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Swissness revisited - Imagination "Schweiz" im Kontext von Transnationalisierungsprozessen

English title Swissness revisited - Imaginations of „Switzerland“ in the context of transnationalization
Applicant Huber Jörg
Number 124684
Funding scheme DORE project funding
Research institution Institut für Theorie (ith) Departement Medien und Kunst Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Institution of higher education Zurich University of the Arts - ZHdK
Main discipline Arts
Start/End 01.06.2009 - 31.05.2011
Approved amount 223'542.69
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Keywords (20)

Globalisierung; Transnationalisierung; Swissness; Schweiz; Nationale Identität; lokal - global; Schweiz-Bilder; Imagination Schweiz; transnationalization; globalization; image-making; nation; state; national; identity; representation; imagination; imagined; communities; mobility

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Im Zentrum des Forschungsprojekts "Swissness revisited" steht die Frage, auf welche Art und Weise aktuelle Imaginationen von "Schweiz" entstehen, wie diese im Kontext von Globalisierung laufend verändert und ausgehandelt werden und welche Akteure an deren (Re-)Produktion beteiligt sind. Unser Interesse gilt dabei in erster Linie den Akteuren transnationaler Bewegungen (globales Business, Tourismus, Migration) sowie der zunehmenden Transnationalisierung (ehemals) nationaler Bilder und Bedeutungen. Untersuchungsgegenstand der Forschung ist die Transformation und zunehmende Internationalisierung nationaler Bilder durch die Imaginationen unterschiedlichster Akteure und deren alltagsweltliche, organisationsbezogene und institutionelle Verflechtungen.Theoretische Grundlagen der Forschung bilden aktuelle Diskurse und Forschungen zu Prozessen der Transnationalisierung und Globalisierung, der Migration und Zirkulation von Menschen, Waren und Bildern sowie die daraus resultierenden Effekte auf (nationale) Identitäten und veränderte Verhältnisse von lokal zu global.Im Gegensatz zu klassischen Image-Studien steht bei "Swissness revisited" weniger die Messung des Bekanntheitsgrades von traditionellen Schweiz-Bildern und damit verbundenen Werten im Zentrum, sondern die Frage nach freien Imaginationen, Begehren, Wünschen oder Bedenken und Kritik im Zusammenhang mit Schweiz. So stellt z.B. aus der Perspektive des internationalen Tourismus betrachtet "Schweiz" ein komplexes kulturelles Feld dar, welches von ganz unterschiedlichen Personen immer wieder neu erfunden und mit eigenen Bedeutungen aufgeladen wird. Touristen, aber auch migrantische Communities, die im Austausch mit Verwandten und Bekannten in anderen Ländern stehen, tragen entscheidend dazu bei, ganz unterschiedliche Imaginationen von "Schweiz" in Umlauf zu bringen. Die Bilder und die damit verbundenen Begehren haben mit dem realen Land und der Nation Schweiz letzlich nur wenig zu tun. Vielmehr setzen sich die Schweiz-Bilder aus unterschiedlichen Motiven zusammen, die einerseits durch historische andererseits aber auch durch persönliche Umstände beeinflusst werden.Fokus der Feldforschung ist der offizielle Auftritt der Schweiz an der Weltausstellung 2010 in Shanghai. Befragt werden unterschiedlich situierte Personen, die mit der Initiierung, Finanzierung, Konzeption, Gestaltung, dem Bau und dem Betrieb des Schweizer Pavillons zu tun haben. Dazu gehören Akteure aus der Schweiz und aus China, aus Politik, Verwaltung, Management, der Kulturszene, Handwerkerinnen und spezialisierte Dienstleister bis hin zu Reinigungskräften und Aufsichtsdienst.Kontakt: http://www.ith-z.ch/forschung/swissness+revisited
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
134104 "Roots becoming Routes": Mobility, place and transnational social spaces between the Americas and Switzerland 01.06.2011 Marie Heim-Voegtlin grants

