Project

Back to overview

"Der späte Nietzsche". Manuskriptedition des Nachlasses 1885-1889

Applicant Angehrn Emil
Number 126572
Funding scheme Project funding (special)
Research institution Philosophisches Seminar Künste, Medien, Philosophie Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Philosophy
Start/End 01.10.2009 - 30.09.2012
Approved amount 485'065.00
Show all

All Disciplines (2)

Discipline
Philosophy
German and English languages and literature

Keywords (9)

Nietzsche; Handschriftlicher Nachlass; Kritische Gesamtausgabe; Edition; Nachlass; notebooks; manuscripts; transcription; unpublished writings

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ziel des deutsch-schweizerischen Gemeinschaftsprojekts ‚Der späte Nietzsche‘ ist die Manuskriptedition von Friedrich Nietzsches (1844-1900) handschriftlichem Nachlass von Frühjahr 1885 bis Januar 1889. Diese erscheint als Abteilung IX im Rahmen der Kritischen Gesamtausgabe der Werke (= KGW).
Nietzsches später Nachlass, aus dem dessen Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche das Phantom-Werk „Der Wille zur Macht“ (1901 bzw.
1906/11) kompiliert hat, wird erstmals in seiner Gesamtheit manuskriptgetreu als Heft- und Mappenedition publiziert. Dadurch wird zum einen das Ausmaß jener in der Editionsgeschichte beispiellosen Werkfälschung transparent gemacht, zum anderen der Nietzscheforschung eine gesicherte und vollständige Textgrundlage zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird in exemplarischer und innovativer Weise an einem umfangreichen und komplexen Nachlassmaterial die Leistungsfähigkeit von Manuskripteditionen aufgezeigt.
Mit der differenzierten Transkription und digitalen Faksimilierung der nachgelassenen Handschriften ab Frühjahr 1885 sowie einem editorischen Nachbericht schließt die Abteilung IX die Edition und Kommentierung des späten Nachlasses in KGW ab. Vorrangige Absicht ist es, die Notiz- und Arbeitshefte integral wiederzugeben und den typischen Notatcharakter der Aufzeichnungen zu dokumentieren. Statt (wie in bisherigen Ausgaben üblich) durch Konstituierung geglätteter Lesetexte in vielen Fällen einen falsch-eindeutigen Text zu bieten, werden in diplomatischer Umschrift auch Korrekturvorgänge, Streichungen, spätere Überarbeitungen etc.
wiedergegeben. Die ursprüngliche Anordnung der Aufzeichnungen wird beibehalten, eine Aufteilung in Vorstufen und Fragmente entfällt. Die topologische Darstellungsweise ermöglicht dadurch neue Einsichten in den Schreibprozess und die Textgenese beim späten Nietzsche.
Die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft herausgegebenen Bände erscheinen als Abteilung IX der Kritischen Gesamtausgabe: Friedrich Nietzsche, Werke. Kritische Gesamtausgabe, begründet von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, weitergeführt von Volker Gerhardt, Norbert Miller, Wolfgang Müller-Lauter und Karl Pestalozzi, Abteilung IX: Der handschriftliche Nachlaß ab Frühjahr 1885 in differenzierter Transkription, Bände 1-3 herausgegeben von Marie-Luise Haase und Michael Kohlenbach, Bände 4ff. herausgegeben von Marie-Luise Haase und Martin Stingelin, Berlin-New York: Walter de Gruyter 2001ff.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Nietzsche, Werke, Kritische Gesamtausgabe, Abt. IX, Bd. 9: Arbeitshefte W II 6 und W II 7
Haase Marie-Luise / Stingelin Martin (Hrsg.) (2011), Nietzsche, Werke, Kritische Gesamtausgabe, Abt. IX, Bd. 9: Arbeitshefte W II 6 und W II 7.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Texturen des Denkens. Nietzsches Inszenierung der Philosophie in Jenseits von Gut und Böse 27.07.2012 Naumburg/Saale


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
113386 Der späte Nietzsche. Manuskriptedition des Nachlasses 1885 - 1889 01.10.2006 Project funding (special)
143188 "Der späte Nietzsche". Manuskriptedition des Nachlasses 1885-1889 01.10.2012 Project funding (special)

Abstract

Ziel des seit April 1997 vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten deutsch-schweizerischen Projekts „Der späte Nietzsche“ ist die kritische Edition von Nietzsches gesamtem handschriftlichen Nachlaß seit Also sprach Zarathustra (1885-1889). Nach der Pilotphase und der vom SNF durchgeführten Evaluation der Probe-Edition konnte im Oktober 1998 mit der konkreten Arbeit am Nachlaß begonnen werden. Ein Editorenteam in Berlin, Weimar und Basel erstellt die druckfertige Vorlage zur Publikation, die innerhalb der Kritischen Gesamtausgabe, Werke (KGW) im Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin-New York, erscheint (siehe auch den dem SNF vorliegenden neuen Vertrag vom September 1998, in den Prof. Dr. Martin Stingelin am 28.12.2001 rückwirkend ab dem 1. Oktober 2001 als Nachfolger von Dr. Michael Kohlenbach mit allen Rechten und Pflichten eingetreten ist). Grundlage des Vorhabens stellt weiterhin das von allen für die KGW Verantwortlichen gutgeheißene und dem SNF bekannte „Editorische Konzept“ vom 6. Januar 1994 dar, aktualisiert um die Angaben in den vom SNF jeweils bewilligten Gesuchen von 1994 (Gesuchsteller: Prof. Dr. Wolfram Groddeck), 1996, 1998 und 2000 (Gesuchsteller: Dr. Michael Kohlenbach) sowie von 2003 und 2006 (Gesuchsteller: Prof. Dr. Martin Stingelin). Auf dieses Konzept und die genannten früheren Gesuche sei auch hinsichtlich aller Detailfragen verwiesen, die das Zustandekommen der für die Präsentation des Nachlaßmaterials notwendig gewordenen editorischen Neuorientierung betreffen. Mit der Realisierung des Konzepts wird zum ersten Mal Nietzsches Nachlaß der letzten Schaffensjahre vollständig dokumentiert und editorisch erläutert. Die vorrangige Absicht ist es, den typischen Notatcharakter (Korrekturvorgänge etc.) der Aufzeichnungen nicht, wie seit den ersten Gesamtausgaben des Nietzsche-Archivs (1894ff.) üblich, durch Aufteilung in Vorstufen und Fragmente und durch Konstituierung geglätteter Lesetexte (mit anschließender textphilologischer Apparatierung) zu verunklären. Dies hatte in allzu vielen Fällen einen falsch-eindeutigen Text und die Zerstörung der ursprünglichen Kontexte der Niederschriften zur Folge. Das Konzept stellt also einen neuen, vom Ansatz Mazzino Montinaris, dem verstorbenen Initiator und Herausgeber der KGW, verschiedenen Plan dar, kann aber dazu beitragen, nun erstmals wirklich seine Intention einzulösen, den „handschriftliche[n] Nachlaß Nietzsches in seiner authentischen Gestalt bekannt werden“ zu lassen. Daher ist diese Manuskriptedition zwar in die KGW integriert, ihr eigenständiger Typus jedoch durch die Errichtung der für die KGW neuen Abteilung IX deutlich gemacht, in der bislang sieben Bände erschienen sind (siehe 2.2.).
-