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Kampf um die Schweizer Armee. Eine historische akteurs- themen und semantikorientierte Studie zur Debatte um die Schweizer Armee 1966 - 2003

English title The struggel for the Swiss Army: A historical study ananlyzing actororiented, thematic and semantic issues on the debate over the Swiss Army in the years 1966 - 2003
Applicant Jaun Rudolf
Number 126426
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Militärakademie (MILAK) ETH Zürich
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline Swiss history
Start/End 01.01.2010 - 30.04.2013
Approved amount 309'828.00
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Keywords (13)

Armeedebatte 1966 - 2003; Gesamtverteidigungsdebatte; Soldatenkomitees 1970er Jahre; GSoA-Bewegung und Abstimmung; F/A-18-Abstimmung; Rechtskonservative Opposition gegen Armeereform; Debatte um Ziele, Mittel und Verfahren der Armee; Akteurskreise und Advokationskoalitionen; Medienarenen; Verteidigungssemantik/Sicherheitssemantik; Debatte um Ziele; Mittel und Verfahren der Armee;

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
LeadDie Schweizer Milizarmee ist in den letzten Jahre einer starken öffentlichen Debatte unterworfen. Seit den späten 1960er Jahren wurde diese Debatte immer heftiger und wird seit der Umwandlung der Armee nach dem Ende des Kalten Krieges in eine für vielfache Verwendungen einsetzbare Streitkraft nicht nur von der politschen Linken sonder auch von der politschen Rechten kritisiert und in Frage gestellt. In dem Projekt werden die beteiligten Akteure, ihre Themensetzungen und Argumente untersucht.HintergrundIm Jahre 1966 setzten nach Abschluss des Streites um die richtige militärische Verteidigungs-Konzeption die 1956 im Zuge der Ungarnkriese abgewürgte politische und gesellschaftskritische Diskussion um die Schweizer Armee wieder ein. Militärische Themen, insbesondere Beschaffungsgeschäfte, konnten wieder skandalisiert werden und die Soldatenkomitees stellten im Zuge der 68er Bewegung die politische und gesellschaftliche Legitimität der Armee in Frage und gaben der Armeedebatte eine neue Richtung. Eine Richtung, die sich in den 1980er Jahren zur Abschaffungsforderung verschärft und mit der Rothenthurm- und der GsoA -Abstimmung 1989 einen ersten Höhepunkt erreichen sollte. In den 1990er Jahren mündete sie in den Versuch, der Armee wenigstens ratenweise die Mittel zu entziehen:keine neuen Kampfflugzeuge und Halbierung des Militärbudgets. Mit den Armeereformen von 1995 und 2003 erfolgte jedoch ein alignement des fronts: nicht nur die Linke bedrängte die Armee, sondern auch die konservative Rechte kritisierte die Armeereformvorhaben.ZielEs geht darum, zu klären welche Aktionskoalitionen sich auf beiden Seiten der armeekritischen Kreise bildeten, wie sie auf den medialen, parlamentarischen und administrativ-institutionellen Arenen auftraten und ihre Interessen und Visionen vertraten. Aber auch welche Sprachbilder, Metaphoriken und Bildsymbole sie verwendeten. Dies vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Medienlandschaft, die selbst zum Akteur wird und das umstrittene Thema "Armee" zu bewirtschaften beginnt.BedeutungDas Projekt soll dazu beitragen, ein differenziertes Verständnis der immer noch mit aller Virulenz anhaltenenden Armeediskussion zu ermöglichen. Die Studie soll nicht nur die kontinuierlichen Problemlagen und Herausforderungen der Weiterentwicklung und Legitimation einer Armee der Staatsbürger herausarbeiten, sondern auch Brüche und veränderte gesellschaftliche und mediale Konstellationen der Debatte benennen. Die Untersuchung der Debatte um die "Heilige Kuh" Armee zwischen 1966 und 2003 soll einen Beitrag zur Erhellung der Eigenarten schweizerischer Streitkräftebildung und schweizerischer Politik leisten.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Das grösste Rüstungsgütergeschäft der Schweizer Armee: Die Beschaffung des Kampfpanzers Leopard 2
Wyniger Christoph (2013), Das grösste Rüstungsgütergeschäft der Schweizer Armee: Die Beschaffung des Kampfpanzers Leopard 2, in Jaun Rudolf, Rieder David (ed.), 130-143.
Ein Dach für die Schweiz oder unnötige Milliardenvögel? Die Debatte um die Beschaffung des Kampfflugzeuges F/A-18
Lutz Marc (2013), Ein Dach für die Schweiz oder unnötige Milliardenvögel? Die Debatte um die Beschaffung des Kampfflugzeuges F/A-18, in Jaun Rudolf, Rieder David (ed.), 74-84.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Expertenkollquium mit Prof. Dr. Sascha Demarmels 30.01.2013 Zürich
Expertenkolloquium mit Prof. Dr. Sascha Demarmels 07.11.2012 Zürich
Expertenkolloquium mit Prof. Dr. Karl W. Haltiner 22.08.2012 Zürich
Expertenkolloquium mit Prof. Dr. Karl W. Haltiner 02.05.2012 Zürich
Schweizer Rüstung. Politik, Beschaffungen und Industrie im 20. Jahrhundert. 21.10.2011 Schweizerische Nationalbibliothek, Bern


