Project

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Wissenstransfer bei altersheterogener Zusammenarbeit: Erfolgsfaktoren und Gestaltungsansätze

English title Knowledge transfer in age diverse cooperations: Predictors and interventions
Applicant Ellwart Thomas
Number 124662
Funding scheme DORE project funding
Research institution Institut für Kooperationsforschung und -entwicklung Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Applied psychology
Start/End 01.08.2009 - 31.12.2011
Approved amount 172'804.00
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Keywords (6)

Knowledge; knowledge transfer; diversity; age; team; transfer

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ziele des Forschungsprojekts
Ziel dieses Projektes ist es, (1) Einflussgrössen auf den generationsübergreifenden Wissenstransfers in der betrieblichen Praxis zu identifizieren, (2) konkrete Ansatzpunkte für einen erfolgreichen Wissenstransfer aufzuzeigen und (3) für das Management praktische Interventionsmöglichkeiten zu definieren.

Kontext und Bedeutung des Projekts
Für die beteiligten Kooperationspartner bedeutet das Projekt, erste Schritte in der Diagnose und Optimierung des generationsübergreifenden Wissenstransfers zu unternehmen und sich dabei auf empirische Daten zu stützen. Konkret liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse zur Identifikation des erfolgskritischen Wissens in Unternehmen (Phase 1), eine Diagnose fördernder und hemmender Faktoren für den Wissenstransfer (Phase 2), die Ableitung konkreter Managementmassnahmen zur Optimierung des generationsübergreifenden Wissenstransfers (Phase 3) und die Erfolgsüberprüfung dieser Massnahmen (Phase 4).

Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie Das Projekt orientiert sich an einem integrativen Ansatz, in dem elaborierte Modelle der sozialpsychologisch orientierten Diversitätsforschung (Van Knippenberg, De Dreu & Homan, 2004) in den Anwendungskontext des Wissenstransfers übertragen werden (z.B. Lüthy, Voit & Wehner, 2002).
In vier Projektphasen werden altersgemischte Abteilungen bei den Kooperationspartnern Coop, Axa-Winterthur und Raiffeisen untersucht. Im ersten Schritt wird in den einzelnen Abteilungen das für konkrete Aufgaben der betrieblichen Praxis erfolgskritische Wissen analysiert sowie deren Einflussfaktoren qualitativ erhoben (Phase 1). Anschliessend werden in Phase 2 diese als kritisch identifizierten Faktoren des generationsübergreifenden Wissenstransfers in ein Messinstrument überführt und mittels einer quantitativen Fragebogenerhebung organisationsweit erfasst. In Phase 3 werden Abteilungen identifiziert, in denen Optimierungspotential bezüglich der Bedingungen und Aktivitäten des generationsübergeifenden Wissenstransfers vorliegt und praktische Implikationen abgeleitet. Den Abschluss bildet eine Nachmessung (Phase 4), in welcher der Erfolg möglicher Massnahmen bewertet werden soll.
Aus methodischer Sicht wird eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Ansätzen eingesetzt. In den eher qualitativen Phasen erfolgen die Situations- und Wissensanalyse sowie die Ableitung von Interventionsmassnahmen. Die quantitativen Phasen erlauben sowohl eine statistische Modellprüfung im Längsschnitt als auch die Quantifizierung der Bedingungen in den beteiligten Unternehmen durch Verwendung eines Partial-Last-Square-Ansatzes der Datenanalyse.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Publications

Publication
Measurement of team knowledge in the field – Methodological advantages and limitations
Ellwart T. Rack O. & Biemann T. (2011) (2012), Measurement of team knowledge in the field – Methodological advantages and limitations, in M. Boos M. Kolbe P. Kappeler & T. Ellwart (ed.), Springer, Heidelberg, 155-176.
Team-based rewards in computer-mediated groups
Rack O. Ellwart T. Hertel & Konradt U. (2012), Team-based rewards in computer-mediated groups, in Journal of Managerial Psychology, 26(5), 419-438.
Assessing Coordination in Human Groups: Concepts and Methods
Ellwart T. (2012), Assessing Coordination in Human Groups: Concepts and Methods, in M. Boos M. Kolbe P. Kappeler & T. Ellwart (ed.), Springer, Heidelberg, 119-135.
Altersgemischte Zusammenarbeit: Potentiale für Wissensaustausch, Innovation und Development
Ellwart T. Mock K. & Rack O. (2010), Altersgemischte Zusammenarbeit: Potentiale für Wissensaustausch, Innovation und Development.
Managing knowledge exchange and identification in age diverse teams
Ellwart T. Bündgens S. & Rack O., Managing knowledge exchange and identification in age diverse teams, in Journal of Managerial Psychology.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Ellwart, T., Mock, K. & Rack, O. (2011, May). Knowledge transfer between generations: Effects of age diversity, individual and team work characteristics. Paper presented at the 15th Conference of the European Association of Work and Organizational Psychol 28.03.2011 Maastricht
Bündgens, S. & Ellwart, T. (2011, September). Der Einfluss subjektiver Diversitätswahrnehmungen auf Informationsverarbeitung und Konflikterwartungen in Gruppen. Vortrag auf der Fachgruppentagung Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie, Rostock 28.03.2011 Rostock
Ellwart, T. & Rack, O. (2011, September). Wahrnehmung und Bewertung von Diversität in altersgemischten Teams: Einflüsse auf Wissensaustausch und Identifikation. Vortrag auf der Fachgruppentagung Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie 28.03.2009 Rostock
Ellwart, T. & Rack, O. (2009, September). Änderung von Einstellungen zur Altersdiversität durch Informationsmanagement. Vortrag auf der 6. Tagung der Fachgruppe Arbeits- und Organisationspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie’, Wien, Öster 28.03.2009 Wien


