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Reisen ins "orientalische Indien". Produktion, Zirkulation und Vermittlung von Wissen über fremde Welten um 1600

Applicant Burghartz Susanna
Number 120058
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.05.2008 - 30.04.2011
Approved amount 149'725.00
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Keywords (8)

Repräsentation des Fremden; Reiseliteratur; Wissensgeschichte; de Bry; production of knowledge; circulation of knowledge; transfer of knowledge; early colonial discourse

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Mit der Atlantiküberquerung von Kolumbus setzte um die Wende zum 16. Jahrhundert eine Phase der europäischen Expansion nach Westen wie Osten zugleich ein, deren Globalisierungspotential ein bis dahin nicht gekanntes Ausmaß erreichte. Mehr als ein halbes Jahrhundert später fand dieses Potential mit der Entstehung der ersten großen europäischen Reisesammlungen (Ramusio, Hakluyt, de Bry) auch auf der Ebene der Repräsentation und Wissensproduktion seinen Ausdruck. Im Zentrum des vorliegenden Projektes soll die Doppelserie der Frankfurter Verlegerfamilie de Bry stehen, die zwischen 1590 und 1630 mit ihren beiden reich mit Kupferstichen illustrierten Reisesammlungen in die westliche und östliche Hemisphäre zum sinnfälligen Ausdruck einer frühmoderner Globalisierung wurden. Während sich die bisherige Forschung vor allem auf die America-Serie von Theodor de Bry und seinen Söhnen konzentriert hat, soll hier der Fokus auf den Reisen ins „orientalische Indien“ - nach Afrika, Indien und Südostasien - liegen. Mit ihrem Entscheid neben den Reisen nach Amerika eine zweite Serie zu den Reisen nach Osten zu veröffentlichen, wandten sich die Söhne de Bry den Niederlanden zu, die eben erst im Begriff waren, sich als neue Kolonialmacht zu etablieren. Auf diese Weise wurden die niederländische Handelsexpansion und ihre mediale Repräsentation aufs engste mit einander verschränkt. Zugleich reagierten die de Bry damit auf markante Verschiebungen im europäischen Informations- und Verlagsmarkt, die mit dem Aufstieg von Amsterdam als neuem europäischem Druckzentrum, das Antwerpen ablöste, einhergingen. Die als Serie organisierte Sammlung von Reiseberichten aus dem Frankfurter Verlag war in besonderer Weise für die spezifischen neuen Formen marktförmiger Zirkulation von „Wissen“ über die fremden Welten geeignet. Das besondere Interesse des vorliegenden Projektes gilt gelehrten Vermittlerfiguren, die traditionelle Wissensbestände zu außereuropäischen Regionen mit Erfahrungsberichten verknüpften, wie sie die neuen europäischen Kolonisierungsunternehmungen hervorbrachten.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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