Project

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Archäologische Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien)

English title Archaeological excavations at Francavilla Marittima (Calabria)
Applicant Guggisberg Martin
Number 129594
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Klassische Archäologie Departement Altertumswissenschaft Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Archaeology
Start/End 01.04.2010 - 30.06.2012
Approved amount 240'000.00
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Keywords (19)

Kolonisation; Akkulturation; Nekropole; Eisenzeit; geometrische Zeit; Bestattungssitte; Griechen; Phönizier; Oinotrier; Italien; Colonization; Acculturation; Necropolis; Iron Age; Geometric Period; Italy; Greeks; Native Italian Pupulation; Phoinicians

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
LeadDie antike Siedlung von Francavilla Marittima spielt eine Schlüsselrolle im Expansionsprozess der Griechen in den westlichen Mittelmeerraum. Im Projekt sollen durch gezielte Ausgrabungen in der Nekropole Aufschlüsse über die Begegnung zwischen der griechische und italischen Welt im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. gewonnen werden.HintegrundDie antike Siedlung liegt rund 10 km von der Küste des Ionischen Meeres im Tal des Raganello. Aufgrund seiner besonderen verkehrsgeographischen Lage wurde der von einheimischen Oinotriern besiedelte Ort zu einem wichtigen Kontaktpunkt zwischen der lokalen Bevölkerung und den griechischen Kolonisten, die um 720 v. Chr. an der Küste die Stadt Sybaris gründeten. Auf dem Hügelplateau des Timpone entstand ein Heiligtum von weit reichender Strahlkraft. Die Besiedlung dauerte bis ins 6. Jahrhundert v. Chr., mit einer Blüte im 8. und 7. Jahrhundert. Von der Bedeutung dieser Periode legen die reichen Gräber mit den Importen aus Griechenland und dem Vorderen Orient ein beredtes Zeugnis ab, die auf einer tiefer gelegenen Hangterrasse zum Vorschein gekommen sind. Im Rahmen eines internationalen Kooperationsprojektes mit der Universität Groningen und der Soprintendenza per i Beni archeologici della Calabria ist die Intensivierung der Erforschung dieses bedeutenden Ortes geplant. Den Schweizer Partnern fällt dabei die Untersuchung der Nekropole auf dem Hügelplateau "Macchiabate" zu. Das ZielDas Projekt hat zum Ziel durch die topographische Vermessung des "Macchiabate-Plateaus" und gezielte Ausgrabungen von Gräbern vertiefte Aufschlüsse über das Bestattungsbrauchtum der Siedlungsgemeinschaft von Francavilla Marittima zu gewinnen. Im Vordergrund steht die Klärung der formalen und bestattungsspezifischen Besonderheiten der Grabanlagen sowie die Analyse des Akkulturationsprozesses am Beispiel der reichen Tracht- und Grabbeigaben. BedeutungDie bisherige Forschung hat das Thema "Kolonisation" bevorzugt aus gräcozentrischer Perspektive wahrgenommen. Gemeinsam und in gegenseitiger Ergänzung mit den Ausgrabungen der Universität Groningen im Heiligtum auf dem Timpone und der Siedlung an seinen Abhängen bietet die Erforschung der "Macchiabate" die in ganz Süditalien einzigartige Gelegenheit, den Prozess der Akkulturation und des Austausches zwischen der griechischen und italischen Welt im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. aus dem Blickwinkel einer einheimischen Siedlungsgemeinschaft zu erhellen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Publications

