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Architektur, Raum und Wahrnehmung im industriellen Zeitalter

English title Architecture, Space and Perception in the industrial age
Applicant Nicolai Bernd
Number 118628
Funding scheme ProDoc
Research institution Institut für Kunstgeschichte Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.02.2008 - 31.07.2011
Approved amount 391'763.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Visual arts and Art history
Architecture and Social urban science

Keywords (4)

modern architecture; space; perception; psychology

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Die Frage des Raums ist allgegenwärtig. Wir befinden uns nach Foucault in einem „Zeitalter des Raums“ dessen Beschaffenheit nicht nur die Wahrnehmung konditioniert, sondern der vor allem auch inszenatorischen Charakter hat. Bezogen auf die Architektur entwickelte sich der Raum seit dem 19. Jahrhundert zu einer Repräsentationsform sui generis, der gleichwohl die Dinge, Waren, Benutzer selbst zur Schau stellt und inszeniert. Dies spielt im Zeitalter der globalen Vermarktung und des globalen Konsums seit den ersten Weltausstellungen (1851 London, 1855 Paris) bis heute eine anhaltende Rolle. Raum hat in diesem Zusammenhang mehrere Bedeutungsebenen: Neben der kulturgeschichtlichen Dimension, ist es die architekturtheoretische, die den Raum eng mit dem Wissenschaftsdiskurs des 19. und 20. Jahrhunderts verbindet. Das beinhaltet neben der konstruktiv-bautechnischen Dimension vor allem auch Fragen nach der Perzeption. Um 1900 ist ein neuartiger anthropomorpher Zugang zum Raum festzustellen. Die psychologische Bedeutung des Raums für das autonome, sich zunehmend vereinzelnde Individuum des Industriezeitalters, wie sie Kafka in seiner Erzählung „Das Schloss“ als Bedrohung beschrieben hat, wurde auch allgemeiner, so von Ernst Cassirer, als Möglichkeit der Stiftung eines „allgemeinen Sinnzusammenhangs“ beschrieben. Damit verbinden sich mit Raum weitreichende metaphorische, ja sogar explizit utopische Inhalte.Indem die Kategorie des Raums zwischen Gesellschaft, Zeit, Wahrnehmung und Architektur oszilliert, ist sie, unter dem Dach von „Art & Science“, besonders geeignet substantielle Forschungen zur Architektur- und Kunstgeschichte des 19. und 20.Jahrhunderts zu ermöglichen. Architektur-, Technik- und Wahrnehmungsgeschichte können in produktiver Weise aufeinanderbezogen werden. Eine besondere Verbindung ergibt sich zu dem Teilprojekt „Kunst und Psychologie“ von Dario Gamboni, aber auch zum Projekt von Philip Ursprung. Doktorierenden wird hiermit die Chance eröffnet, komplexe Dissertationsthemen zu entwickeln, unter Vermeidung einer isolierten Sichtweise, wie sie der klassischen Architekturgeschichte oft zu eigen ist. Darüber hinaus ist das Thema im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs höchst aktuell, wobei seitens der Kunstgeschichte erst ansatzweise begonnen wurde, auf diesem Feld zu forschen (Müller 2004). Insofern sind hier weitreichende und längerfristige Perspektiven gegeben.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
“Gegenstandslose Architektur” Aussereuropäische Hochkulturen im Diskurs der beginnenden klassischen Moderne
Nicolai Bernd (2012), “Gegenstandslose Architektur” Aussereuropäische Hochkulturen im Diskurs der beginnenden klassischen Moderne, in Nicolai Bernd, Minat Anna (ed.), 149-176.
Diskursformen gegenwärtiger Architekturforschung. Wissenschaftsmetaphern als Bildstrate¬gien bei Rem Koolhaas/OMA und Herzog & de Meuron
Nicolai Bernd (2012), Diskursformen gegenwärtiger Architekturforschung. Wissenschaftsmetaphern als Bildstrate¬gien bei Rem Koolhaas/OMA und Herzog & de Meuron, in Heiden Anne von der, Zschocke Nina (ed.), 151-166.
Der Wettbewerb Gross-Berlin: Die Suche nach der Einheit im Grossstadt-Chaos
Tubbesing Markus (2010), Der Wettbewerb Gross-Berlin: Die Suche nach der Einheit im Grossstadt-Chaos, in Bodenschatz Harald, Gräwe Christina u.a. (ed.), 64-69.
Im Spiegel der Gegenwart: Titan/Kubus - der Erweiterungsbau des Historischen Museums in Bern als gebaute Geschichtsauffassung
Zürn Tina (2010), Im Spiegel der Gegenwart: Titan/Kubus - der Erweiterungsbau des Historischen Museums in Bern als gebaute Geschichtsauffassung, in Haug Stefan, Hiller von Gaertingen Hans Georg (ed.), 242-244.
Ein preussisicher Pionier im transaltantischen Diskurs. Minsterial-Oberbaudrector und Wirklicher Geheimrat Excellenz Karl Hinkeldeyn
Tubbesing Markus (2010), Ein preussisicher Pionier im transaltantischen Diskurs. Minsterial-Oberbaudrector und Wirklicher Geheimrat Excellenz Karl Hinkeldeyn, in Information zur modernen Stadtgeschichte, 2010(1), 54-67.
The Grammar of Modernism: Zu Begriff und Geschichte der modernen Architektur.
Nicolai Bernd (2008), The Grammar of Modernism: Zu Begriff und Geschichte der modernen Architektur., in Locher Hubert, Schneemann Peter (ed.), 44-53.
Der Wettbewerb Groß-Berlin 1908/10 im großen Plan
Tubbesing Markus, Der Wettbewerb Groß-Berlin 1908/10 im großen Plan, in Bodenschatz Harald (ed.), 126-137.

Scientific events



Self-organised

Title Date Place

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
132426 Architektur, Raum und Wahrnehmung im industriellen Zeitalter (Forts.) 01.09.2011 ProDoc

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