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Ellwart, T. (2009, August). Was beeinflusst den Wissenstransfer bei Diversität? Eingeladener Vortrag des Swiss Knowledge Management Forum, Olten, Schweiz. 28.03.2009 Olten
Ellwart, T. (2009, November). Wissenstransfer. Eingeladener Vortrag in das ConActivity Lab der Hochschule für Angewandte Psychologie, FHNW, Bern, Schweiz. 28.03.2009 Bern


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Altersgemischte Zusammenarbeit: Potentiale für Wissenstransfer und Innovation International 28.07.2010

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
122540 Der Einfluss gruppenbasierter Anreize auf den Wissensaustausch in virtuellen Teams 01.11.2008 DORE project funding

Abstract

Ausgangslage: Demografie und WissenstransferDie gegenwärtigen demografischen Veränderungen führen in Unternehmen sowohl zu einem vermehrten pensionsbedingten Ausscheiden erfahrener Mitarbeitender als auch zu einer verstärkten Zusammenarbeit von Mitarbeitenden unterschiedlicher Generationen (vgl. Schweizer Bundesamt für Statistik, 2006). Die resultierenden Handlungsfelder sind beispielsweise die altersgerechte Arbeitsgestaltung und Förderung (Stegmaier, Noefer, Molter & Sonntag, 2006; Sonntag & Stegmaier, 2007), Fragen zu motivationalen Unterschieden zwischen Generationen (Freund, 2006), Generationskonflikte in Unternehmen (Krause, Philipp & Schüpbach, 2006) oder die Führung älterer Mitarbeitender (Wegge, 2004). Die für dieses Projekt zentrale Fragestellung bezieht sich jedoch auf die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den generationsübergreifenden Wissenstransfer in Unternehmen. Das Management steht dabei vor der Herausforderung, den Verlust von Wissen, Erfahrungen und Fertigkeiten zu verhindern und das Wissenspotential einer altersgemischten Zusammenarbeit effektiv einzusetzen. Thema des Projektes ist daher der generationsübergreifende Wissenstransfer, durch den der demografiebedingte Verlust an erfolgsrelevantem Wissen vermieden werden kann. Darüber hinaus unterstützt der Wissensaustausch zwischen Generationen das organisationale Lernen und die Entwicklung von Innovationen im Unternehmen. Allerdings besteht auch das Risiko, dass der Wissensaustausch durch psychologische Einflussgrössen wie z.B. altersbezogene Stereotypen behindert werden kann und der gewünschte Wissenstransfer ausbleibt.Ziele und AnsatzpunkteIn der angewandten Forschung ist bisher kaum untersucht worden, welche Einflussgrössen speziell berücksichtigt werden müssen, um den Wissenstransfer bei altersgemischter Zusammenarbeit positiv zu beeinflussen (vgl. Roth, Wegge & Schmidt, 2008).Ziel dieses Projektes ist daher, Einflussgrössen des generationsübergreifenden Wissenstransfers in der betrieblichen Praxis zu identifizieren, konkrete Ansatzpunkte für einen erfolgreichen Wissenstransfer aufzuzeigen und für das Management praktische Interventionsmöglichkeiten zu definieren. Obwohl es einige - fast ausnahmslos - grundlagenorientierte Untersuchungen zur Diversität im Bereich Gender, Alter und Kultur gibt, fehlen bisher anwendungsorientierte Befunde und Konzepte auf die Frage, welche erfolgskritischen Faktoren den Wissenstransfer zwischen unterschiedlichen Altersgruppen beeinflussen. Deshalb orientiert sich das Projekt an einem integrativen Ansatz, in dem elaborierte Modelle der sozialpsychologisch orientierten Diversitätsforschung (Van Knippenberg, De Dreu & Homan, 2004) in den Anwendungskontext des Wissenstransfers übertragen werden (z.B. Lüthy, Voit & Wehner, 2002). Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Einflussgrössen auf den generationsübergreifenden Wissenstransfer wie (1) altersbezogene Einstellungen und Stereotypen (z.B. Van Dick, Van Knippenberg, Hägele, Guillaume & Brodbeck, in press), (2) spezifische Selbstwirksamkeitserwartungen (Maurer, Weiss & Barbeite, 2003) und (3) individuelle Motive und Ziele (Kanfer & Ackerman, 2004). Darüber hinaus werden (4) sowohl Aufgabenmerkmale (Wegge, Roth, Neubach, Schmidt & Kanfer, in press) als auch (5) das Teamklima (West, 2000) berücksichtigt. Diese integrative Sichtweise ist für dieses Projekt von grosser Bedeutung, da die grundlegenden Wirkmechanismen von Altersheterogenität auf den Wissenstransfer übertragen werden und im Feld als messbare und veränderbare Grösse praktischen Nutzen generieren sollen.Umsetzung und MethodenDas Projekt