Project

Back to overview

Materialfluss: Warentransport, Güterdistribution und der Aufstieg der Logistik, 1850-2000

Applicant Dommann Monika
Number 118958
Funding scheme SNSF Professorships
Research institution
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.01.2009 - 31.12.2012
Approved amount 1'222'438.00
Show all

All Disciplines (2)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Swiss history

Keywords (22)

Warentransport; Logistik; Spedition; Warenlager; Materielle Kultur; Technik; Normierung; Standardisierung; Globalisierung; Kulturwissenschaft; Kulturgeschichte; Ökonomie; Unternehmensgeschichte; Wissen; Logistics; Transport; Storage; Material Culture; Technology; Standards; Cultural History; Global History

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Das Feld der Logistik agiert global und ist zwischen der Produktion, dem Transport, der Lagerung und der Distribution von Gütern angesiedelt. Die Logistik zeichnet sich dadurch aus, das sie in das material handling, das heisst die physische Abwicklung des Materialflusses, genauso involviert ist wie in das damit einhergehende information handling.Das Projekt einer Kulturgeschichte der Logistik geht von der These aus, dass "globale Logistikkompetenz" auf kulturellen Praktiken beruht, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts herausgebildet haben. Deshalb verfolgt das Forschungsvorhaben die Genese der globalen Logistikkompetenz als kulturelle Praxis in einer Perspektive der langen Dauer seit 1850. Das Forschungsprojekt konstituiert sich an der Schnittstelle von Wirtschafts-, Technik-, Wissenschafts-, Unternehmens- und Rechtsgeschichte und betritt sowohl empirisch als auch methodisch Neuland. Das Projekt verfolgt die These, dass ein komplexes Gefüge von technischen, sozialen, ökonomischen, rechtlichen und politischen Praktiken an der Herstellung der heute unter "Logistik" subsumierten Tätigkeiten beteiligt ist. Dieses soziotechnische Gefüge soll historisiert und insbesondere auch hinsichtlich seiner materiellen Komponenten und der darin eingelagerten Wissensformationen analysiert werden. Dabei geht es um den Wandel von pluralen Praktiken der Spedition, der Lagerung und des Transports hin zu einer kanalisierten Bewirtschaftung des gesamten Warenflusses im globalen Massstab. Die Komplementariät von Materialfluss und Informationsstrom ist absolut zentral. Das Projekt geht von der methodischen Annahme aus, dass lokale Geschichtsschreibung zugleich nationale, europäische und globale Historiographie sein muss. Das Forschungsvorhaben versucht Nationalisierungs- und Internationalisierungstendenzen in der Entwicklung von Transportinfrastrukturen, Techniknormierung, Wissensdiffusion genau so ins Blickfeld zu nehmen wie lokale Eigenheiten.Die Genese der Logistik als eine wissens- und technikintensive Praxis, die sich mit der Organisation und dem Transport von Waren bzw. mit den materiellen und informationellen Aspekten der Güterdistribution beschäftigt, ist bis anhin noch kaum erforscht. Das Projekt will einen Beitrag zum bislang unterbeleuchteten und in jüngster Zeit vermehrt in die Aufmerksamkeit geratenen Forschungsfeld einer Kulturgeschichte der Ökonomie leisten. Gewählt wird dabei ein integraler Ansatz, der die Bedeutung von Kulturtechniken bei der Entstehung vom gesellschaftlich einflussreichen Konzept des Materialflusses historisch analysiert.Im Kontext der Wissenschafts- und Technikforschung (Science and Technology Studies, STS) sind verschiedene Konzepte entstanden, die für das Projekt in methodischer und theoretischer Hinsicht zentral sind. Die bislang umfassendste Theorie zur Beschreibung von technischen Systemen ist die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT). Die Forschungsfragen greifen die theoretischen Vorschläge der ANT auf, Logistik im Sinne eines "heterogeneous engineering" (John Law) zu analysieren. Dabei wird von der Prämisse ausgegangen, dass die Netze, welche Akteure und Aktanten (nicht-menschliche Handlungsträger) umfassen, gerade dadurch gekennzeichnet sind, dass sie kein Entscheidungszentrum aufweisen und auch nicht von einem Mitglied des Netzes autonom gesteuert