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Frauen bei Giustizia e Libertà: Barbara Allason und Ada Gobetti

Applicant Crain Merz Noemi
Number 128992
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Historisches Seminar Universität Luzern
Institution of higher education University of Lucerne - LU
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.02.2010 - 31.01.2012
Approved amount 118'784.00
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Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Frauen aus dem italienischen Antifaschismus. Im Mittelpunkt steht die liberalsozialistische Gruppierung "Giustizia e Libertà", die 1929 im Pariser Exil von bürgerlichen Intellektuellen gegründet wurde, und die Partei „Partito d’Azione“, die in der Resistenza von 1943 bis 1945 daraus hervorging. Die Gruppierung war vom Widerspruch geprägt, der  den republikanischen Diskurs seit der Ausrufung der Menschenrechte durchzog. Giustizia e Libertà und der Partito d’Azione setzten sich für das „allgemeine“ Wahlrecht ein,  ohne das Frauenwahlrecht zu thematisieren, auch dann nicht, als es 1945 durch den Erlass des Frauenwahlrechts zu einem viel diskutierten Thema geworden war.

Das Forschungsprojekt untersucht das Leben der Frauen, die in dieser Gruppierung aktiv waren. Es handelte sich um emanzipierte und autonome Frauen, deren Lebensentwürfe aus zeitgenössischer Sicht unkonventionell waren, die sich vom Feminismus aber klar distanzierten. Ziel des Forschungsprojekts ist einerseits die Sichtbarmachung dieser Frauen, die in der bisherigen Forschung von „Giustizia e Libertà“ ausser Acht gelassen worden sind. Die Ambivalenz der Frauen hinsichtlich der Geschlechterrollen wird anhand der Fallstudien von zwei zentralen Frauenfiguren analysiert. Ein weiteres Ziel ist die Darstellung der patriarchalen Denkmuster, in denen die Männer dieser als avantgardistisch wahrgenommenen Gruppierung meist verhaftet waren. Dabei wird die unterschiedliche Wahrnehmung von Frauen und Männern beleuchtet, die erst dann zu Dissonanzen führte, als sich die Frauen nach 1945 durch ihr politisches Mitspracherecht aktiv einzubringen versuchten.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Name Institute

Employees

Name Institute

Publications

Publication
Il Movimento Femminile Giustizia e Libertà, 1944-1945
Noemi Crain Merz (2011), Il Movimento Femminile Giustizia e Libertà, 1944-1945, in Annali della Fondazione Ugo La Malfa, XXV, 197-206.
Donne di Giustizia e Libertà. Barbara Allason e Ada Gobetti
Noemi Crain Merz (2010), Donne di Giustizia e Libertà. Barbara Allason e Ada Gobetti, in Annali della Fondazione Ugo La Malfa, XXIV, 123-132.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Giellismo e Azionismo. Cantieri aperti 06.05.2010 Turin, Italien


Abstract

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit geschlechtergeschichtlichen Fragen des italienischen Antifaschismus und untersucht die Rolle der Frauen der antifaschistischen Bewegung „Giustizia e Libertà“, deren Mitglieder bürgerliche Intellektuelle waren. Die wenigen beteiligten Frauen waren in einem patriarchalischen Milieu sozialisiert worden, lebten aber relativ emanzipiert und unkonventionell. Für sie war der Schritt in den Antifaschismus grösser als für die Männer: er bedeutete das Verlassen der privaten Sphäre und den Eintritt in die Männern vorbehaltene öffentliche Sphäre.Die Dissertation untersucht anhand von zwei Frauen aus zwei verschiedenen Generationen, den Turinerinnen Barbara Allason und Ada Gobetti, den Stellenwert von Emanzipation und Frauenfrage im bürgerlich-liberalen Widerstand Italiens und den Wandel der Rolle der Frau von den Anfängen des Faschismus bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
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