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Mittel- und langfristige Effekte von Schulsystemen. Vertiefte Analysen aufgrund der Eidgenössischen Jugendbefragung ch-x 2006/07

English title Mid- and long-term effects of school systems. Further Analysis based on the Swiss Federal Survey of Adolescents ch-x 2006/07
Applicant Moser Urs
Number 126654
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Bildungsevaluation Assoziertes Inst. der Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Education and learning sciences, subject-specific education
Start/End 01.10.2009 - 31.03.2011
Approved amount 110'385.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Education and learning sciences, subject-specific education
Sociology

Keywords (11)

Schuleffektivität; Übergangsforschung; Schulsysteme; Schnittstellen des Bildungssystems; Outcome; Output; School effectiveness; transition from school to work; school systems; outcome and output; school careers

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Lead
Schulsysteme werden häufig anhand der fachlichen Leistungen der Schülerinnen und Schüler beurteilt. Für die Entwicklung des Bildungswesens ist es allerdings ebenso wichtig zu wissen, welche Merkmale von Schulsystemen den Übertritt in die nachobligatorische Schulbildung sowie die beruflicher Integration und die gesellschaftliche Partizipation unterstützen.

Hintergrund
In der Forschung über die Wirksamkeit von Schulsystemen dominieren nach wie vor Schulleistungsvergleiche. Die Effektivität von Merkmalen und Prozessen des Bildungssystems wird vorwiegend am kurzfristig messbaren Lernerfolg überprüft, der sich in Noten, fachlichen Leistungen und Schulabschlüssen ausdrückt. Damit tendiert die gegenwärtige Schuleffektivitätsforschung dazu, kognitive Leistungen als einziges Kriterium für Schulqualität wiederholt zu untersuchen. Aufgrund der gesellschaftlichen Funktion der Schule sollte die Beurteilung von Schulsystemen aber auch anhand von Kriterien wie der Minimierung von Abweichungen und Verzögerungen von «normalen» Bildungsverläufen, dem Verbleib von Absolventen im Bildungssystem, dem Eintritt der Schülerinnen und Schüler in eine Ausbildung der Tertiärstufe oder den Erfolg des Übergangs ins Berufsleben untersucht werden.

Ziel
Mit dem Projekt sollen vier Fragen beantwortet werden. Die erste und zweite Frage sind bildungspolitisch ausgerichtet. Der erfolgreiche Übertritt in die nachobligatorische Ausbildung auf der Sekundarstufe II soll erstens in Abhängigkeit ausgewählter Merkmale von Schulsystemen und zweitens in Abhängigkeit von individuellen Schullaufbahnen untersucht werden. Eine dritte Frage ist bildungssoziologisch ausgerichtet und bezieht sich auf die Funktionalität von Schulsystemen beziehungsweise auf den Zusammenhang zwischen ausgewählten Merkmalen des Schulsystems und sozialen Ungleichheiten. Eine vierte Frage ist bildungsökonomisch ausgerichtet und bezieht sich auf die Bedeutung des Arbeitsmarkts für den Übertritt in die nachobligatorische Bildung. Die Beantwortung der Fragen ermöglicht ein Datensatz der eidgenössischen Jugendbefragung ch-x, der durch eine schriftliche Befragung von über 50’0000 Jugendlichen aller Kantone der Schweiz zur Schullaufbahn generiert wurde.

Bedeutung
Das Projekt soll einen Beitrag zur Anschlussfähigkeit der obligatorischen Schule an weiterführende Ausbildungsgänge auf der Sekundarstufe II leisten. Mit der föderalen Organisation der Volksschule bietet die Schweiz ein besonders günstiges Feld, um zu Erkenntnissen über mittel- und langfristige Wirkungen von Schulsystemen zu gelangen; Erkenntnisse, die im Hinblick auf eine Harmonisierung der obligatorischen Schulbildung von weit reichendem Interesse sei
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