werden können.Die Fragestellung und Untersuchungsfelder beschäftigen sich mit der Herausbildung von Verfahren zur Handhabung der Faktoren Zeit und Raum in einem durch Normen, Techniken, soziale Kollektive, Naturkräfte und politische Entwicklungen (beispielsweise Streik, Krieg) sowie ökonomische Trends (beispielsweise Währungsschwankungen) geprägten Umfeld. Daran schliessen weitere Anschlussfragen an, die sich erstens mit dem Raum (Geographie, Architektur und Sozialstruktur) zweitens mit der materiellen Kultur (Transporttechniken, Verpackung und Begleitpapiere) und drittens mit dem Recht beschäftigen sollen. Neben einer Analyse von Praktiken zur Verflüssigung und Stabilisierung ist auch die Untersuchung des Gegenstücks zur Verflüssigung des Güterstroms zentral. Der Güterstau (und die Strategien ihn zu beheben) könnte ein aufschlussreiches Untersuchungsobjekt zur Analyse von globaler Logistikkompetenz sein, beispielsweise als Folge von neuen Transportwegen, Streiks oder Unfällen. Das Reissen der Transportketten, die Unterbrechung des Materialflusses und das Stocken des Güterstromes sind interessante Seismographen, weil sie den Blick öffnen für die Ränder von Organisationskonzepten und die Grenzen einer Logik rationalisierter Systeme und die Lücken zwischen Norm und Praxis sichtbar machen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Der Transfer eines grossen technischen Systems. Vom Technikstil der Mittelmeerpipeline der Iraq Petro-leum Company
Frenzel Norman (2013), Der Transfer eines grossen technischen Systems. Vom Technikstil der Mittelmeerpipeline der Iraq Petro-leum Company, in Technikgeschichte, 80, 33-50.
Rezension von: Isabella Löhr, Die Globalisierung geistiger Eigentumsrechte. Neue Strukturen internationaler Zusammen-arbeit 1886–1952, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010.
Dommann Monika (2013), Rezension von: Isabella Löhr, Die Globalisierung geistiger Eigentumsrechte. Neue Strukturen internationaler Zusammen-arbeit 1886–1952, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010., in geschichte-transnational.clio-online.net/, [o. S.].
Tonjagd. Magnetbänder zwischen Recht und Revolution (1949-1969
Dommann Monika (2013), Tonjagd. Magnetbänder zwischen Recht und Revolution (1949-1969, in Archiv für Mediengeschichte , 12, 137-152.
Rezension von: Richard Vahrenkamp, Die logistische Revolution. Der Aufstieg der Logistik in der Massenkonsumgesell-schaft, Frankfurt a. M.: Campus, 2011
Dommann Monika (2012), Rezension von: Richard Vahrenkamp, Die logistische Revolution. Der Aufstieg der Logistik in der Massenkonsumgesell-schaft, Frankfurt a. M.: Campus, 2011, in H-Soz-u-Kult, [o. S.].
Die Geschichtswissenschaft in Begutachtung: Acht Kommentare zur historischen Methode in der Gegenwart
Dommann Monika, Gugerli David (2012), Die Geschichtswissenschaft in Begutachtung: Acht Kommentare zur historischen Methode in der Gegenwart, in Traverse, (2), 154-164.
„Bauern“ und „Frauen“. Literarisierungen von Macht in ländlichen Lebensräumen der deutschsprachigen Schweiz
Abt Roman K., Gerdes Gesche (2012), „Bauern“ und „Frauen“. Literarisierungen von Macht in ländlichen Lebensräumen der deutschsprachigen Schweiz, in Vilas-Boas Gonçalo, Martins de Oliveira Teresa (ed.), Frank & Timme, Berlin, 55-69.
Musik für Märkte: Aufzeichnungsmedien und Autorrechte 1800-2000
Dommann Monika (2012), Musik für Märkte: Aufzeichnungsmedien und Autorrechte 1800-2000, in Gilgen David A. , Abelshauser Werner, Leutzsch Andreas (ed.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 228-257.
Palette
Dommann Monika (2012), Palette, in Marquart Nadine, Schreiber Verena (ed.), Transcript, Bielefeld, 217-223.
Rezension von: Regine Buschauer, Mobile Räume. Medien- und diskursgeschichtliche Studien zur Tele-Kommunikation, Bielefeld: Transcript, 2011
Dommann Monika (2012), Rezension von: Regine Buschauer, Mobile Räume. Medien- und diskursgeschichtliche Studien zur Tele-Kommunikation, Bielefeld: Transcript, 2011, in Transfers, (2), [o. S.].
Schlüssel für Clio: Digitale Daten und die Suche nach einer neuen Quellenkritik
Dommann Monika (2012), Schlüssel für Clio: Digitale Daten und die Suche nach einer neuen Quellenkritik, in SAGW Bulletin, (1), 56-57.