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Workshop der Dozentur Militärgeschichte der Militärakademie an der ETH Zürich und des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA), Potsdam zum Thema „Streitkräftetransformation und öffentliche Debatte: Forschungsprojekte zur Bundeswehr und zur Schweizer 23.05.2012 Zürich
Fortgeschrittenenkolloquium 22.12.2011 Universität Zürich
Vorlesung Blockwoche Bachelor Studiengang '11 an der Militärakademie an der ETH Zürich 17.08.2011 MILAK, Kaserne Birmensdorf


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Der Kampf um die Schweizer Armee 1966-2003 AKM Newsletter International 01.09.2011

Abstract

Die Erforschung der Geschichte der Schweizer Armee konzentriert sich seit über 30 Jahren auf die offiziöse "Geschichte des Schweizer Generalstabs", welche primär die innermilitärische Entwicklung der Armee und die Zusammensetzung des Generalstabskorps (1804 - 1966) thematisiert. Die Weiterentwicklung und Ausgestaltung der Armee unterlag jedoch insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg einer heftigen öffentlichen - auch radikal militärkritischen - Diskussion, welche nach dem Konzeptionsstreit mit der Mirageaffäre einen ersten Höhepunkt erreichte. In den 1970er Jahren wirkte die 68er-Bewegung und in den 1980er Jahren die europaweite "Friedensbewegung" im Zeichen des NATO-Doppelbeschlusses auf die Armeedebatte ein und gipfelte 1989 in der ersten GSoA-Abstimmung, welche die Abschaffung der Armee forderte und dabei einen Achtungserfolg verbuchte. Die durch die demographischen und strategischen Veränderungen notwendigen Armeerestrukturierungen in den 1990er Jahren zeitigten ein bemerkenswertes Renversement des fronts in der Armeekritik. Während das Gros der Linken unter Aufrechterhaltung der traditionellen Abrüstungsforderungen unter dem Eindruck des Jugoslawienkrieges den Umbau der Armee zu einer Friedensförderungsstreitkraft anerkannte, entwickelte sich eine national-konservative Opposition gegen die Armeereformprojekte und gegen die fortgesetzte Transformation der Milizarmee zum Instrument einer auf Kooperation ausgerichteten Sicherheitspolitik. Damit werde die staatsrechtliche und staatsbürgerliche Basis der Milizarmee aus den Angeln gehoben.Das vorliegende Forschungsvorhaben beabsichtigt, die Auseinandersetzungen und Debatten um die Schweizer Armee zwischen 1966 und 2003 anhand ihrer zentralen Themen und Akteursgruppen zu erfassen und zu analysieren. Angestrebt wird dabei ein Verfahren, welches erlaubt, die komplexe Akteursstruktur des schweizerischen militärisch-politischen Systems, den Debattegegenstand "Armee" sowie die medialen und sprachlichen Repräsentationsebenen der Auseinandersetzung adäquat zu berücksichtigen.Dabei ist im Auge zu behalten, dass sich im Untersuchungszeitraum die Medienlandschaft grundlegend veränderte. Die Analyse soll sowohl die interne militärische wie die externe öffentliche Auseinandersetzung und deren gegenseitige Beeinflussung und Überschneidung berücksichtigen und dabei aufzeigen, zu welchen Themen sich welche Akteure zusammentaten und auf welchem militärischen und öffentlichen Feld sie agierten. Um dem Debattegegenstand "Armee" gerecht zu werden, sollen die umstrittenen Eckwerte der Armee (Ziele, Mittel und Kampfmethoden) und die Veränderung der Grundstruktur der Sprach- und Sichtweisen der Akteure im Auge behalten werden. Mit der Verwendung des militärischen Doktrinansatzes und des systemtheoretischen Semantikbegriffes sollen die Zentralpunkte der Armeekritik und die Verortung in den Sprach- und Denkmustern der Akteure gefasst und analysiert werden.
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