Project

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GenderMemory - GenderImages. Geschlechterverhältnisse im spätsowjetischen Alltag

Applicant Wecker Regina
Number 122624
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.05.2009 - 30.04.2012
Approved amount 151'867.00
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Keywords (8)

Migration from Eastern Europe; gender; queer studies; gender studies; oral history; everyday life; visual culture; Soviet Union

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Das Projekt erforscht Alltag und Geschlechterverhältnisse in der Sowjetunion zwischen 1965 und 1989. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Frauen und Männer in und zwischen öffentlichen und privaten Lebensräumen bewegten. Ziel ist es, die Grenzen der Kategorien Öffentlichkeit und Privatheit in zweifacher Hinsicht auszuloten: Auf einer konkreten Ebene wird nach der Bedeutung der beiden Bereiche im spätsowjetischen Alltag gesucht, auf einer begrifflichen wird die Dichotomie öffentlich-privat aus Sicht der Osteuropa- und Geschlechtergeschichte hinterfragt.
Quellen
Diese Fragestellung wird unter Bezugnahme auf Filme untersucht, die 1965-1989 am Leningrader Dokumentarfilmstudio entstanden und die im Gegensatz zu den meisten Propagandafilmen Einblicke in den individuellen Alltag und dessen Probleme geben. Zum Beispiel zeigt der Film Unsere Mutter, die Heldin der Arbeit (Naša mama - geroj, 1979) die Protagonistin nicht nur an Parteianlässen, sondern auch, als sie von der Nachtschicht nach Hause kommt und vor Erschöpfung weint. Damit beleuchtet er jene Schnittstelle zwischen Privatsphäre und offizieller Öffentlichkeit, auf die sich das Erkenntnisinteresse des Projekts richtet.
Methoden
Die Filmanalyse geht von der Prämisse aus, dass Dokumentarfilme vom subjektiven Blick des Regisseurs oder der Regisseurin und von den Produktionsbedingungen geprägt sind. Um der Konstruktionsweise der Filme auf die Spur zu kommen, wird in Oral-History-Interviews ermittelt, wie sich Regisseur/-innen und in der Schweiz lebende Russinnen und Russen an die Grenzen und Übergänge öffentlicher und privater Bereiche erinnern. Die Verbindung von Film- und Interviewanalyse soll nicht die filmische Fiktion mit den Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen kontrastieren, etwa aufzeigen, 'wie es wirklich war'. Im Gegenteil, auch die Erinnerungen werden als konstruiert und selektiv interpretiert. Das Projekt will so verschiedene Perspektiven auf den spätsowjetischen Alltags gewinnen und analytisch aufeinander beziehen.
Relevanz
Film und erzählte Erinnerung in einen Dialog zu bringen, erschient viel versprechend, weil in den beiden Quellen unterschiedliche Erzähl- und Darstellungsweisen zum Tragen kommen und einander ergänzen: Während die Interviews auf verbaler Ebene von "Geschlecht erzählen", stellen die Filme auch nonverbale und visuelle Aspekte dar. Dies ermöglicht die mehrdimensionale Untersuchung der Konstruktion und Bedeutung von Geschlecht in privaten, öffentlichen und dazwischen liegenden Lebenswelten.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die erschöpfte Heldin der Arbeit und der apathische Hausmann. Geschlechterrollen in einem regimekritischen sowjetischen Dokumentarfilm
Wespe Aglaia (2011), Die erschöpfte Heldin der Arbeit und der apathische Hausmann. Geschlechterrollen in einem regimekritischen sowjetischen Dokumentarfilm, in Brüske Anne (ed.), 281-299.
Szenen von Widerspenstigkeit. Geschlecht zwischen Affirmation, Subversion und Verweigerung,
Brüske Iso Wespe (ed.) (2011), Szenen von Widerspenstigkeit. Geschlecht zwischen Affirmation, Subversion und Verweigerung,.
Evfrosinija Kersnovskajas Bildchronik aus dem Gulag. Der Kampf gegen das verordnete Vergessen,
Wespe Aglaia (2010), Evfrosinija Kersnovskajas Bildchronik aus dem Gulag. Der Kampf gegen das verordnete Vergessen,, in Haumann Heiko (ed.), 135-155.
Verletzliche Weiblichkeit verweigern. Geschlechtergeschichtliche Perspektive auf ein Selbstzeugnis in Text und Bild
Wespe Aglaia, Verletzliche Weiblichkeit verweigern. Geschlechtergeschichtliche Perspektive auf ein Selbstzeugnis in Text und Bild, in Ganzenmüller Jörg Utz Raphael (ed.).

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Kooperation der Kunsthalle Hamburg und des Lehrstuhls für Osteuopäische Geschichte der Universität Hamburg, 08.05.2012. 08.05.2012 Hamburg
Basel Graduate School of History, 04.04.2012 04.04.2012 Basel
Summer school „History of mediality, medialities of history“, Historisches Seminar der Universi- tät Basel, 09.09.2011 Basel
Kolloquium des Imre-Kertész-Kolleg der Friedrich-Schiller- Universität Jena, 21.06.2011 Jena
„Unnötige Verschulung oder notwendige Strukturierung?“ der Schweizerischen Gesell- schaft für Geschichte in Bern, . 08.04.2011 Bern


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
154189 Alltagsbeobachtung als Subversion. Leningrader Dokumentarfilm im Spätsozialismus 01.03.2014 Publication grants

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