ist in vier Phasen gegliedert und wird in insgesamt 12 Abteilungen bei den Praxispartnern Coop und Axa-Winterthur in 24 Monaten durchgeführt. In Phase 1 werden zunächst erfolgskritisches Wissen und Transferbedingungen in einzelnen Abteilungen qualitativ erhoben. Ziel ist es, eine Situationsanalyse zu erstellen (Beschreibung der bestehenden Austausch-Prozesse) sowie eine Wissensanalyse durchzuführen (Identifikation des erfolgskritischen Wissens in den Abteilungen). Anschliessend werden in Phase 2 die Bedingungen des Wissenstransfers durch eine quantitative Fragebogenerhebung an 600 Mitarbeitenden erfasst. Die Ziele der 2. Phase sind eine Modellprüfung (Wirkung der postulierten Einflussgrössen auf den generationsübergreifenden Wissenstransfer) sowie das Aufzeigen wesentlicher Ansatzpunkte für praktische Interventionen.Nach der quantitativen Analyse können in Phase 3 die Abteilungen identifiziert werden, in denen Optimierungsbedarf bezüglich der Bedingungen und Aktivitäten des generationsübergeifenden Wissensaustausch vorliegen. In maximal sechs Abteilungen mit Optimierungsbedarf sollen im Projekt Schritte zur Verbesserung des Wissenstransfers eingeleitet werden. Die Ziele der Phase 3 sind dabei eine Validierung der quantitativen Ergebnisse und die Ableitung von Interventionsansätzen zur Optimierung. In Phase 4 sollen die Variablen der quantitativen Erhebung als Post-Test erneut quantitativ erfasst werden. Diese Nacherhebung hat zum Ziel, die Veränderungssensitivität der eingesetzten Messinstrumente zu überprüfen und den Nutzwert der nach Phase 3 durchgeführten Massnahmen für die Unternehmen aufzuzeigen. Aus methodischer Sicht wird eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Ansätzen eingesetzt. In den eher qualitativen Phasen erfolgen die Situations- und Wissensanalyse sowie die Ableitung von Interventionsmassnahmen. Die quantitativen Phasen erlauben sowohl eine statistische Modellprüfung im Längsschnitt als auch die Quantifizierung der Bedingungen in den beteiligten Unternehmen. Dies wird ermöglicht durch die Verwendung eines Partial-Last-Square-Ansatzes der Datenanalyse (Panten & Thies, 2006). Dieser wird bisher vorrangig in der in der betriebswirtschaftlichen Erfolgsfaktorenforschung eingesetzt und erlaubt durch die formative Spezifikation von Messmodellen, den relativen Einfluss einzelner Faktoren auf Erfolgsmasse zu identifizieren (Jarvis, MacKenzie & Podsakoff, 2003). Das Projekt kann dabei auf Ergebnisse einer von der Biäsch-Stiftung geförderten Vorstudie zur Messung von Einstellungen zur Altersdiversität zurückgreifen (Ellwart & Rack, in prep.).Ergebnisse und NutzwertFür die beteiligten Kooperationspartner bedeutet das Projekt, erste Schritte in der Diagnose und Optimierung des generationsübergreifenden Wissenstransfers zu unternehmen und sich dabei auf empirische Daten zu stützen. Konkret liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse zur Identifikation des erfolgskritischen Wissens in Unternehmen (Phase 1), eine Diagnose fördernder und hemmender Faktoren für den Wissenstransfer (Phase 2), die Ableitung konkreter Managementmassnahmen zur Optimierung des generationsübergreifenden Wissenstransfers (Phase 3) und die Erfolgsüberprüfung dieser Massnahmen (Phase 4).Die Massnahmen und Instrumente werden neben den wissenschaftlichen Fachpublikationen insbesondere in praxisorientierten Artikeln und über Verbindungen in Schweizer Netzwerken den Unternehmen zugänglich gemacht. So erfährt die unternehmerische Praxis, wie die Förderung des Wissenstransfers zwischen Generationen umgesetzt werden kann. Für die wissenschaftliche Forschung wird mit diesem Projekt das Thema Wissenstransfer zwischen Generationen aus anwendungsorientierter Sicht empirisch untersucht. Dabei ist das Forschungsmodell eng an Arbeiten der Grundlagenforschung gebunden, wodurch es einerseits einen wichtiger Beitrag zur Überprüfung der aktuellen Theorien im Anwendungskontext leistet und es andererseits eine hohe interdisziplinäre Anschlussfähigkeit in verschiedenen psychologischen Communities erreicht. Wichtig für die angewandte Psychologie ist dabei, dass die quantitative Prüfung des Modells nicht nur statistisch auf Basis international anschlussfähiger Methoden und Designs erfolgt, sondern im Praxiskontext reflektiert und bezüglich seiner Nützlichkeit validiert wird.
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