Wertspeicher: Epistemologien des Warenlagers
Dommann Monika (2012), Wertspeicher: Epistemologien des Warenlagers, in , in: Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung, ( 2 ), 35-50.
Zehn Gebote zum zwanzigsten Geburtstag
Dommann Monika (2012), Zehn Gebote zum zwanzigsten Geburtstag, in Historische Anthropologie,, 20(2), 232-234.
Handling, Flow Charts, Logistik: Zur Wissensgeschichte und Materialkultur von Warenflüssen
Dommann Monika (2011), Handling, Flow Charts, Logistik: Zur Wissensgeschichte und Materialkultur von Warenflüssen, in Nach Feierabend. Zürcher Jahrbuch für Wissensgeschichte , 7 , 75-103.
Eisenbahnen durchqueren das Quartier
Frenzel Norman (2011), Eisenbahnen durchqueren das Quartier, in Maeder Pascal, Degen Bernard (ed.), Druckerei Oberli, Basel, 53-59.
Modelling plans and planning models: the cybernetic vision of a Swiss Integral Concept for Transport (1972–1977),
Sandmeier Stefan (2011), Modelling plans and planning models: the cybernetic vision of a Swiss Integral Concept for Transport (1972–1977),, in Planning Perspectives, 26 (2011)(1), 3-27.
Reden wir über Geld! Aber wie? Und wozu?
Dommann Monika (2011), Reden wir über Geld! Aber wie? Und wozu?, in ZfK Zeitschrift für Kulturwissenschaften, 2011(1), 113-121.
Rezension Collin, Peter u. Lutterbeck, Klaus-Gert (Hg.), Eine intelligente Maschine? Handlungsorientierungen moderner Verwaltung (19./20. Jh.)
Sandmeier Stefan (2011), Rezension Collin, Peter u. Lutterbeck, Klaus-Gert (Hg.), Eine intelligente Maschine? Handlungsorientierungen moderner Verwaltung (19./20. Jh.), in Traverse, 2011(2), 85-87.
Rezension von: Höffner, Eckhardt, Geschichte und Wesen des Urheberrechts. 2 Bände, München: Verlag Europäische Wirtschaft, 2010
Dommann Monika (2011), Rezension von: Höffner, Eckhardt, Geschichte und Wesen des Urheberrechts. 2 Bände, München: Verlag Europäische Wirtschaft, 2010, in Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 61, 242-244.
Rezension: Höffner, Eckhardt, Geschichte und Wesen des Urheberrechts. 2 Bände, Verlag Europäische Wirtschaft: München 2010.
Dommann Monika (2011), Rezension: Höffner, Eckhardt, Geschichte und Wesen des Urheberrechts. 2 Bände, Verlag Europäische Wirtschaft: München 2010., in Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 61(4), 507-508.
Was ist das Publikum? Rezension von: Alexander, Isabella, Copyright law and the public interest in the nineteenth century. Hart: Oxford 2010.
Dommann Monika (2011), Was ist das Publikum? Rezension von: Alexander, Isabella, Copyright law and the public interest in the nineteenth century. Hart: Oxford 2010., in Zeitschrift Rechtsgeschichte, 18, 242-244.
Was ist das Publikum? Rezension von: Alexander, Isabella, Copyright law and the public interest in the ni-neteenth century. Oxford: Hart, 2010,
Dommann Monika (2011), Was ist das Publikum? Rezension von: Alexander, Isabella, Copyright law and the public interest in the ni-neteenth century. Oxford: Hart, 2010,, in Zeitschrift Rechtsgeschichte, 18, 242-244.
Was ist die Wirtschaft? Und woran würde man sie erkennen?
Dommann Monika (2011), Was ist die Wirtschaft? Und woran würde man sie erkennen?, in ZfK- Zeitschrift für Kulturwissenschaften, (1), 138-143.
Recording Prints, Reading Films: Mikrofilme, amerikanische Kosmopoliten und die Entdeckung des Copyrightproblems in den 1930er Jahren
Dommann Monika (2010), Recording Prints, Reading Films: Mikrofilme, amerikanische Kosmopoliten und die Entdeckung des Copyrightproblems in den 1930er Jahren, in Zeitschrift für Medienwissenschaft , 3(2), 73-83.
Materialfluss im Massstab 80x120: Die Palettisierung der Schweiz der 1950er Jahre
Dommann Monika (2010), Materialfluss im Massstab 80x120: Die Palettisierung der Schweiz der 1950er Jahre, in Pfister Christian, Schwinges Rainer , Merki Christoph Maria , Tissot Laurent, Schiedt Hans-Ulrich (ed.), Chronos, Zürich, 377-390.
Wie man lagert, so liegt man: Bahnhofkühlhaus, Basel
Dommann Monika (2010), Wie man lagert, so liegt man: Bahnhofkühlhaus, Basel, in Vec Milos , Schmundt Hilmar, Westphal Hildegard (ed.), 327-331.
