Project

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Indirekte Erfahrungen

English title Indirect Experiences
Applicant Schenker Christoph
Number 130062
Funding scheme DORE project funding
Research institution Institute for Contemporary Art Research Zürcher Hochschule der Künste
Institution of higher education Zurich University of the Arts - ZHdK
Main discipline Arts
Start/End 01.08.2010 - 30.11.2011
Approved amount 160'075.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Arts
Philosophy

Keywords (9)

artistic research; blog; epistemology; history of magnetism; history of science; instrument / tool; media theory; theory of aesthetics; visuallization

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Forschungsgegenstand ist die künstlerische Aneignung von visuellen Darstellungen magnetischer Kräfte im Zeitraum von 1600 bis 1800. Dem Forschungsprojekt liegt die These zugrunde, dass die Lenkung von Erfahrungen durch vermittelnde Instrumente stets eine wesentliche Herausforderung der Physikgeschichte war, die die Physik bei der Erforschung des Magnetismus in ein spezifisches Spannungsverhältnis zur künstlerischen Praxis setzt. Das Verhältnis zur Kunst wird durch die Zusammenarbeit mit drei Künstlern, die mit digitalen, photographischen und analogen Darstellungsformen arbeiten, untersucht und fortlaufend in einem unter wissenschaftshistorischen und medientheoretischen Gesichtspunkten geführtem Blog veröffentlicht. Der Traktat mit dem Titel „Magnetologia Curiosa“ (Anonymus (Joachim Dalencé): Mainz: Christoph Küchlern, 1690) steht dabei im Zentrum. Er wird im Projekt mittels ihm vorangehender und ihm folgender Dokumente nach Kriterien der Symmetrie, Homogenität und Vollständigkeit wissenschaftsgeschichtlich kontextualisiert, für die künstlerische Exploration präpariert und im Blog gepostet. Der Blog fungiert als Spur des Forschungsprozesses (Rheinberger). Die Spur wird mit der Absicht generiert, einen Diskurs künstlerischer Exploration physikalischer Theoriebildung zu ermöglichen. Dies geschieht unter der Prämisse, dass die Erschliessung von Erkenntnisobjekten indirekt erfolgt, und zwar über Instrumente, die als Wahrnehmungshilfen dienen. Die Instrumente sind Träger impliziten oder „stummen“ Wissens und werden sowohl in der Theorie künstlerischer Praxis (Deleuze) als auch in Studien zur Epistemologie mit dem Begriff der Intuition verschränkt. Leitende Annahme des Projekts ist, dass wissenschaftliche und künstlerische Praxen auf jeweils spezifischen Verwendungen von Instrumenten und Materialitäten beruhen. Das Forschungsvorhaben wird deshalb die Beziehung von Instrument und künstlerischer Aneignung mit dem Begriff der Intuition thematisieren, mit der Theorie „stummen Wissens“ abgleichen und vermitteln. Hier wird das Projekt mit dem Praxispartner „Kolleg Friedrich Nietzsche“ zusammenarbeiten. Bei der Bildung des Diskurses sind folgende leitende Fragestellungen relevant:a) Welche kompositorische Funktion kommt der Darstellung von Instrumenten zu?b) Wie wird der Grenzverlauf zwischen direkter Erfahrung und indirekter Erfahrung visuell thematisiert?c) Wie werden instrumentell ermittelte Erfahrungen in der Wissenschaftsgeschichte durch künstlerische Exploration erschlossen?Voraussetzung dieses Forschungsvorhabens ist das Format des digitalen Blogs, über das der systematische Zugang zu den historischen Dokumenten erfolgt. Diese Anlage ermöglicht die wechselseitige Information der Mitarbeitenden untereinander, der Forschungspartner und der Praxispartner. Die tägliche Publikation von „Posts“ ist geplant. Substantiell wichtig für die Versuchsanlage ist der Fundus des Praxispartners Zentralbibliothek Zürich an historischen Drucken. Er bestimmt massgeblich den Umfang der verwendeten Dokumente, stellt Digitalisate zur Verfügung, garantiert im Rahmen der Ausstellung „Magnetische Erfahrungen“, die der Praxispartner zur Durchführung des Projekts entwickelt, für einen geeigneten Kontext, leistet Öffentlichkeitsarbeit und führt durch eine Vortragsreihe dem Projekt ergänzende wissenschaftliche Aspekte zu. Ein Computer in der Ausstellung wird dabei als Schnittstelle zur heterogenen Öffentlichkeit der Besucher der Bibliothek etabliert, er präsentiert den Blog in der Ausstellung und erlaubt eine statistische Analyse der Rezeption des Blog im öffentlichen Raum.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Publications

