Project

Back to overview

Beiträge zur vergleichenden Syntax des Tibetischen

English title Contributions to a comparative syntax of Tibetan
Applicant Bielmeier Roland
Number 124486
Funding scheme Project funding
Research institution Institut für Sprachwissenschaft Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Other languages and literature
Start/End 01.04.2009 - 31.01.2012
Approved amount 323'137.00
Show all

Keywords (8)

Tibetan; dialectology; verbal morphology; comparative syntax; diachronic linguistics; linguistic reconstruction; dialect geography; linguistic typology

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Das in Bezug auf Datenerhebung und Datenverarbeitung abgeschlossene Forschungsprojekt ist als neuartiger Baustein im Rahmen des übergeordneten Ziels einer historischen Grammatik des Tibetischen konzipiert und interdialektal-vergleichend ausgerichtet. Die Idee besteht darin, auf der Basis von ausgewählten tibetischen Dialekten grundlegende Beiträge zu einer vergleichenden Syntax des Tibetischen zu verfassen. Dieses Projekt baut auf einem ehemaligen SNF-Forschungsprojekt auf, das kurz vor der Publikation steht, dem Comparative Dictionary of Tibetan Dialects (CDTD), das den Grundstock für die historisch-vergleichende linguistische Er­forschung des Tibetischen darstellt. Während das CDTD den historischen Lautwandel sowie den semantischen Wandel im gesamten linguistischen Tibet beschreibt, erfasst das neue Projekt den grammatischen Kernbereich jeder Sprache, das Verbalsystem, und führt zu einer komparativen Verbsyntax der tibetischen Dialekte und - unter Einschluss der klassischen tibetischen Sprache - des Tibetischen generell. Insgesamt stellen die Projekt­ergebnisse die deskriptive und historisch-vergleichende Erforschung der tibetischen Verbalmorphologie auf eine neue empirische Grundlage, die durch die Dialekte gebildet wird. Dazu sind in erster Priorität einfache Aussagesätze mit Prädikaten der Verben aufgenommen worden, die laut dem CDTD in den jeweiligen Dialekten gebraucht werden. Diese sind gemäss einer für das CDTD neu entwickelten Verbalklassifikation und der Grundstruktur der primären Aktanten eingeordnet worden. Im Rahmen des Projekts sind knapp 20000 Sätze phonologisch transkribiert und einschliesslich englischer Inter-linearglossierung sowie englischer Übersetzung aus 18 Dialekten in einer Datenbank dokumentiert worden. Ausserdem sind alle Prädikatsverben auch etymologisch bestimmt worden, d. h. sie wurden ihren etymologisch verwandten Entsprechungen in der klassischen tibetischen Schriftsprache zugeordnet. Die materielle Grundlage der 20000 Sätze basiert zum einen auf Satzmaterial, das im Rahmen früherer Projekte zu den tibetischen Dialekten bereits gesammelt worden war und zum anderen auf neuem Satzmaterial, das durch drei laufende Dissertationsprojekte sowie durch Auswertung neuer relevanter Literatur eingebracht wurde. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist in Form einer Monographie zur vergleichenden Syntax des Tibetischen vorgesehen. Das Gesamtziel besteht in der Beschreibung der Geschichte der tibetischen Sprache auf empirisch-linguistischer Grundlage. Die jetzt gewonnenen Ergebnisse sind somit ein wesentlicher Beitrag zur Kulturgeschichte der tibetischen Sprache und des tibetischen Volkes.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
17th Himalayan Languages Symposium 06.09.2011 Kobe, Japan


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
32352 Historisch-vergleichender Wortschatz tibetischer Dialekte. 01.04.1992 Project funding
41989 Grundlagen einer historischen Grammatik des Tibetischen. 01.04.1995 Project funding

Abstract

Die geplante Forschungsarbeit ist als neuartiger und grundlegender Baustein im Rahmen des übergeordneten Ziels einer historischen Grammatik des Tibetischen konzipiert, der sich von den bisherigen Bausteinen der Einzelgrammatiken wesentlich unterscheidet, da er interdialektal-vergleichend ausgerichtet ist. Die Idee besteht darin, auf der materiellen Basis von 28 repräsentativ ausgewählten tibetischen Dialekten grundlegende Beiträge zu einer vergleichenden Syntax des Tibetischen zu verfassen. Das Projektvorhaben baut auf dem Comparative Dictionary of Tibetan Dialects CDTD auf, das den Grundstock für die historisch-vergleichende Erforschung des Tibetischen darstellt. Während das CDTD den historischen Lautwandel sowie den semantischen Wandel im gesamten linguistischen Tibet beschreibt, wird das neue Projektvorhaben den grammatischen Kernbereich jeder Sprache, das Verbalsystem, behandeln und zu einer komparativen Verbsyntax der tibetischen Dialekte und - unter Einschluss des Schrifttibetischen - des Tibetischen generell führen. Insgesamt soll das Projektvorhaben die deskriptive und historisch-vergleichende Erforschung der tibetischen Verbalmorphologie auf eine neue empirische Grundlage stellen, die durch die Dialekte gebildet wird. Konzeptionell und materiell beinhaltet das Vorhaben einen weitgehend neuen Forschungsansatz für das Tibetische. Gegenüber dem beim Forschungsstand beschriebenen Teilprojekt B11 des SFB 441 (Universität Tübingen) bezieht sich die geplante Forschungsarbeit materiell auf das gesamte linguistische Tibet und wird Grundfragen der tibetischen Verbalmorphologie auf der empirischen Grundlage der Dialekte unter Einbezug des Schrifttibetischen behandeln. Dazu sollen in erster Priorität einfache Aussagesätze mit Prädikaten derjeniger Verben aufgenommen werden, die laut dem Verbband des CDTD in den jeweiligen Dialekten gebraucht werden. Diese sind gemäss einer für das CDTD neu entwickelten Verbalklassifikation und der Grundstruktur der primären Aktanten einzuordnen. Dabei reicht die Anzahl der im CDTD dokumentierten Verben pro Dialektdatei von ca. 150 bis zu 700 Verben, zu denen jeweils ein oder mehrere Sätze existieren bzw. zu ergänzen sind. Die materielle Grundlage basiert deshalb zu einem wesentlich grösseren Teil auf Satzmaterial, das im Rahmen der früheren Projekte zu den tibetischen Dialekten bereits gesammelt, bisher aber nur zu einem geringen Teil genutzt wurde, und zum anderen auf einem wesentlich geringeren Teil von neuem relevanten Satzmaterial, das durch zwei laufende Dissertationsprojekte und die Auswertung eines neu erschienenen Dialektwörterbuchs eingebracht wird.Eine Verlängerung ist nur insofern geplant, als nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass der Abschluss der beiden Dissertationen noch eine gewisse zusätzliche Zeit nach Abschluss der beiden Projektjahre benötigen könnte.
-