Material manövrieren: Eine Begriffsgeschichte der Logistik
Dommann Monika (2009), Material manövrieren: Eine Begriffsgeschichte der Logistik, in Via Storia, 2, 13-17.
«Be Wise – Palletize»: Die Transformationen eines Transportbrettes zwischen den USA und Europa im Zeitalter der Logistik
Dommann Monika (2009), «Be Wise – Palletize»: Die Transformationen eines Transportbrettes zwischen den USA und Europa im Zeitalter der Logistik, in Traverse, 16 (3), 21-35.
08/15, QWERTY, PAL—SECAM, Paletten und MP3: Standards als kulturelle Artefakte
Dommann Monika (2009), 08/15, QWERTY, PAL—SECAM, Paletten und MP3: Standards als kulturelle Artefakte, in Möllers Thomas M. J. (ed.), 253-260.
Rezension von: Christoph Rosol, RFID. Vom Ursprung einer (all)gegenwärtigen Kulturtechnologie
Sandmeier Stefan (2009), Rezension von: Christoph Rosol, RFID. Vom Ursprung einer (all)gegenwärtigen Kulturtechnologie, in Traverse, 16 (3), 166-168.
Rezension von: Edna Bonacich, Jake B. Wilson, Getting the Goods. Ports, Labour, and the Logistics Revolution, Ithaca, N.Y.: Cornell University Press, 2008,
Frenzel Norman (2009), Rezension von: Edna Bonacich, Jake B. Wilson, Getting the Goods. Ports, Labour, and the Logistics Revolution, Ithaca, N.Y.: Cornell University Press, 2008,, in Traverse, 16(3), 164-165.
Rezension von: Glasenapp, Jörn. Die Deutsche Nachkriegsfotografie. Eine Mentalitätsgeschichte in Bildern, Paderborn: Fink, 2008
Dommann Monika (2009), Rezension von: Glasenapp, Jörn. Die Deutsche Nachkriegsfotografie. Eine Mentalitätsgeschichte in Bildern, Paderborn: Fink, 2008, in Historische Anthropologie , 17, 288-290.
Rezension von: David Gugerli, Patrick Kupper und Daniel Speich, Die Zukunftsmaschine. Konjunkturen der ETH Zürich 1855-2005, Zürich: Chronos, 2005
Dommann Monika (2009), Rezension von: David Gugerli, Patrick Kupper und Daniel Speich, Die Zukunftsmaschine. Konjunkturen der ETH Zürich 1855-2005, Zürich: Chronos, 2005, in Archiv für Sozialgeschichte , 49, [o. S.].
Autoren und Apparate. Geschichte des Copyrights im Medienwandel
Dommann Monika, Autoren und Apparate. Geschichte des Copyrights im Medienwandel, Fischer, Frankfurt a. M..
Die Gesamtverkehrskonzeption Schweiz – Systemanalytischer Versuch einer koordinierten Verkehrspolitik
Sandmeier Stefan, Die Gesamtverkehrskonzeption Schweiz – Systemanalytischer Versuch einer koordinierten Verkehrspolitik, in Schiedt Hans-Ulrich , Perroux Olivier, Duc Gérard, Walter François (ed.), Editions Alphil, Neuchâtel, [o. S.]-[o. S.].
Die Lust an Überresten und Überlieferungsmedien: Materielle Kulturen und Historiographien in der Schweiz seit 1850
Dommann Monika, Die Lust an Überresten und Überlieferungsmedien: Materielle Kulturen und Historiographien in der Schweiz seit 1850, in Traverse, 2012(1), 261-276.
Musik für Märkte: Aufzeichnungsmedien und Autorrechte 1800-2000,
Dommann Monika, Musik für Märkte: Aufzeichnungsmedien und Autorrechte 1800-2000,, in Sonderheft: Geschichte und Gesellschaft, Kulturen der Weltwirtschaft, 24.
Rezension von: Schlimm, Anette: Ordnungen des Verkehrs. Arbeit an der Moderne – deutsche und britische Verkehrsex-pertise im 20. Jahrhundert, Bielefeld 2011
Sandmeier Stefan, Rezension von: Schlimm, Anette: Ordnungen des Verkehrs. Arbeit an der Moderne – deutsche und britische Verkehrsex-pertise im 20. Jahrhundert, Bielefeld 2011, in Neue Politische Literatur, 58, [o. S.].
Verbandelt im Welthandel: Spediteure und ihre Papiere seit dem 18. Jahrhundert
Dommann Monika, Verbandelt im Welthandel: Spediteure und ihre Papiere seit dem 18. Jahrhundert, in Werkstatt Geschichte, (58), 29-48.
Warenräume und Raumökonomien: Kulturtechniken des Lagerns (1870-1970)
Dommann Monika, Warenräume und Raumökonomien: Kulturtechniken des Lagerns (1870-1970), in Tumult: Schriften zur Verkehrswissenschaft , 38, 48-60.
Wirtschaft im ländlichen Raum – Economie dans l’espace rural
Abt Roman K., Ineichen Martina , Hürlimann Katja, Forclaz Bertrand (ed.), Wirtschaft im ländlichen Raum – Economie dans l’espace rural, Chronos, Zürich.
Wissen und Wirtschaften (Editorial)
Dommann Monika, Dejung Christof, Speich Daniel, Wissen und Wirtschaften (Editorial), in Werkstatt Geschichte, (58).

