Project

Back to overview

Konfessionelle Identität und Alterität im 17. Jahrhundert: Religionsgeschichte und Selbstzeugnisforschung im Dialog

Applicant von Greyerz Kaspar
Number 117681
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Swiss history
Start/End 01.10.2007 - 30.06.2011
Approved amount 313'045.00
Show all

Keywords (12)

Selbstzeugnisse der Frühen Neuzeit; Konfessionelle Identität und Alterität; Konfessionalimus; Gegenreformation; reformierte Orthodoxie; Schweizer Geschichte des 17. Jahrhunderts; Autobiographical writing; early modern religion; Reformed and Catholic consciousness; identity/alterity; 17th century; Swiss urban history

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Das Projekt verschränkt und verzahnt Religionsgeschichte des 17. Jahrhunderts mit der historischen Selbstzeugnisforschung, anhand von zwei Dissertationsvorhaben, die sich mit der Untersuchung konfessionell geprägter Identität und Alterität auf der Ebene von Vorstellungen, geistigen Bildern, Repräsentationen beschäftigen, wie sie in Selbstzeugnissen aus den Städten Bern und Solothurn (Teilprojekt A) sowie Luzern und Zürich (Teilprojekt B) enthalten sind. Die Quellen sind zu einem Grossteil unpubliziert. In methodologischer Hinsicht orientiert sich das Gesamtprojekt an aktuellen theoretischen Vorgaben.

Dabei werden vorerst Fragen nach der personalen Identität an das Quellenmaterial gerichtet, danach die Verzahnung von personalen und kollektiven Identitäten ins Auge gefasst werden.

Quellengrundlage für das Teilprojekt A sind Selbstzeugnisse der Städte Bern und Solothurn. Dabei wird zu ergründen sein, wie in ihnen personale Identität dargestellt, stilisiert und konstruiert wird. Gleichzeitig geht es darum die individuelle historische Erfahrung von Einzelnen mit den normativen Diskursen kollektiver Identitäten zu vergleichen. Das konfessionell Andere wird dabei stetig mitzudenken sein, da zu klären gilt, ob katholische und protestantische Identitäten sich anders und unabhängig ausbilden oder in ständiger Reibung aneinander.

Das Teilprojekt B befasst sich mit Selbstzeugnissen aus den Städten Luzern und Zürich. Hier wird der Schwerpunkt verstärkt auf die Alterität gelegt. Es wird zu ergründen sein, wie die Selbstzeugnisverfasser das Bild des konfessionell Anderen beschreiben, konstruieren oder gar erfinden. Dabei wird auch gefragt, ob aus diese Konstruktion von Bildern des Anderen zu einem konfessionellen Selbstbewusstsein führt oder ob dies eher erschüttert wird.

Im Zentrum der Fragestellung des Gesamtprojekts stehen die individuelle und kollektive Selbstwahrnehmung und die damit einhergehenden Alteritätskonstruktionen. Durch seine Fragen nach Selbst- und Fremdwahrnehmung stellt sich das Gesamtprojekt aktuellen Problemstellungen und Forschungsschwerpunkten von Philosophie, Sozial- und Kulturwissensschaften. Sowohl in dieser Hinsicht, wie auch in Bezug auf die Frage nach Diskursivität/Referentialität von Selbstzeugnissen sind Resultate zu erwarten, die nicht nur für die Geschichtswissenschaft, sondern aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive auch für ihre Nachbardisziplinen von Interesse sein werden. Weiter werden die Forschungen zu einem besseren Verständnis unserer Zeit beitragen, die angeblich eine Zeit der „clashes of civilizations“ sein soll, und in welcher Konfessionalismen aller Art zur Erklärung von Kulturkonflikten der Gegenwart herangezogen werden.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
141598 Les identités à l'épreuve des frontières: la guerre de Trente ans dans l'arc jurassien (1618-1648) 01.07.2012 Ambizione
121588 La guerre de Trente ans aux frontières de l'Empire (1618-1648): appartenance, expérience, mobilité 01.07.2009 Ambizione

-