Project

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Das Erbrecht angesichts der Pluralisierung der Familienformen

Applicant Cottier Michelle
Number 120345
Funding scheme Project funding (special)
Research institution Juristische Fakultät Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Legal sciences
Start/End 01.05.2008 - 30.04.2012
Approved amount 275'350.00
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Keywords (7)

Erbrecht; Familie; Gender; law of succession; family; pluralisation of family relations; generations

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage, was die Pluralisierung der Familienformen für den rechtlich und soziologisch bedeutsamen Vorgang des Erbens bedeutet. So wirft die Zunahme von komplexen Familienbeziehungen, die nicht nur auf dem rechtlichen Status (Ehe, eingetragene Partnerschaft, Kindesverhältnis), sondern auch auf Realbeziehungen (Stiefkindbeziehungen, nichteheliche Lebensgemeinschaften) beruhen, die Frage auf, ob das geltende, überwiegend am Status orientierte Erbrecht noch den Bedürfnissen von Familien angepasst ist.
Die Übersicht über den Stand der Forschung ergibt, dass zum einen bisher noch keine Forschung existiert, die im Hinblick auf die zukünftige Rechtsentwicklung in der Schweiz in thematisch umfassender Weise und in rechtsvergleichender Sicht die Bedeutung der Pluralisierung der Familienformen für das Erbrecht untersucht. Zum anderen fehlt es an Studien, die die rechtswissenschaftliche und die soziologische Perspektive auf den Gegenstand „Erben“ zusammenführen. Das Projekt setzt sich zum Ziel, diese beiden Forschungslücken zu schliessen.
Das Projekt klärt in einem ersten Teil anhand der soziologischen Literatur, welche gesellschaftlichen Veränderungen die Familiensoziologie beobachtet und was über die Auswirkungen dieser Veränderungen auf den sozialen Vorgang des Erbens im Kontext der Generationenbeziehungen bekannt ist. Sodann soll aus rechtsvergleichender Sicht untersucht werden, wie verschiedene nationale Rechtsordnungen nach geltendem Recht mit den Veränderungen in den Familien- und Generationenbeziehungen umgehen. Thematisch konzentriert sich die Analyse auf das Verwandtenerbrecht und insbesondere das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern sowie die Frage der erbrechtlichen Stellung von nichtformalisierten Partnerschaften. Untersucht werden zum einen der jeweilige Kreis der gesetzlichen Erben (erbberechtigte Personen im Fall des Fehlens von Anweisungen des Erblassers) und zum anderen die Beschränkungen der Testierfreiheit (Freiheit des Erblasser über sein Vermögen zu verfügen) zum Schutz von Familienmitgliedern und nahestehenden Personen. Schliesslich soll anhand von aktuellen wissenschaftlichen Reformdebatten in den verschiedenen in den Vergleich einbezogenen Ländern das Verhältnis zwischen soziologischer und rechtswissenschaftlicher Perspektive auf das Erben beschrieben und einer rechtssoziologischen Analyse unterzogen werden. Ziel ist die Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen einer interdisziplinär abgestützten Gesetzgebung im Erbrecht und im familienbezogenen Zivilrecht im Allgemeinen.
Die Bedeutung der geplanten Arbeit ist zum einen in der erwähnten Schliessung von Forschungslücken in Bezug auf die Rechtsvergleichung und die Rechtssoziologie im Bereich des Erbrechts zu sehen, zum anderen ist zu erwarten, dass sie einen Beitrag zur Schaffung der Grundlagen für eine wissenschaftlich fundierte Reflexion über das Erbrecht der Zukunft leisten kann.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die nichteheliche Lebensgemeinschaft als einfache Gesellschaft
Cottier Michelle, Crevoisier Cécile (2012), Die nichteheliche Lebensgemeinschaft als einfache Gesellschaft, in Aktuelle Juristische Praxis, 2012(1), 33-43.
Soll das Gut noch fliessen wie das Blut? Familienbilder in aktuellen Diskussionen zur Reform des Erbrechts,
Cottier Michelle (2012), Soll das Gut noch fliessen wie das Blut? Familienbilder in aktuellen Diskussionen zur Reform des Erbrechts,, in Perrig-Chiello Pasqualina, Dubach Martina (ed.), 157-166.
Inter- und Transdisziplinarität in der Familienwissenschaft aus der Perspektive des Familienrechts
Cottier Michelle (2011), Inter- und Transdisziplinarität in der Familienwissenschaft aus der Perspektive des Familienrechts, in Müller-Chen Markus, Büchler Andrea (ed.), 65-77.
Das Zivilrecht als Gegenstand der Generationenpolitik
Cottier Michelle (2010), Das Zivilrecht als Gegenstand der Generationenpolitik, in Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (ed.), 197-214.
Nichteheliche Lebensgemeinschaften (Cohabitation): Neuere Rechtsentwicklungen in Australien, Neuseeland und Grossbritannien
Cottier Michelle, Aeschlimann Sabine (2010), Nichteheliche Lebensgemeinschaften (Cohabitation): Neuere Rechtsentwicklungen in Australien, Neuseeland und Grossbritannien, in Die Praxis des Familienrechts FamPra.ch, 2010, 109-131.
Soziologisches Wissen in Debatten um die Reformbedürftigkeit des Erbrechts
Cottier Michelle (2010), Soziologisches Wissen in Debatten um die Reformbedürftigkeit des Erbrechts, in Estermann Josef, Cottier Michelle, Wrase Michael (ed.), Nomos, Baden-Baden, 203-226.
Wie wirkt Recht? Ausgewählte Beiträge zum ersten gemeinsamen Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologie-Vereinigungen, Luzern 4. - 6. September 2008
Cottier Michelle, Estermann Josef, Wrase Michael (ed.) (2010), Wie wirkt Recht? Ausgewählte Beiträge zum ersten gemeinsamen Kongress der deutschsprachigen Rechtssoziologie-Vereinigungen, Luzern 4. - 6. September 2008.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Harvard Law School Visiting Scholar and Visiting Researcher Writing Workshop 02.03.2011 Harvard Law School, Cambridge, MA, USA


Self-organised

Title Date Place
Nachwuchsworkshop Familienwissenschaften 03.12.2010 Universität Basel

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Weiterbildung Recht aktuell: Personengesellschaften 12.11.2010 Juristische Fakultät, Universität Basel


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Veranstaltungsreihe "Brüchiger Generationenkitt?" Forum für Universität und Gesellschaft, Bern German-speaking Switzerland 10.12.2011

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