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Wissenschaftsforschung, Kolloquium 22.04.2013 Universität Basel, Wissenschaftsforschung
, Kolloquium des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Prof. Dr. Werner Plumpe) 22.11.2012 Goethe-Universität Frankfurt
Tagung von Infoclio: Zugangs- und Nutzungsrechte für historischen Quellen im Web 02.11.2012 Kornhausforum Bern
Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte und DGGMNT 28.09.2012 Akademie der Wissenschaften Mainz
Wissenschaftliche Tagung 2012 des Historischen Vereins des Kantons St. Gallen und der Universität St. Gallen: Von der Schollenbindung zur Wurzellosigkeit? Mobilität gestern und heute 25.08.2012 Universität St. Gallen
Frühjahrstagung des Arbeitskreises für moderne Sozialgeschichte: Verwissenschaftlichung und Technisierung der Arbeit im 20. Jahrhundert 19.04.2012 . Institut für Soziale Bewegungen Bochum
Kolloquium der AG 19. und 20. Jahrhundert 16.04.2012 Historisches Seminar der Universität Basel
Tagung Res Nullius. Zur Genealogie einer Rechtsfigur. Universität Konstanz, Exzellenzkluster 16, Kulturelle Grundlagen von In-tegration, 22.-24. Februar 2012. 22.02.2012 Universität Konstanz
Interdisziplinäres Kolloquium, Institut für Kulturwissenschaften 10.01.2012 Universität Leipzig
Geschichte des Verkehrs und der Mobilität. Zwischen Konkurrenz und Koordination (1918 bis in die Gegenwart), 24.11.2011 Universität Genf
Neue Formen historischen Schreibens 14.06.2011 Universität Zürich
Jahrestagung der Gesellschaft für Technikgeschichte «Globalisierung, Kulturvergleich und Kulturkontakt als Herausforderung für die Technikgeschichte 03.06.2011 Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte , Berlin
Natural Resources Conflicts: Regimes, Markets and Transnational Governance in the 20th Century 26.05.2011 Humboldt-Universität zu Berlin
Workshop: Strahlen, Schatten, Bilder. Sehen zwischen Innen und Aussen 25.05.2011 Medizinhistorisches Museum/Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin
Kolloquium. Historisches Institut 27.04.2011 Universität Giessen
Workshop: Interdisziplinäre Graduiertenschule Locating Media 25.01.2011 Universität Siegen
Workshop „Manual Knowledge in Art, Science and Technology" 15.12.2010 IKKM, Bauhaus Universität Weimar
Tagung: Werk, Werkstatt, Handwerk. Neue Zugänge zum Material der Alten Musik 18.11.2010 Schola Cantorum Basilensis, Basel
Kolloquium Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 04.11.2010 Universität Zürich
Deutscher Historikertag (Organisation eines Panels) 30.09.2010 Humboldt-Universität zu Berlin
Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Forschungskolloquium 05.07.2010 Universität Göttingen
Tagung »Protokoll und Modul als Kulturtechniken«, 21.05.2010 IKKM, Bauhaus-Universität Weimar
Tagung »Wirtschaftskultur – Kulturen der Weltwirtschaft« 25.02.2010 Institut für Weltgesellschaft. Universität Bielefeld
Schweizerische Geschichtstage, Universität Basel, 5. Februar 2010. 05.02.2010 Universität Basel
Creating a Transnational Rhine Economy, 1850-2000, Kick-off meeting of a Transnational Rhine Network 12.11.2009 Erasmus University Rotterdam/ World Museum Rotterdam
Abteilungskolloquium Prof. Dr. Lorraine Daston 13.10.2009 Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte zu Berlin
»Markt«. Zur Karriere einer Denkfigur 25.09.2009 Hochschule der Künste Bern