Publication
Basler Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien). Bericht über die Kampagne 2011
Martin Guggisberg, Camilla Colombi, Norbert Spichtig (2012), Basler Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien). Bericht über die Kampagne 2011, in Antike Kunst, 55, 2012, 100-111.
Francavilla Marittima, Scavi dell’Università di Basilea nella necropoli die Macchiabate 2009-2010
Martin Guggsiberg, Camilla Colombi, Norbert Spichtig (2011), Francavilla Marittima, Scavi dell’Università di Basilea nella necropoli die Macchiabate 2009-2010, in Giornata Francavillese, 9, 2010, 91-100.
Basler Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien). Bericht über die Kampagne 2010
Martin A. Guggisberg, Camilla Colombi, Norbert Spichtig (2011), Basler Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien). Bericht über die Kampagne 2010, in Antike Kunst, 54, 2011, 62-70.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Current research into Pre-Roman burial grounds in Italy, Workshop University of Groningen 15.02.2011 Groningen University


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
199137 Macchiabate I. Ausgrabungen in der Nekropole von Francavilla Marittima, Kalabrien, 2009-2016: Die Areale Strada und De Leo 01.10.2020 Open Access Books
140261 Archäologische Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien) II 01.04.2012 Project funding (Div. I-III)
140261 Archäologische Ausgrabungen in Francavilla Marittima (Kalabrien) II 01.04.2012 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das antike Francavilla Marittima (Abb. 1) wurde erstmals in den frühen 1960er Jahren archäologisch erforscht. Nach einem Unterbruch wurden die Ausgrabungen Ende der 1980er Jahre durch ein holländisches Forschungsteam wieder aufgenommen. Im Frühling dieses Jahres (2009) wurde dem Archäologischen Institut der Universität Groningen eine neue, dreijährige Grabungs- und Forschungslizenz erteilt. Die Universität Basel ist Teil dieses neuen internationalen Projektes, an dem ausserdem die Universität Cosenza und weitere Institutionen beteiligt sind.Im Rahmen dieses Projektes fällt dem Archäologischen Seminar der Universität Basel die Erforschung der Nekropole auf dem Hügelplateau „Macchiabate“ zu. Dieses Areal ist sehr gross (c. 20 ha) und kann im Kontext des aktuellen Projektes nur punktuell archäologisch untersucht werden (Abb. 2-4). Umso wichtiger ist die topographische Erschliessung des Geländes mit dem Ziel möglichst viele Gräber und Grabhügel kartographisch präzise zu erfassen. Mit den betreffenden Vermessungsarbeiten wurde im Rahmen eines vom SNF unabhängigen, drittmittelfinanzierten Vorprojektes (= Jahr 1 des dreijährigen Gesamt-projektes) in diesem Herbst durch das Basler Seminar begonnen. Sie sollen im nächsten und übernächsten Jahr fortgesetzt und abgeschlossen werden. Im Rahmen desselben Vorprojektes wurde in diesem Herbst ein Grab im Bereich „Strada“ untersucht (Abb. 6-8). Das hier dem Nationalfonds unterbreitete Forschungsgesuch bezieht sich auf die Jahre 2 und 3 des dreijährigen Gesamtprojektes, d.h. 2010 und 2011. Geplant ist dabei die Erweiterung der im Herbst 2009 untersuchten Grabungsfläche im Bereich „Strada“ mit dem Ziel, die Beziehung der dort an der Oberfläche sichtbaren Einzelgräber zu einander zu klären sowie Aufschlüsse über die Bestattungssitten und die gesellschaftliche und geschlechtsspezifische Stellung der bestatteten Personen zu gewinnen. Die archäologische Erforschung der der „Macchaiate“ verspricht wesentliche neue Einsichten in die Entwicklungsgeschichte des Gräberareals und vertiefte Aufschlüsse über das Bestattungsbrauchtum der Siedlungsgemeinschaft von Francavilla M. Gemeinsam und in gegenseitiger Ergänzung mit den Ausgrabungen des holländischen Teams im Heiligtum auf dem Timpone und der Siedlung an dessen Abhängen bietet die Erforschung der „Macchiabate“ die in ganz Süditalien einzigartige Gelegenheit, den Prozess der Akkulturation und des Austausches zwischen der griechischen und der italischen Welt im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. aus der Perspektive einer einheimischen Siedlungsgemeinschaft in umfassendem Sinn zu erhellen.
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