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Das protestantische Milieu im Basel des 20. Jahrhunderts

Applicant Mooser Josef
Number 126444
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Swiss history
Start/End 01.11.2009 - 31.10.2010
Approved amount 58'650.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Swiss history
Ecclesiastical history

Keywords (16)

Ev.-Ref. Kirche Basel-Stadt; Protestantismus; Säkularisierung; Dechristianisierung; Strukturgeschichte; Akteursgeschichte; Diskursanalyse; Milieu; Mentalitäten; Secularization; Dechristianisation; Mentalities; Protestantism; (Milieu); Local history; Basel-Stadt

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
1. Ziele des Forschungsprojekts
Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, die Gründe für den Bruch der Gesellschaft mit der protestantischen Kirche Ende der 1960er/anfangs der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts für den Raum Basel zu untersuchen. Die Arbeit soll zudem über die spezifische Mentalität der Basler Protestanten Auskunft geben und sie umreissen. Persistenz und Wandel von Einstellungen und Praktiken im protestantischen Milieu sollen aufgezeigt und Veränderungen festgehalten werden.

2. Kontext und Bedeutung des Projekts
Hintergrund bildet die Annahme, dass Kirche und Gesellschaft in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis stehen und die Tatsache, dass dieses Verhältnis in der schweizerischen sozialhistorischen und religionssoziologischen zeitgeschichtlichen Forschung bislang vernachlässigt wurde.
Gegenwärtig erleben wir eine deutlich zunehmende Sensibilisierung für die soziale und kulturelle Bedeutung der Religion sowie für religiös geprägte kulturelle und soziale Konflikte. Die Studie bietet dafür historisches Orientierungswissen. Sie bereichert die fachwissenschaftlichen Diskussionen über Milieubildung im Protestantismus und die "Säkularisierung".

3. Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie Die Leitfragen der Studie beziehen sich auf die Verankerung der protestantischen Kirche in der Gesellschaft und auf ihren Einfluss auf diese Gesellschaft. Untersucht wird die Mächtigkeit der Kirche in Bezug auf die soziale Wirklichkeit und der Wandel dieses Verhältnisses im Laufe der Untersuchungsperiode.
Mit einer methodischen Dreiteilung setzt das Forschungsvorhaben an den Schnittpunkten zwischen der Kirche und der Gesellschaft an. Im ersten Teil der Forschungsarbeit sollen mittels der historischen Diskursanalyse charakteristische Problemkonstellationen, die über das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft Auskunft geben, untersucht werden. Als Quelle dient hier die protestantische Presse, das heisst die kirchlichen Zeitungen und Zeitschriften.
In einem zweiten Teil werden Struktur und Bedeutung des protestantischen Verbandswesens in Basel aufgearbeitet. Sie sind entscheidende Indizien für die Existenz eines protestantischen Milieus. Quellen sind die Jahresberichte und Protokolle der protestantischen Vereine in Basel. Sie werden nach Anzahl, Zwecksetzung, Entstehungs- und Auflösungsgründen befragt, aber auch nach dem Verhältnis von Verbandsprotestantismus und Säkularisierung.
Ein dritter Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist die Identifizierung der wichtigsten Akteurinnen und Akteure des Basel-städtischen Protestantismus. Sie basiert auf einer prosopographischen Untersuchung derselben Quellen.

(Fortsetzung von Projekt-Nr. 100011-113533/1)
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
113533 Das protestantische Milieu im Basel des 20. Jahrhunderts. Eine Struktur-, Akteurs- und Diskursanalyse 01.11.2006 Project funding (Div. I-III)
113533 Das protestantische Milieu im Basel des 20. Jahrhunderts. Eine Struktur-, Akteurs- und Diskursanalyse 01.11.2006 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Beim vorliegenden Gesuch handelt es sich um ein Fortsetzungsgesuch, dessen Bewilligung es erlauben soll, die Forschungsarbeiten, die seit 1.11.2006 laufen, nach dem im Folgenden skizzierten Projektplan zu vollenden. Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, die Gründe für den Bruch der Gesellschaft mit der protestantischen Kirche ab Mitte der 1960er-Jahre für den Raum Basel zu untersuchen. Hintergrund bildet die Annahme, dass Kirche und Gesellschaft in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis stehen und die Tatsache, dass dieses Verhältnis in der sozialhistorischen Forschung zu Basel bislang stark vernachlässigt wurde. Politische, gesellschaftliche und soziale Entwicklungen eines Landes oder einer Region können nicht unabhängig von der Mentalität der Bevölkerung betrachtet werden - die Religion bzw. die Kirche ist wichtiges Element davon. Mit dem Festhalten am Paradigma der Säkularisierung wirkt man der Erfassung weit reichender Veränderungen in der Moderne entgegen. Erreicht werden soll das Forschungsziel, indem die Vorgeschichte und die Voraussetzungen dieser vordergründigen Entkirchlichung im Zeitraum von rund fünfzig Jahren ins Zentrum der Studie gestellt werden. Die Leitfragen beziehen sich auf die Verankerung der protestantischen Kirche in der Gesellschaft und auf ihren Einfluss auf diese Gesellschaft. Untersucht wird die Mächtigkeit der Kirche in Bezug auf die soziale Wirklichkeit und der Wandel dieses Verhältnisses im Laufe der Untersuchungsperiode. Mit einer methodischen Dreiteilung setzt das Forschungsvorhaben an den Schnittpunkten zwischen der Kirche und der Gesellschaft an. Im ersten Teil der Forschungsarbeit sollen mittels der historischen Diskursanalyse charakteristische Problemkonstellationen, die über das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft Auskunft geben, untersucht werden. Die Analyse dieser für die Kirchen retrospektiv als „Krisenzeiten“ zu definierenden Zeitabschnitte, soll es möglich machen, über die spezifische Mentalität der Basler Protestanten Auskunft zu geben und sie zu umreissen. Persistenz und Wandel von Einstellungen und Praktiken im protestantischen Milieu sollen aufgezeigt werden. Als Quelle dient hier die protestantische Presse, das heisst die kirchlichen Zeitungen und Zeitschriften. In diesen erhielten die Leitfiguren des Basler Protestantismus immer wieder Gelegenheit, sich zu sozialen, gesellschaftlichen und politischen Themen zu äussern.In einem zweiten Teil werden Struktur und Bedeutung des protestantischen Verbandswesens in Basel aufgearbeitet. Sie sind entscheidende Indizien für die Existenz eines protestantischen Milieus. Quellen sind die Jahresberichte und Protokolle der protestantischen Vereine in Basel. Sie werden nach Anzahl, Zwecksetzung, Entstehungs- und Auflösungsgründen befragt, aber auch nach dem Verhältnis von Verbandsprotestantismus und Säkularisierung. Ein dritter Schwerpunkt der Forschungsarbeit stellt, basierend auf denselben Quellen, die Identifizierung der wichtigsten Akteurinnen und Akteure des Basel-städtischen Protestantismus dar. Mittels einer prosopographischen Untersuchung werden Namen, Aktivitäten und Ziele der Protagonisten und ihre Verbindungen untereinander offen gelegt und nach den Formen ihres Engagements gefragt. Bislang wurden umfangreiche Recherchearbeiten zu den protestantischen Zeitschriften und den Vereinsakten geleistet, Personenregister erstellt und mit der Verschriftlichung des diskursanalytischen Teils begonnen. Forschungsziele im 4. Jahr sind die prosopographische Untersuchung, das Zusammenführen der drei Forschungsteile, das Herstellen von Querverbindungen und Abhängigkeiten sowie die vollständige Verschriftlichung der Analyse.
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