Self-organised

Title Date Place
Auf der Suche nach der Ökonomie (Autorenworkshop) (Zusammen mit Daniel Speich) 31.01.2013 Universität Basel, Historisches Seminar
Panel: Wissen und kapitalistischer Tausch (zusammen mit Daniel Speich) 28.09.2012 Akademie der Wissenschaften Mainz
Workshop: Auf Klios Dachboden: Historische Materialkulturforschung im Selbsttest (zusammen mit Kim Siebenhüner) 04.05.2012 Historisches Seminar der Universität Basel
Podium: Knappheit als Universalie? Kulturwissenschaftliche Interventionen 27.04.2012 Internationales Forschungszentrum für Kulturwissenschaften (IFK) Wien
Arbeitsgemeinschaft zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts 16.02.2009 Universität Basel, Historisches Seminar

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
New media (web, blogs, podcasts, news feeds etc.) Stadtbesichtigung Logistik International 01.10.2010
Talks/events/exhibitions »Be Wise – Palletize« [Propeller Club Basel] German-speaking Switzerland 01.12.2009

Awards

Title Year
Senior Fellow Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie 2011

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
140794 Materialfluss: Warentransport, Güterdistribution und der Aufstieg der Logistik, 1850-2000 01.01.2013 SNSF Professorships