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Abstract

In der überwiegenden Anzahl empirischer Studien zur Schuleffektivität wird die Effektivität von Schulsystemen anhand des kurzfristig messbaren Outputs überprüft. Nicht zuletzt als Folge des steigenden Interes-ses an internationalen Schulleistungsvergleichen dominiert in der Schuleffektivitätsforschung der Nachweis kurzfristiger Effekte in Form von Testergebnissen gegenüber mittel- und längerfristigen Effekten (Outcome), beispielsweise in Form eines erfolgreichen Übergangs in die nachobligatorische Bildung. Studien, die den Outcome von Bildungssystemen messen und in Beziehung zu den Merkmalen und Prozessen von Schulsys-temen analysieren, sind rar. Aus schultheoretischer Perspektive muss die Schuleffektivitätsforschung den Fokus allerdings auch auf mittel- und längerfristige Effekte der Schule richten. Erkenntnisse über entspre-chende Effekte sind zudem für die Bildungspolitik entscheidend, soll doch der Anteil Jugendlicher, der eine Ausbildung auf der Sekundarstufe II abschliesst, in der Schweiz von 90 auf 95 Prozent erhöht werden. Das Projekt «Mittel- und langfristige Effekte von Schulsystemen» soll einen Beitrag zur Anschlussfähigkeit der obligatorischen Schule an weiterführende Ausbildungsgänge auf der Sekundarstufe II leisten. Bildungs-politische und bildungssoziologische Fragen sollen durch einen national vergleichenden Zugang bearbeitet werden, wobei der vorherrschende Kanon an eher kurzfristig ausgerichteten Kriterien der Schuleffektivität durch mittel- oder langfristige Kriterien erweitert wird. Damit bewegt sich das Projekt im Spannungsfeld zwischen traditioneller Schuleffektivitätsforschung und Transitionsforschung. Aufgrund des Erkenntnisstan-des der beiden Disziplinen wird ein übergeordnetes Arbeitsmodell postuliert, in dem sich vier allgemeine Fragen situieren lassen. Die erste und zweite Frage sind bildungspolitisch ausgerichtet. Der erfolgreiche Übertritt in die nachobligatorische Ausbildung auf der Sekundarstufe II soll erstens in Abhängigkeit ausge-wählter Merkmale von Schulsystemen und zweitens in Abhängigkeit individueller Schullaufbahnen unter-sucht werden. Eine dritte Frage ist bildungssoziologisch ausgerichtet und bezieht sich auf die Funktionalität von Schulsystemen beziehungsweise auf den Zusammenhang zwischen ausgewählten Merkmalen des Schul-systems und sozialen Ungleichheiten. Eine vierte Frage ist bildungsökonomisch ausgerichtet und bezieht sich auf die Bedeutung des Arbeitsmarkts für den Übertritt in die nachobligatorische Bildung.Der national vergleichende Zugang wird durch einen ausnehmend grossen Datensatz der eidgenössischen Jugendbefragung ch-x möglich. In den Jahren 2006 und 2007 wurden von über 50'000 Jugendlichen aller Kantone der Schweiz mit einem Fragebogen zur Schullaufbahn detaillierte Angaben vom Eintritt ins Schul-system bis ins Alter von zwanzig Jahren erfasst. Die Grösse des Datensatzes ist der wesentliche Vorteil von ch-x gegenüber anderen thematisch ähnlich ausgerichteten Studien, weil er eine hohe Desaggregationstiefe bis auf Gemeindeebene zulässt. Dieser Vorteil soll für die geplante Analyse genutzt werden, indem die indi-viduellen Daten der Befragung durch zusätzliche Daten auf aggregierter Ebene (Kanton, Gemeinde) ergänzt werden. Dank Angaben über Wohnort und Schule kann der Datensatz einfach mit strukturellen Daten zu den kantonalen Schulsystemen, aber auch zum Arbeitsmarkt ergänzt werden. Die hierarchisch strukturierten Daten sollen vorwiegenden mit Mehrebenenmodellen ausgewertet werden. Die Informationen zu den Jugend-lichen sowie ihre Schullaufbahn werden als erste Ebene definiert, die auf zweiter Ebene in die übergeordnete Struktur kantonaler Schulsysteme eingebettet ist. Der Vorteil der hierarchischen Analyse liegt darin, dass die Abhängigkeit der Jugendlichen durch den Besuch des gleichen Schulsystems nicht nur berücksichtigt wird, sondern im Zentrum des Interesses steht. Für jedes Schulsystem können Mittelwerte und Zusammenhangs-masse berechnet und regressionsanalytisch kontrolliert werden. Solche Ergebnisse leisten in Form von Bil-dungsindikatoren einen zusätzlichen Beitrag zur Valorisierung der Ergebnisse.
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