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Wissenschaftsgeschichte und Geschichte des Wissens im Dialog: Schnittmengen bei Johann Jakob Wagner (1641-1695) und Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733)

English title History of Science and History of Knowledge in Dialogue: Common grounds in the work of Johann Jakob Wagner (1641-1695) and Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733)
Applicant von Greyerz Kaspar
Number 129593
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Swiss history
Start/End 01.04.2010 - 31.03.2013
Approved amount 301'696.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Swiss history
General history (without pre-and early history)

Keywords (6)

Science and Knowledge; Early Modern Switzerland; Late 17th and early 18th centuries; Natural History; Popular and Learned Knowledge; popular and learned knowledge.

Lay Summary (English)

Lead
Lay summary
This project seeks to explore the connection of popular traditions of knowledge and science in the period of transition in natural history marked by the the work of two Zuerich-based physicians and scientists who published the first comprehensie natural histories of Switzerland in the late 17th and early 18th centuries. It does so by concentrating on the treatment of balneology by the two authors (subproject A) and by investigating the role and categorization of animals in the works in question. In both cases, the narratives and classifications offered by Wagner and Scheuchzer display connections with specific traditions of popular knowledge but also give evidence of an attempt to view some of these traditions critically. There is a clear shift between the two authors regarding the latter aspect, which will be investigated in depth, also in respect of the fact that both natural histories were compilations, which were enriched by information coming from large groups of "virtuosi" and lay enthusiasts. The project is intended as a major contribution to research on an aspect in the development of early modern natural history, which historians of science have only recently begun to explore in more detail.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Wissen- und Wissenschaftsgeschichte im Dialog. Schauplätze der Forschung (Arbeitstitel)
Greyerz Kaspar von, Flubacher Silvia, Senn Philipp (ed.), Wissen- und Wissenschaftsgeschichte im Dialog. Schauplätze der Forschung (Arbeitstitel).

Scientific events



Self-organised

Title Date Place
Summer School "Wissensgesellschaften vom 16. bis 20. Jh." 29.08.2012 Sigriswil
At the Crossroads of Popular Knowledge and Science (Workshop) 27.10.2011 Tagungszentrum Leuenberg (BL)

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Flubacher, Silvia: Tiere sammeln, Tiere ordnen: Repräsentationen exotischer und lokaler Tierwelten Western Switzerland 09.02.2013
Talks/events/exhibitions Flubacher, Silvia: Wunderbare Wesen – Die Ordnung der Tiere in der Naturgeschichtsschreibung um 1700 German-speaking Switzerland 20.03.2013
Talks/events/exhibitions Senn, Phlipp: Wasser-Wellness-Wissenschaft. Eine Wissensgesch. der Balneologie German-speaking Switzerland 04.04.2012
Talks/events/exhibitions Flubacher, Silvia: Alpentiere.Lokales Wissen und Internationale Wissenschaft? German-speaking Switzerland 28.10.2011
Talks/events/exhibitions Flubacher, Silvia: Johann Jakob Scheuchzers Drachen und die Quellen der Naturgeschichte um 1700 German-speaking Switzerland 06.09.2011
Talks/events/exhibitions Flubacher, Silvia: Natur und Geschichte. Historiographische Dimensionen frühneuzeitlicher Tierkunde German-speaking Switzerland 29.11.2011
Talks/events/exhibitions Senn, Philipp: Baden für die Gesundheit. Wasserkuren in der Medizin der Frühen Neuzeit German-speaking Switzerland 05.07.2011
Talks/events/exhibitions Senn, Philipp: Baden und Trinken für die Gesundheit. Heilquellen zw. Wissenschaft u. Kommerz um 1700 German-speaking Switzerland 28.10.2011

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
146678 Wunderbare Wesen - Die Ordnung der Tierwelt in der schweizerischen Naturgeschichte um 1700 01.05.2013 Fellowships for prospective researchers
140575 Die Bernoulli-Scheuchzer-Korrespondenzen. Eine kommentierte Online-Edition 01.04.2012 Research Infrastructure

