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Nichtpropositionalität und Kunstgehalt - Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Begrifflichkeit einer ästhetischen Debatte

English title Nonpropositionality and the Content of Art. An Interdisciplinary Research-Project on the Concepts of an Aesthetic Debate
Applicant Dombois Florian
Number 127176
Funding scheme Interdisciplinary projects
Research institution Zürcher Hochschule der Künste Zürcher Fachhochschule
Institution of higher education Zurich University of the Arts - ZHdK
Main discipline Philosophy
Start/End 01.12.2009 - 30.11.2013
Approved amount 157'382.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Philosophy
Arts

Keywords (6)

Nonpropositionality; Content; Art as Research; Artistic Research; Representation; Aesthetics

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Aspekte von Nichtpropositionalität werden zurzeit in verschiedenen philosophischenDebatten rege diskutiert: In den Debatten um den Gehalt von Bewusstsein, vonSelbstbewusstsein und von Perzeption.Konzeptionen nichtpropositionalen Gehalts spielen auch in der Debatte um dieBeschreibung von Kunstwerkgehalt eine Rolle. Dies vor allem, wenn es darum geht,Kunstwerke als Mittel zur Erlangung spezifisch künstlerischer Erkenntnisauszuzeichnen. Bemühungen, nichtpropositionale Formen der Erkenntnis zubeschreiben, haben ihrerseits eine philosophische Tradition mindestens seit demneuzeitlichen Projekt der Kritik der Erkenntniskräfte und Alexander BaumgartensVersuch, Ästhetik als ein analogon rationis auszuzeichnen.Den Debatten um den nichtpropositionalen Gehalt von Kunstwerken - sowohl imKontext der Forschung an den Kunsthochschulen als auch in der Philosophie - fehltes aber an gegenwärtigen Standards begrifflicher Sophistifikation und an einersystematischen Verortung der Argumente. Das vorliegende Forschungsprojekt willdiese Lücke schliessen.Im Rahmen einer Dissertation im Fach Philosophie sollen die Möglichkeiten undProbleme der These eines nichtpropositionalen Gehalts für künstlerische Werke derbildenden Kunst systematisch untersucht werden. Dies soll auch dazu führen, einenÜberblick über die vertretenen Standpunkte in dieser zeitgenössischen ästhetischenDebatte zu geben. Die Dissertation wird dabei explizit an einer Kunsthochschuleangesiedelt, um den gegenseitigen Transfer zwischen künstlerischer, d.h.nichtpropositionaler Wissensproduktion und philosophischer Definitionsarbeit in allenStufen der Entwicklung zu gewährleisten. In mehreren ausgezeichneten Momenten derDissertation werden überdies interdisziplinäre Workshops veranstaltet, dieausgewählte Themen wie der „Gehalt eines Kunstwerks“, der „Wahrheitswert“ oder die„Mehrdeutigkeit“ sowohl aus philosophischer als auch aus künstlerischer Perspektiveverhandeln. Dabei werden Vertreter der Hochschule der Künste Bern, externeExperten aus Kunst und Philosophie und die Dissertandin die Probleme imthematischen Spannungsfeld Nichtpropositionalität-ästhetische Erkenntnisdiskutieren.Es handelt sich dabei nicht nur um einen interdisziplinären Austausch zwischen zweitheoretischen Disziplinen, sondern auch um den Austausch zwischenKunst-TheoretikerInnen und Kunst-PraktikerInnen: Grundlegende Begriffe undPositionen der philosophischen Debatte um ästhetische Erkenntnis sollen vonAnalytikerInnen und PraktikerInnen auf ihre Relevanz und Anwendbarkeit hinüberprüft werden. Als Leitprojekt setzt die Dissertation die thematischenSchwerpunkte, die in den interdisziplinären Workshops verhandelt werden sollen.Dieses interdisziplinäre Setting ist für AnalytikerInnen und PraktikerInnen beiderseitsfruchtbar und notwendig: Die Begriffe und Positionen der philosophischen Debattekönnen auf ihre „Brauchbarkeit“ in Kunst-praktischen Kontexten hin überprüftwerden. Die Forschung an den schweizerischen, aber auch internationalenKunsthochschulen benötigt zudem dringend ein klareres begrifflichesInstrumentarium, um ihre epistemologische Position im Rahmen der Debatte um„Kunst als Forschung“ zu bestimmen. Zu beiden Anliegen kann das vorliegendeForschungsprojekt einen Beitrag liefern.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Ästhetisches Denken. Nicht-Propositionalität, Episteme, Kunst
Dombois Florian, Fliescher Mira, Mersch Dieter, Rintz Julia (2014), Ästhetisches Denken. Nicht-Propositionalität, Episteme, Kunst, Diaphanes, Berlin, Zürich.
Surf
Dombois Florian (2014), Surf, in Dombois Florian (ed.), Diaphanes, Berlin, Zürich, 88-101.
Was man nicht aufschreiben kann
Dombois Florian (2012), Was man nicht aufschreiben kann, in Füssel Stephan (ed.), De Gruyter, Berlin, 149-156.
Die ungezogene Tochter
Dombois Florian (2011), Die ungezogene Tochter, in Gegenworte, 26, 66-66.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Diaphanes Verlag Switzerland (Europe)
- Publication
Universität Potsdam Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Exchange of personnel

