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Zwischen Professionalisierung und religiöser Selbstbehauptung? Deutungskonflikte in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Applicant Stienen Angela
Number 115807
Funding scheme NRP 58 Religions, the State and Society
Research institution PHBern Bibliothek IVP
Institution of higher education Pädagogische Hochschule Bern - PHBern
Main discipline Sociology
Start/End 01.09.2007 - 30.09.2009
Approved amount 213'503.60
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All Disciplines (5)

Discipline
Sociology
Ethnology
Religious studies, Theology
Education and learning sciences, subject-specific education
General history (without pre-and early history)

Keywords (6)

Religious diversity; fundamentalism; collective mentalities; professional identity; teacher education; secularisation

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der These einer nicht-säkularisierten Pädagogik in einer ansonsten säkularisierten Gesellschaft fragt das Forschungsprojekt, ob und inwiefern die Tertiarisierung und Reform der Lehrerinnen- und Lehrerbildung einem neuen Säkularisierungsschub in diesem Berufsfeld gleichkommt.Untersucht werden Deutungskonflikte und Dilemmata religiös orientierter Studierender im Zusammenhang mit den neuen Professionalisierungsanforderungen.

Hintergrund
Übergeordnete Fragen zum Stellenwert religiöser Überzeugungen im liberalen Staat wie etwa, ob sich Anhänger und Anhängerinnen einer Religion um eine "rationale Rechtfertigung" ihres Glaubens bemühen und kompromissbereit sein sollen, oder ob sie sich moralisch nicht zu einer Selbstbeschränkung verpflichtet sehen müssen, beschäftigen auch die öffentlichen Schulen und insbesondere die öffentlichen Ausbildungsstätten der in der Schweiz seit wenigen Jahren tertiarisierten Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Von der Pädagogik wird einerseits verlangt, dass sie angesichts der religiösen Pluralisierung der Gesellschaft klar Stellung bezieht und klare Leitlinien bietet. Andererseits wird auf das scheinbar grundsätzliche Problem einer nicht-säkularisierten Pädagogik in einer ansonsten säkularisierten Gesellschaft hingewiesen. Hier setzt das geplante Forschungsvorhaben an. Es richtet den Fokus auf die Lehrer- und Lehrerinnenbildung und fragt, ob und inwiefern die Tertiarisierung und Reform der Lehrerinnen- und Lehrerbildung einem neuen Säkularisierungsschub in diesem Berufsfeld gleichkommt, der die Herausbildung eines veränderten säkularen "professionellen Habitus" bei Lehrpersonen zur Folge hat. Dabei interessieren Deutungskonflikte und Dilemmata religiös orientierter Studierender im Zusammenhang mit den neuen Professionalisierungsanforderungen sowie die durch solche Konflikte provozierte "Irritation" der Bildungsinstitution.

Ziel
Untersuchet werden soll, ob und inwiefern dogmatisch-religiös orientierte Studierende gezwungen sind, die durch den scheinbaren "Säkularisierungsschub" im Zuge der Tertiarisierung der Lehrer- und Lehrerinnenbildung neu entstandenen Bedingungen zu reflektieren und auf Krisenerscheinungen, Deutungskonflikte und Dilemmata zu reagieren. Mittels einer schriftlichen standardisierten Befragung aller Studierender der Pädagogischen Hochschule Bern soll das Ausmass der religiösen Orientierung erhoben und ein sozio-religiöses Profil der Studierenden erstellt werden. Durch qualitative Interviews und Gruppengespräche mit Studierenden und Dozierenden sollen persönliche Vorstellungen, alltagsweltliche Theorien und kollektive Deutungsmuster rekonstruiert und Zusammenhänge zu den jeweiligen sozialen und habituellen Hintergründen hergestellt werden.

Bedeutung
Das geplante Projekt verspricht eine Weiterentwicklung gegenwärtig diskutierter Ansätze für den Umgang mit Heterogenität: Es lotet das hinsichtlich religiöser Differenz noch wenig erforschte Feld der tertiarisierten Lehrerinnen- und Lehrerbildung aus und zeigt Problemfelder auf, die sich für das sich neu etablierende Berufsbild des "reflexiv-professionalisierten Praktikerin / Praktikers" eröffnen. Indem es allfällige Prozesse der subjektiven Säkularisierung rekonstruiert, erweitert es die disziplinenübergreifende Diskussion über die religiöse Tradition in der Pädagogik. Es trägt dazu bei, ethische Konsequenzen religiöser Überzeugungen für den professionellen Umgang mit der Vielfalt im schulischen Feld sowie folgenschwere Konflikte um die (religiöse) Deutungsmacht aufzuzeigen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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