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Einwanderung und globale Gerechtigkeit

Applicant Zurbuchen Pittlik Simone
Number 114805
Funding scheme SNSF Professorships
Research institution
Département de Philosophie Faculté des Lettres Université de Fribourg
Interdisziplinäres Institut für Ethik und Menschenrechte Universität Freiburg
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline Philosophy
Start/End 01.04.2007 - 31.03.2008
Approved amount 85'659.50
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All Disciplines (3)

Discipline
Philosophy
Political science
Swiss history

Keywords (9)

ethics of migration; global justice; global poverty; right of selfdetermination; citizenship; nationalism; immigration; freedom of movement; self-determination

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Die Frage, ob und ich welchem Umfang Staaten zur Aufnahme von MigrantInnen verpflichtet sind, ist in der politischen Praxis in hohem Masse umstritten. In der Schweiz werden wie in anderen Staaten des Westens intensive Diskussionen darüber geführt, wie Einwanderung und Einbürgerung angesichts der neuen Verhältnisse, die durch die Globalisierung geschaffen wurden, geregelt werden sollten. Haben Staaten das Recht, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, welche MigrantInnen sie aufnehmen wollen? Oder sind sie dabei an moralische Normen gebunden, die ihre Entscheidungsfreiheit beschränken? Während heute die meisten Staaten die Verpflichtung anerkennen, politisch Verfolgten Asyl zu gewähren, und ImmigrantInnen ein Recht auf Familiennachzug zubilligen, ist die Zulassung von ArbeitsmigrantInnen in der Regel von nationalen Interessen abhängig. Dies muss insofern als problematisch erscheinen, als unbestritten ist, dass die Weltarmut zu den wichtigsten strukturellen Ursachen der Migration gehört. Die zentrale Frage, mit der sich die Ethik der Migration heute befasst, lautet deshalb: Haben die wohlhabende Staaten angesichts des gravierenden Problems der Weltarmut das Recht, ihre Grenzen gegenüber MigrantInnen aus armen Ländern zu schliessen, oder sind sie aus Gründen der Gerechtigkeit zu einer stärkeren Öffnung der Grenzen verpflichtet? Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, diese Frage auf der Grundlage einer Theorie der globalen Gerechtigkeit zu beantworten. Die jüngeren Diskussionen über globale Gerechtigkeit lassen sich in der These zusammenfassen, dass wohlhabende Staaten, die von der Globalisierung profitieren, mindestens dazu verpflichtet seien, einen angemessenen Beitrag zur weltweiten Sicherung des Rechts auf Subsistenz zu leisten. Es ist jedoch umstritten, welches die Implikationen dieser Verpflichtung sind und welche Konsequenzen sich daraus im Hinblick auf die Migrationspolitik ergeben. Das Projekt soll einen Beitrag zur Klärung dieser Fragen leisten, indem die moralischen Ansprüche von ArbeitsmigrantInnen aus armen Ländern gegen die pragmatischen und realistischen Überlegungen abgewogen werden, die gegen eine Öffnung der Grenzen wohlhabender Länder sprechen. Den leitenden Gesichtspunkt bildet dabei der Gedanke, dass Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder Staatsangehörigkeit die gleiche Chance haben sollten, ein würdiges Leben zu führen. Die Resultate der Untersuchung werden in eine grösser angelegte Studie zur staatsbürgerlichen Integration in der liberalen Demokratie publiziert.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
68796 Staatsbürgerliche Integration in der liberalen Demokratie: historische Voraussetzung und normative Orientierung 01.04.2003 SNSF Professorships

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