Abstract

Das Feld der Logistik agiert global und ist zwischen der Produktion, dem Transport, der Lagerung und der Distribution von Gütern angesiedelt. Die Logistik zeichnet sich dadurch aus, das sie in das material handling, das heisst die physische Abwicklung des Materialflusses, genauso involviert ist wie in das damit einhergehende information handling.Das Projekt einer Kulturgeschichte der Logistik geht von der These aus, dass „globale Logistikkompetenz“ auf kulturellen Praktiken beruht, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts herausgebildet haben. Deshalb verfolgt das Forschungsvorhaben die Genese der globalen Logistikkompetenz als kulturelle Praxis in einer Perspektive der langen Dauer seit 1850. Das Forschungsprojekt konstituiert sich an der Schnittstelle von Wirtschafts-, Technik-, Wissenschafts-, Unternehmens- und Rechtsgeschichte. Das Projekt verfolgt die These, dass ein komplexes Gefüge von technischen, sozialen, ökonomischen, rechtlichen und politischen Praktiken an der Herstellung der heute unter „Logistik“ subsumierten Tätigkeiten beteiligt war und ist. Dieses soziotechnische Gefüge soll historisiert und insbesondere auch hinsichtlich seiner materiellen Komponenten und der darin eingelagerten Wissensformationen analysiert werden. Dabei geht es um den Wandel von pluralen Praktiken der Spedition, der Lagerung und des Transports hin zu einer kanalisierten Bewirtschaftung des gesamten Warenflusses im globalen Massstab. Die Komplementariät von Materialfluss und Informationsstrom ist absolut zentral. Das Gebiet der Schweiz war durch seine alpine Lage und als Binnenland schon seit jeher massgeblich in den Gütertransport über die Pässe involviert und ist auch ein wichtiger Schauplatz der global operierenden Logistikbranche. Verschiedene Akteure mit Schweizer Bezug (Konzerne, KMUs, Verbände, Organisationen) bieten sich als aufschlussreiche Untersuchungsgegenstände an, wobei deren Handlungsradius und die Zirkulationskreise der mit ihnen verbundenen Objekte, Wissensformationen und Rechtsnormen den geographischen Rahmen des Forschungsvorhabens abstecken soll.Das Projekt geht von der methodischen Annahme aus, dass lokale Geschichtsschreibung (in diesem Zusammenhang: die stark in Basel verwurzelte Logistikbranche) zugleich nationale, europäische und globale Historiographie sein muss. Das Forschungsvorhaben versucht Nationalisierungs- und Internationalisierungstendenzen in der Entwicklung von Transportinfrastrukturen, Techniknormierung, Wissensdiffusion genau so ins Blickfeld zu nehmen wie lokale Eigenheiten.Die Genese der Logistik als eine wissens- und technikintensive Praxis, die sich mit der Organisation und dem Transport von Waren bzw. mit den materiellen und informationellen Aspekten der Güterdistribution beschäftigt, ist bis anhin noch kaum erforscht. Das Projekt will einen Beitrag zum bislang unterbeleuchteten und in jüngster Zeit vermehrt in die Aufmerksamkeit geratenen Forschungsfeld einer Kulturgeschichte der Ökonomie leisten. Gewählt wird dabei ein integraler Ansatz, der die Bedeutung von Kulturtechniken bei der Entstehung vom gesellschaftlich einflussreichen Konzept des Materialflusses historisch analysiert.Im Kontext der Wissenschafts- und Technikforschung (Science and Technology Studies, STS) sind verschiedene Konzepte entstanden, die für das Projekt in methodischer und theoretischer Hinsicht zentral sind. Die bislang umfassendste Theorie zur Beschreibung von technischen Systemen ist die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT). Die Forschungsfragen greifen die theoretischen Vorschläge der ANT auf, Logistik im Sinne eines „heterogeneous engineering“ (John Law) zu analysieren. Dabei wird von der Prämisse ausgegangen, dass die Netze, welche Akteure und Aktanten (nicht-menschliche Handlungsträger) umfassen, gerade dadurch gekennzeichnet sind, dass sie kein Entscheidungszentrum