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2. Fachtagung Klinische Sozialarbeit: Ressourcenaktivierende Verfahren in der psychosozialen Praxis

Applicant Schmid Holger
Number 126045
Funding scheme DORE conferences
Research institution Institut Soziale Arbeit und Gesundheit Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Social work
Start/End 01.07.2009 - 30.09.2009
Approved amount 9'160.00
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Keywords (1)

Klinische Sozialarbeit

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Kein Lay-Summary nötig.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
147477 5. Fachtatung Klinische Sozialarbeit: Mit Zielen arbeiten trotz widriger Umstände 01.06.2013 Scientific Conferences

Abstract

Kontext, Ausgangslage Das Thema Gesundheit ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine grosse gesellschaftliche und soziale Herausforderung unserer Zeit. Dabei spielen sozioökonomische, psychosoziale und individuelle Aspekte eine Rolle. Hanses (2008) konstatiert einen engen Zusammenhang zwischen sozialen und gesundheitlichen Risiken. Armut, geringe Bildungschancen, Arbeitslosigkeit und andere prekäre Lebensbedingungen gehen einher mit schlechterer Gesundheit. Bildung, Einkommen und gesellschaftlicher Status sind bedeutende Einflussfaktoren. Soziale Ungleichheit und Gesundheit sind eng miteinander verbunden (Hahn & Pauls, 2008, Mileck, 1998). Der Zusammenhang von Sozialer Arbeit und Gesundheit ist von Beginn an prägend für das Berufsbild der Sozialen Arbeit und wird in vielen Arbeiten aufgenommen. Alice Salomon gilt als eine der bedeutenden Begründerinnen Psychosozialer Arbeit. Sie bezieht sich auf die Arbeiten von Richmonds (1917) und schreibt 1926 das Buch die „Soziale Diagnose“, welches von Geissler(2005) als Meilenstein der Sozialen Arbeit klassifiziert wird. Schon früh formuliert sie die Grundlagen sozialarbeiterischer Intervention, so in ihrem Beitrag „Der Kunst zu helfen“: „ Das Gefühl des Vollbringens und der Kraft, das entsteht, wenn man selbst Herr über eine Schwierigkeit wird, ist ein zu kostbares Gut, als dass man es irgend einem Menschen vorenthalten dürfte“ (Salomon, 1926, 2004, S. 305). Diese Ausführungen lassen sich ohne weiteres mit den Begriffen und Konzepten von Bewältigungsressourcen in Verbindung bringen. Sie spricht damit grundlegend auch das Autonomiebedürfnis des Menschen an, welches sich in vielen aktuellen psychosozialen und psychologischen Modellen wiederfindet, beispielsweise (Grawe, 2004, Kanfer 1998, Epstein 1991). Der Zusammenhang von sozialer Benachteiligung und Gesundheit führt für Alice Salomon zum Schluss, dass Veränderungsprozesse zur Linderung psychosozialer Problemsituationen stets Veränderungen in der Umgebung und bei der Person bedürfen. Mit dieser Position lehnt sie sich an die Arbeiten von Richmonds (1917) an, welcher auf den Zusammenhang zwischen individuellen Problemlagen und Sozialen Bedingungen fokussiert. Mit Richmonds verbindet sich das Paradigma von „person in environment“. Eine Situation ist damit weder rein individuell noch rein umgebungsbedingt, sondern stets ein Prozess, welcher sich aus der Interaktion zwischen Personen und Umgebung ergibt. Diese Sichtweise ist zentral für die psychosoziale Praxis und Ausgangspunkt für Methoden und Verfahren der klinischen Sozialarbeit (Hahn & Pauls, 2008). Frühe Konzepte und Grundlagen zur clinical social work gehen auf E. Abbott 1931 an der Universität Chicago zurück. Die Weiterentwicklung Klinischer Sozialarbeit im deutschsprachigen Raum wird durch den 2. Weltkrieg unterbrochen. Vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Ungleichheiten gewinnt heute die Klinische Sozialarbeit zunehmend an Bedeutung, was sich in vielen wissenschaftlichen Beiträgen zeigt (Gahlleitner, 2008, Zurhorst, 2008, Pauls 2002 u.v.a.). Ausgangspunkt für die Aufgaben klinischer Sozialearbeit sind in der Regel Problemsituationen, welche allerdings nur verändert werden können, wenn es gelingt, sgenügend Ressourcen zu aktivieren. Der Tagungstitel „Ressourcenaktivierende Verfahren in der psychosozialen Praxis und Beratung“ fokussiert deswegen auf das Spannungsfeld zwischen Ressourcen und Problemperspektiven. Wenngleich der Anlass für psychosoziale Hilfestellung in der Regel Probleme sind, werden im Laufe der psychosozialen Hilfestellung die Ressourcen des Klienten oder der Klientin und seines oder ihres Umfeldes immer bedeutender. Der Erfolg psychosozialer Intervention hängt nicht zuletzt davon ab, inwieweit es gelingt, die Ressourcen der Klientel zu aktivieren (Grawe, 2004).
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