Publication
Empfindungskörper - Zur indirekten Erfahrung
Röller Nils (2012), Empfindungskörper - Zur indirekten Erfahrung.
Objects of Knowledge, of Art and of Friendship
Link David, Röller Nils (ed.) (2011), Objects of Knowledge, of Art and of Friendship.
Strange Stone - Anonymität in der Geschichte des Kompasses
Röller Nils (2011), Strange Stone - Anonymität in der Geschichte des Kompasses, in Zielinski Siegfried, Fürlus Eckhard (ed.), 399-416.
Geld, Zwang, Instrumente
Röller Nils, Geld, Zwang, Instrumente, in Inaesthetics, (3).
Prometheus - Instrumente hören und denken
Röller Nils, Prometheus - Instrumente hören und denken, in Rickenbacher Sergej, Arburg Hans-Georg (ed.).
Stocken, Stottern, Tappen - Zum Stock als Universalgerät
Röller Nils, Stocken, Stottern, Tappen - Zum Stock als Universalgerät, in Departement Kunst & Medien ZHdK (ed.).

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Modes of Collaboration between the Arts and Sciences 29.04.2011 Zürcher Hochschule der Künste, Zürich, Schweiz
Oswald Wiener: Innenschau 23.09.2010 Mürzzuschlag, Österreich
International Flusser Lectures Day 30.06.2010 Berlin, Deutschland


Knowledge transfer events



Self-organised

Title Date Place

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Ahabs Steuer International 17.06.2011
Other activities Ausstellung: labor 2 - Indirekte Erfahrungen German-speaking Switzerland 21.04.2011
Talks/events/exhibitions Ex Oriente Dada International 19.01.2011
Talks/events/exhibitions Führung durch die Ausstellung "labor 2 - Indirekte Erfahrungen" im Kunstmuseum Thun German-speaking Switzerland 20.04.2011
Talks/events/exhibitions Ich als Schiff International 19.11.2011
Media relations: print media, online media Kunstmuseum Thun - Der magnetische Reiz der Wissenschaft Der Bund German-speaking Switzerland 05.05.2011
Other activities Ausstellung: Magnetische Erfahrungen - Kunst begegnet Naturwissenschaften German-speaking Switzerland 13.01.2010
Talks/events/exhibitions Führungen durch die Ausstellung "Magnetische Erfahrungen - Kunst begegnet Naturwissenschaften" German-speaking Switzerland 13.01.2010
New media (web, blogs, podcasts, news feeds etc.) Indirekte Erfahrungen Journal für Kunst, Sex und Mathematik International 01.08.2010
Talks/events/exhibitions Magnetismus. Eine Geschichte der Orientierung German-speaking Switzerland 25.10.2010
Media relations: print media, online media Zürich: Magnetische Erfahrungen Kunst Bulletin German-speaking Switzerland 01.04.2010

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
118200 Überschuss: Videogramme des Experimentierens 01.10.2007 DORE project funding
175989 Ikonografie der Trostschrift 01.02.2018 Project funding
175989 Ikonografie der Trostschrift 01.02.2018 Project funding