Abstract

Im Zentrum des Forschungsvorhabens „Swissness revisited“ steht die Frage, auf welche Art und Weise aktuelle Imaginationen von „Schweiz“ entstehen, wie diese im Kontext von Globalisierung laufend verändert und ausgehandelt werden und welche Akteure an deren (Re-) Produktion beteiligt sind. Das Interesse gilt dabei in erster Linie den Akteuren transnationaler Bewegungen (globales Business, Tourismus und Migration) und der zunehmenden Transnationalisierung (ehemals) nationaler Bilder und Bedeutungen. Untersuchungsgegenstand des Forschungsprojekts ist die Transformation und Transnationalisierung von nationalen Bildern durch Imaginationen unterschiedlichster pluri-lokal agierender Akteure und deren alltagsweltliche, organisationsbezogene und institutionelle Verflechtungen. Kern der Forschung bildet die Befragung von ganz unterschiedlich situierten Personen zu ihren Imaginationen, Vorstellungen, Begehren, Wünschen oder Bedenken und Kritik im Zusammenhang mit Schweiz. Im Gegensatz zu klassischen Image-Studien steht bei „Swissness revisited“ weniger die Messung des Bekanntheitsgrades bestimmter vorgegebener Bilder und Zeichen oder spezifische Werte, die damit in Verbindung gebracht werden, im Zentrum, sondern stärker die Frage nach freien Imaginationen, die in und ausserhalb der Schweiz in unterschiedlichen Millieus mit Schweiz in Verbindung gebracht werden. Theoretische Grundlagen der Forschung bilden aktuelle Diskurse und Forschungen zu Prozessen der Transnationalisierung und Globalisierung, der Migration und Zirkulation von Menschen, Waren und Bildern sowie die daraus resultierenden Effekte auf (nationale) Identitäten und veränderte Verhältnisse von lokal zu global. So sehen wir z.B. die laufende Kontroverse um den Begriff „Swissness“ als ein Ausdruck der kontinuierlichen Reflektion und Aushandlung „nationaler Werte“ in einem zunehmend transnationalen oder globalen Kontext. Unter dem Begriff „Swissness“ wurden in den vergangenen Jahren so widersprüchliche Phänomene wie coole Kunst, Design und Architektur aus der Schweiz, die populäre Wiederbelebung von Folklore und seit neuestem die offizielle Politik zum Schutz der „Marke Schweiz“ diskutiert. Unter demselben Aspekt kann auch die Nationalisierung von Produkten oder Dienstleistungen nochmals betrachtet werden. Das Projekt baut wesentlich auf Erkenntnissen auf, die im Forschungsprojekt „Und plötzlich China!“ gewonnen werden konnten und soll diese durch den spezifischen Fokus auf einzelne Akteure vertiefen und schärfen. Die Untersuchung läuft entlang der Realisation des Auftritts der Schweiz an der Weltausstellung 2010 in Shanghai. Befragt und teilweise begleitet werden Akteure, die mit der Initiierung, Finanzierung, Konzeption, Gestaltung, dem Bau, Betrieb und der kulturellen Bespielung des Schweizer Pavillons zu tun haben. Dazu gehören Akteure aus der Schweiz und aus China, aus der Politik, Verwaltung, aus dem Management, der Kulturszene, HandwerkerInnen und spezialisierte DienstleisterInnen, bis hin zu Reinigungskräften und Aufsichtsdienst. Die Realisierung des Weltausstellungspavillons sehen wir als exemplarisches dynamisches Projekt im transnationalen Raum, innerhalb dessen ein komplexes Netzwerk von Akteuren zusammenarbeitet, das sich in einer gegebenen zeitlichen Struktur bildet, erweitert und wieder auflöst. Die Untersuchung folgt der Projektdynamik insofern, als dass zu Beginn nicht vollständig absehbar ist, welche Akteure und Akteursmillieus genau berührt werden. Gleichwohl ist sichergestellt, dass es über die Struktur der sich temporär bildenden Produktionseinheit und die komplexe Vielschichtigkeit des Unterfangens, welche eine Vielzahl von mehr oder weniger qualifizierten SpezialistInnen und MitarbeiterInnen miteinschliesst, eine der Fragestellung angemessene Kohärenz des untersuchten Feldes gibt. Die binationale Struktur des Projektes, welches von der Schweiz aus geplant und konzipiert und in Shanghai realisiert werden muss, bietet ausserdem die interessante Gelegenheit, die Perspektiven von Akteuren von ’innen’ und von ’aussen’ miteinander in Verbindung zu bringen. Der unterschiedliche Grad inhaltlicher Involviertheit und Identifikation von Akteuren, der in einem solchen Unterfangen in der Regel gegeben ist - z.B. zwischen dem Verantwortlichen für die Ausstellungsinhalte oder einem Monteur für Lüftungsanlagen - ist vielversprechend, was die gewünschte Mehrstimmigkeit und Vielschichtigkeit bezüglich der Frage „Was sind die Imaginationen im Zusammenhang mit „Schweiz“?“ anbelangt. Das methodische Vorgehen umfasst Material-Recherchen, Presse-Analyse, Leitfaden gestützte Interviews, vertiefende Befragung gekoppelt mit teilnehmender Beobachtung und einer visuellen Dokumentation, die Analyse im Rahmen von interdisziplinären Workshops und die Vermittlung der Ergebnisse und Diskussion mit einer interessierten Öffentlichkeit einerseits im Rahmen eines Online-Forums andererseits durch die Umsetzung einer Ausstellung, die sich an eine breitere Öffentlichkeit richtet und zur Debatte über die Bedeutung von Schweiz in einem globalen und transnationalen Kontext anregen soll.Die Forschungsergebnisse fliessen in die Realisierung einer Ausstellung zu globalisierten Schweiz-Bildern / Imaginationen von Schweiz ein, die parallel zur Forschung gemeinsam mit den Praxispartnern entwickelt und mit Zeithorizont 2010/11 realisiert wird. Das Projekt wird vom Institut für Theorie der Gestaltung der Zürcher Hochschule der Künste durchgeführt. Forschungspartner ist Prof. A. Riemenschnitter vom Ostasiatischen Seminar der Universität Zürich. Praxispartner sind die Organisation Präsenz Schweiz, swissinfo und das Schweizerische Landesmuseum in Zürich. Das Projekt ist auf 18 Monate ausgelegt.
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