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Was ist verhandelbar? Inhalte des Kompositionsunterrichts Individual talk Was ist verhandelbar? Inhalte des Kompositionsunterrichts (zus. mit Isabel Mundry) 27.05.2015 München, Germany Dombois Florian;
Peter holds Dorothy. Why speaking, reading and writing as an artist? Individual talk Peter holds Dorothy. Why speaking, reading and writing as an artist? 18.04.2014 Sierre, Switzerland Dombois Florian;
Peter holds Dorothy Individual talk Peter holds Dorothy 14.04.2014 Helsinki, Finland Dombois Florian;
Nichtpropositionalität und ästhetisches Denken Talk given at a conference Surf' 21.05.2013 Zürich, Switzerland Dombois Florian;
SeminArts#9 Talk given at a conference The Ill-Mannered Daughter 29.03.2013 Ghent, Belgium Dombois Florian;
Peter holds Dorothy Individual talk Peter holds Dorothy 05.10.2012 Graz, Austria Dombois Florian;
SeminArts#5 Talk given at a conference Peter holds Dorothy 06.03.2012 Ghent, Belgium Dombois Florian;


Self-organised

Title Date Place
Nichtpropositionalität und ästhetisches Denken 21.05.2013 Zürich, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Ästhetisches Denken - Podium, Lesung, Buchvernissage German-speaking Switzerland 2015
Talks/events/exhibitions Ästhetisches Denken – Podium, Lesung, Buchvernissage International 2015
Talks/events/exhibitions Th Ill-Mannered Daughter International 2013
Talks/events/exhibitions Venus und Mathemata - Eine Doppelprojektion International 2013
Talks/events/exhibitions I like FAST (especially when it takes l o n g e r ) International 2012

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
132728 Experience of Space and time 01.03.2011 ProDoc

Abstract

Aspekte von Nichtpropositionalität werden zurzeit in verschiedenen philosophischen Debatten rege diskutiert: In den Debatten um den Gehalt von Bewusstsein, von Selbstbewusstsein und von Perzeption. Konzeptionen nichtpropositionalen Gehalts spielen auch in der Debatte um die Beschreibung von Kunstwerkgehalt eine Rolle. Dies vor allem, wenn es darum geht, Kunstwerke als Mittel zur Erlangung spezifisch künstlerischer Erkenntnis auszuzeichnen. Bemühungen, nichtpropositionale Formen der Erkenntnis zu beschreiben, haben ihrerseits eine philosophische Tradition mindestens seit dem neuzeitlichen Projekt der Kritik der Erkenntniskräfte und Alexander Baumgartens Versuch, Ästhetik als ein analogon rationis auszuzeichnen. Den Debatten um den nichtpropositionalen Gehalt von Kunstwerken - sowohl im Kontext der Forschung an den Kunsthochschulen als auch in der Philosophie - fehlt es aber an gegenwärtigen Standards begrifflicher Sophistifikation und an einer systematischen Verortung der Argumente. Das vorliegende Forschungsprojekt will diese Lücke schliessen. Im Rahmen einer Dissertation im Fach Philosophie sollen die Möglichkeiten und Probleme der These eines nichtpropositionalen Gehalts für künstlerische Werke der bildenden Kunst systematisch untersucht werden. Dies soll auch dazu führen, einen Überblick über die vertretenen Standpunkte in dieser zeitgenössischen ästhetischen Debatte zu geben. Die Dissertation wird dabei explizit an einer Kunsthochschule angesiedelt, um den gegenseitigen Transfer zwischen künstlerischer, d.h. nichtpropositionaler Wissensproduktion und philosophischer Definitionsarbeit in allen Stufen der Entwicklung zu gewährleisten. In mehreren ausgezeichneten Momenten der Dissertation werden überdies interdisziplinäre Workshops veranstaltet, die ausgewählte Themen wie der „Gehalt eines Kunstwerks“, der „Wahrheitswert“ oder die „Mehrdeutigkeit“ sowohl aus philosophischer als auch aus künstlerischer Perspektive verhandeln. Dabei werden Vertreter der Hochschule der Künste Bern, externe Experten aus Kunst und Philosophie und die Dissertandin die Probleme im thematischen Spannungsfeld Nichtpropositionalität-ästhetische Erkenntnis diskutieren. Es handelt sich dabei nicht nur um einen interdisziplinären Austausch zwischen zwei theoretischen Disziplinen, sondern auch um den Austausch zwischen Kunst-TheoretikerInnen und Kunst-PraktikerInnen: Grundlegende Begriffe und Positionen der philosophischen Debatte um ästhetische Erkenntnis sollen von AnalytikerInnen und PraktikerInnen auf ihre Relevanz und Anwendbarkeit hin überprüft werden. Als Leitprojekt setzt die Dissertation die thematischen Schwerpunkte, die in den interdisziplinären Workshops verhandelt werden sollen.Dieses interdisziplinäre Setting ist für AnalytikerInnen und PraktikerInnen beiderseits fruchtbar und notwendig: Die Begriffe und Positionen der philosophischen Debatte können auf ihre „Brauchbarkeit“ in Kunst-praktischen Kontexten hin überprüft werden. Die Forschung an den schweizerischen, aber auch internationalen Kunsthochschulen benötigt zudem dringend ein klareres begriffliches Instrumentarium, um ihre epistemologische Position im Rahmen der Debatte um „Kunst als Forschung“ zu bestimmen. Zu beiden Anliegen kann das vorliegende Forschungsprojekt einen Beitrag liefern.
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