Abstract

1. Zusammenfassung des ForschungsplansVon einer „Geschichte des Wissens“ als Pendant zu, und vor allem auch Ergänzung, einer sozial- und vor allem kulturhistorisch verstandenen Wissenschaftsgeschichte ist seit den späten 1980er Jahren in wachsendem Masse die Rede. Voraussetzung für die entsprechende Perspektivenerweiterung war die sozial- und kulturhistorische Öffnung der Wissenschaftsgeschichte, wie sie zum ersten Mal überzeugend 1987 durch Steven Shapin und Simon Schaffer propagiert wurde. Das Verhältnis von Wissens- und Wissenschaftsgeschichte ist seither insbesondere unter drei leitenden Gesichtspunkten untersucht worden. An erster Stelle ist nach dem Einfluss handwerklich-mechanischen Wissens auf die Wissenschaftsgeschichte gefragt worden, wie dies z.B. Shapin im Bezug auf die Laborgehilfen Robert Boyles getan hat oder stark popularisierend Dava Sobel in ihrer romanhaften Verarbeitung der Geschichte des englischen Tischlers und Uhrmachers John Harrison im Wettrennen um die geeignetste Methode der Längengradberechnung. Zweitens ist - unabhängig von der älteren Debatte über die Zusammenhänge zwischen englischem Puritanismus und der sog. wissenschaftlichen Revolution - aus makrohistorischer Perspektive neu nach den Anfängen der neuzeitlichen Wissensgesellschaft gefragt worden. An dritter Stelle, schliesslich, ist vermehrt nach den inneren Zusammenhängen von popularem Wissen und Wissenschaft gefragt worden, zum Beispiel im Rahmen der Untersuchung physikotheologischer Argumentationsweisen des späten 17. und 18. Jahrhunderts. Im Zentrum des hier beantragten Gesamtprojekts (bzw. der beiden Teilprojekte A und B) steht vorrangig die dritte Variante der Frage nach dem Verhältnis von Wissens- und Wissenschaftsgeschichte. Sie ist auf den Inhalt der beiden ersten neuzeitlichen Naturgeschichten der Schweiz der beiden Zürcher Ärzte und Wissenschaftler des späteren 17. und frühen 18. Jahrhunderts Johann Jakob Wagner und Johann Jakob Scheuchzer fokussiert: Wagners „Historia naturalis Helvetiae curiosa, in VII sectiones compendiose digesta“ (Zürich 1680) sowie Scheuchzers umfangreiche, in den Jahren 1706 bis 1718 in sechs Teilen in Zürich erschienene „Natur-Geschichte des Schweizerlandes“. Wie die englischen Vorläufer zeigen, beruhten solche frühen Naturgeschichten einerseits auf der unermüdlichen Sammeltätigkeit des Autors, die sich sowohl auf schriftliche wie mündliche Überlieferung und auf Sammelgegenstände beziehen konnte, andererseits auf einer weitläufigen Korrespondenz nicht nur mit anderen Wissenschaftlern, sondern auch mit Wissenschaftsenthusiasten (z.B. Ortspfarrer, Landärzte, herrschaftliche Beamten). Die frühen schweizerischen Naturgeschichten stellten daher Kompilationen dar, die gemeinsame Schnittmengen von Wissenschaftsgeschichte und Wissensgeschichte im oben skizzierten Sinne in sich bergen. Dieser spezifische Entstehungshintergrund soll im Bezug auf die beiden bereits erwähnten Werke anhand zweier Themen genauer untersucht werden.Die auf die Schweiz bezogene Balneologie (Bäderkunde), wie sie insbesondere von Johann Jakob Wagner in aller Breite entwickelt und von Scheuchzer anschliessend fortgeschrieben wird (Teilprojekt A), sowie die Rolle von Tieren in Wagners und Scheuchzers Naturgeschichten, insbesondere solchen mit wunderlichen und fabelhaften Eigenschaften (Teilprojekt B), stehen im Zentrum des Gesamtprojekts. Anhand beider Themen soll eine spezifische Schnittmenge von wissenschaftlicher Beschreibung und popularem Wissen präzise sowohl in ihrer Aktualität für das späte 17. und frühe 18. Jahrhundert beschrieben und analysiert werden wie auch in ihrer ins Mittelalter zurückreichenden Genese. Dabei soll aufgrund der einschlägigen Korrespondenz der beiden Zürcher Wissenschaftler auch der Frage nachgegangen werden, inwieweit die angesprochenen Schnittmengen der beiden Naturgeschichten mit ihrem kompilatorischen Charakter zu tun haben.Am Gesamtprojekt sind neben den beiden Gesuchstellern zwei Doktorierende beteiligt, Philipp Senn (Teilprojekt A) und Silvia Flubacher (Teilprojekt B). Die Resultate der beiden Teilprojekte sollen in Form von zwei Monographien erarbeitet und präsentiert werden. Im Oktober 2011 soll bei Projekthalbzeit ein internationaler Workshop durchgeführt werden. Die beantragte Projektdauer ist 36 Monate.
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