer klarer erkannt. Das spezifische Merkmal der Tourismusmeile indessen, ihre immense Bilderproduktion, die sie als eigentliche Bilderfabrik einer zugleich vielfältigen und hochkonzentrierten Mischung von Schweiz-Imaginationen erscheinen lässt, ist als Ensemble noch nie untersucht worden.Dieser Bilderfabrik als einer Form symbolischer Praxis will das Projekt "Luzern, Löwenplatz" in einer exemplarischen Analyse auf den Grund gehen. Es soll zum ersten ihre (stadt)politischen, ökonomischen und tourismusgeschichtlichen Bedingungen untersuchen, und zwar chronologisch seit den 1820er Jahren, als mit der Einweihung Löwendenkmals der - wie sich herausstellen sollte - Grundstein für die Tourismusmeile gelegt wurde. Die Untersuchung endet mit dem Ersten Weltkrieg. Zum Zweiten soll die produzierte Bilderwelt analysiert werden, und zwar von der Tradition ihrer Inhalte, von der Erweiterung derselben, von den technischen und kulturellen Bedingungen ihrer Präsentation her und von Funktion und Erfolg für den Tourismus. Schliesslich soll zum Dritten eine Gesamtschau das Ensemble würdigen und nach dessen Rückwirkungen auf das schweizerische Selbstverständnis fragen.Im Sinne seines kulturgeschichtlichen Ansatzes integriert das Projekt bau-, wirtschafts-, verkehrs-, technik-, sozial-, tourismus- sowie kunstgeschichtliche Methoden, Untersuchungen und Quellen und fragt nach den sozialen Akteuren und den die Bilderfabrik tragenden Figuren. Ein solch umfassender Zugriff verlangt nach Spezialwissen Dritter, insbesondere nach städte-, bau-, technik- und verkehrsgeschichtlichem. Dessen Umfang wird sich erst im Verlauf der Arbeiten herausstellen. Das hat Folgen für die Struktur des Projekts: Es ist zweigleisig angelegt, einerseits sieht es eine 75-Prozent-Stelle für einen Projektbearbeiter auf drei Jahre vor (mit Finanzierung durch den SNF), anderseits den Aufbau einer Arbeitsgruppe in Luzern, die Spezialisten versammelt und an die Arbeiten ausgelagert werden (mit Finanzierung durch Institutionen in Luzern).
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