Abstract

Forschungsgegenstand ist die künstlerische Aneignung von visuellen Darstellungen magnetischer Kräfte im Zeitraum von 1600 bis 1800. Dem Forschungsprojekt liegt die These zugrunde, dass die Lenkung von Erfahrungen durch vermittelnde Instrumente stets eine wesentliche Herausforderung der Physikgeschichte war, die die Physik bei der Erforschung des Magnetismus in ein spezifisches Spannungsverhältnis zur künstlerischen Praxis setzt. Das Verhältnis zur Kunst wird durch die Zusammenarbeit mit drei Künstlern, die mit digitalen, photographischen und analogen Darstellungsformen arbeiten, untersucht und fortlaufend in einem unter wissenschaftshistorischen und medientheoretischen Gesichtspunkten geführtem Blog veröffentlicht. Der Traktat mit dem Titel „Magnetologia Curiosa“ (Anonymus (Joachim Dalencé): Mainz: Christoph Küchlern, 1690) steht dabei im Zentrum. Er wird im Projekt mittels ihm vorangehender und ihm folgender Dokumente nach Kriterien der Symmetrie, Homogenität und Vollständigkeit wissenschaftsgeschichtlich kontextualisiert, für die künstlerische Exploration präpariert und im Blog gepostet. Der Blog fungiert als Spur des Forschungsprozesses (Rheinberger). Die Spur wird mit der Absicht generiert, einen Diskurs künstlerischer Exploration physikalischer Theoriebildung zu ermöglichen. Dies geschieht unter der Prämisse, dass die Erschliessung von Erkenntnisobjekten indirekt erfolgt, und zwar über Instrumente, die als Wahrnehmungshilfen dienen. Die Instrumente sind Träger impliziten oder „stummen“ Wissens und werden sowohl in der Theorie künstlerischer Praxis (Deleuze) als auch in Studien zur Epistemologie mit dem Begriff der Intuition verschränkt. Leitende Annahme des Projekts ist, dass wissenschaftliche und künstlerische Praxen auf jeweils spezifischen Verwendungen von Instrumenten und Materialitäten beruhen. Das Forschungsvorhaben wird deshalb die Beziehung von Instrument und künstlerischer Aneignung mit dem Begriff der Intuition thematisieren, mit der Theorie „stummen Wissens“ abgleichen und vermitteln. Hier wird das Projekt mit dem Praxispartner „Kolleg Friedrich Nietzsche“ zusammenarbeiten. Bei der Bildung des Diskurses sind folgende leitende Fragestellungen relevant:a) Welche kompositorische Funktion kommt der Darstellung von Instrumenten zu?b) Wie wird der Grenzverlauf zwischen direkter Erfahrung und indirekter Erfahrung visuell thematisiert?c) Wie werden instrumentell ermittelte Erfahrungen in der Wissenschaftsgeschichte durch künstlerische Exploration erschlossen?Voraussetzung dieses Forschungsvorhabens ist das Format des digitalen Blogs, über das der systematische Zugang zu den historischen Dokumenten erfolgt. Diese Anlage ermöglicht die wechselseitige Information der Mitarbeitenden untereinander, der Forschungspartner und der Praxispartner. Die tägliche Publikation von „Posts“ ist geplant. Substantiell wichtig für die Versuchsanlage ist der Fundus des Praxispartners Zentralbibliothek Zürich an historischen Drucken. Er bestimmt massgeblich den Umfang der verwendeten Dokumente, stellt Digitalisate zur Verfügung, garantiert im Rahmen der Ausstellung „Magnetische Erfahrungen“, die der Praxispartner zur Durchführung des Projekts entwickelt, für einen geeigneten Kontext, leistet Öffentlichkeitsarbeit und führt durch eine Vortragsreihe dem Projekt ergänzende wissenschaftliche Aspekte zu. Ein Computer in der Ausstellung wird dabei als Schnittstelle zur heterogenen Öffentlichkeit der Besucher der Bibliothek etabliert, er präsentiert den Blog in der Ausstellung und erlaubt eine statistische Analyse der Rezeption des Blog im öffentlichen Raum. Forschungspartner: Variantology/Institute for Time Based Media, Universität der Künste Berlin (UDK), Prof. Dr. Siegfried Zielinski; Institut für Algebra/Algebraische Strukturtheorie/Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften, TU Dresden/„Erlebnisland Mathematik“ in den Technischen Sammlungen der Stadt Dresden, Prof. Dr. Bernhard Ganter.Praxispartner: Zentralbibliothek Zürich, Prof. Dr. Susanna Bliggenstorfer; Kolleg Friedrich Nietzsche Weimar, Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály.
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