aufweisen und auch nicht von einem Mitglied des Netzes autonom gesteuert werden können.Die Fragestellung und Untersuchungsfelder beschäftigen sich mit der Herausbildung von Verfahren zur Handhabung der Faktoren Zeit und Raum in einem durch Normen, Techniken, soziale Kollektive, Naturkräfte und politische Entwicklungen (beispielsweise Streik, Krieg) sowie ökonomische Trends (beispielsweise Währungsschwankungen) geprägten Umfeld. Daran schliessen weitere Anschlussfragen an, die sich erstens mit dem Raum (Geographie, Architektur und Sozialstruktur) zweitens mit der materiellen Kultur (Transporttechniken, Verpackung und Begleitpapiere) und drittens mit dem Recht beschäftigen sollen: Welche wissens- und technikbasierten Strategien werden entwickelt, um Waren (insbesondere auch verderbliche Waren und Lebewesen) für immer längere Lagerungs- und Transportzeiträume zu stabilisieren? Welche Akteure in Wissenschaft, Industrie und Politik sind an diesen Praktiken beteiligt? Die Umschlagsorte wie Güterschuppen, Güterbahnhöfe, Warenlager, Verteilzentren, Kühlhäuser, Häfen und Flughäfen sind Räume, deren geographische Lage, Architektur, Technik und soziale Struktur im historischen Wandel genauer unter die Lupe genommen werden soll. Es stellt sich die Frage nach der Standardisierung von Transporttechniken, Verpackung und Informationen. Wie werden Transportmittel (wie Schiff, Eisenbahn, Lastkraftwagen, Pipeline und Fugzeug), Transporthilfsmittel (wie Rampen, Brücken, Kräne und Hubstapler), Transportbehälter (wie Container und Paletten) und auf Basis der Behälter normierte Verpackungseinheiten einander angepasst und standardisiert? Zudem stellt sich die medien- und kulturwissenschaftlich aufschlussreiche Frage, wie die parallel zu den Waren transportierten, auf Bild und Schrift basierenden Informationen (Etiketten, Frachtbriefe, Zoll- und Steuerpapiere, Gesundheitspässe) von lokalen visuellen Kulturen und Aufschreibesystemen in global vernetzte Normen und technische Standards überführt werden, die auf universelle Lesbarkeit abzielen. Dabei geht es auch um die Frage nach dem Wandel von Schriftlichkeits- und Mündlichkeitspraktiken durch eine zunehmende Entmaterialisierung und Technisierung (Ablösung von Papier durch Techniken wie Telegraphie, Fernsprechanlagen und schliesslich durch internetbasierte Software zur Überwachung des Materialflusses), die hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Konsequenzen analysiert werden sollen. Und schliesslich stellt sich die Frage nach dem Zusammenspiel von Verträgen, nationalen Gesetzen und internationalen Normen bei der Normierung des Gütertransportes. Welche Rolle kommt dabei internationalen Vereinbarungen, Verbänden, nationalen Vereinigungen und einzelnen Unternehmen konkret zu?Neben einer Analyse von Praktiken zur Verflüssigung und Stabilisierung ist auch die Untersuchung des Gegenstücks zur Verflüssigung des Güterstroms zentral. Der Güterstau (und die Strategien ihn zu beheben) könnte ein aufschlussreiches Untersuchungsobjekt zur Analyse von globaler Logistikkompetenz sein, beispielsweise als Folge von neuen Transportwegen, Streiks oder Unfällen. Das Reissen der Transportketten, die Unterbrechung des Materialflusses und das Stocken des Güterstromes sind interessante Seismographen, weil sie den Blick öffnen für die Ränder von Organisationskonzepten und die Grenzen einer Logik rationalisierter Systeme und die Lücken zwischen Norm und Praxis sichtbar machen. Ein wichtiges Thema, das sich an der Schnittstelle von Umwelt- und Rechtsgeschichte bewegt, stellt in diesem Zusammenhang auch der Umgang mit gefährlichen Gütern im Transport dar. Hierbei stellt sich die Frage nach den Konflikten, Schwierigkeiten und Grenzen von Normierung, nach den Normlücken und den „Rechtsoasen“.Das Forschungsvorhaben zu einer Kulturgeschichte der Logistik betritt sowohl empirisch als auch methodisch Neuland.
-