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Der Konsens der Architektur. Die Genese des öffentlichen Profanbaus

English title The Consensus of Architecture. Public Buildings in the Renaissance
Applicant Tönnesmann Andreas
Number 114399
Funding scheme ProDoc
Research institution Institut für Geschichte und Theorie der Architektur / gta D-ARCH ETH Zürich
Institution of higher education ETH Zurich - ETHZ
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.02.2007 - 31.01.2010
Approved amount 286'193.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Visual arts and Art history
Architecture and Social urban science

Keywords (8)

Cultural Transfer; History of Art; History of Architecture; Renaissance; Prints; Drawings; Architecture; Art

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Der Konsens der Architektur: Die Genese des öffentlichen Profanbaus 1400-1600Öffentliche Profanarchitektur als gesamteuropäisches Phänomen ist eine spezifische Errungenschaft, ja Erfindung der Renaissancekultur. Hatte auf dem Gebiet des Kirchenbaus bereits die Gotik spezifische Form- und Konstruktionsmodelle als europäischen Standard etablieren können, so führt auf den verschiedenen Feldern profaner Bautätigkeit erst die Renaissance - ausgehend von italienischen Anfängen, aber bald weit darüber hinausgreifend - zu einer entsprechenden Konsensbildung. Die wichtigsten Segmente der Bautätigkeit, in denen sich zwischen 1400 und 1600 eine Neuprägung unter den Prämissen der Renaissance vollzieht, sind der fürstliche Wohn- und Schlossbau sowie die sowie die öffentliche Repräsentations- und Verwaltungsarchitektur, der im Zeitalter beginnender Staatlichkeit erhebliche Bedeutung zukam. Für den architektonischen Kulturtransfer, wie er in diesem Forschungsmodul untersucht wird, ist die Frage nach Interessen und Intentionen der Bauherren besonders relevant. Daneben gilt es, architekturspezifische Kommunikationsprozesse und Argumentationsformen zu berücksichtigen, wie sie sich etwa im Bereich von Theorie und Fachliteratur neu etablieren. Schliesslich steht auch das Berufsprofil des Architekten zur Diskussion, das unter gestiegenen Ansprüchen an Bildung und intellektuelle Kompetenz neue Konturen annimmt. Erst die Verschränkung dieser Aspekte kann erklären, warum das kulturelle Modell "Renaissance" in ganz Europa weit mehr bewirken konnte als die blosse stilistische Aktualisierung eines ansonsten stabilen Baurepertoires. Allenthalben geht es darum, Bauten durch Überhöhung ihrer Zweckbestimmung auf neue Weise sprachfähig zu machen, ihnen einen kommunikativen Status ersten Ranges in der Repräsentation der Auftraggeber zu verleihen. Drei Dissertationsvorhaben, die sich untereinander fruchtbar ergänzen, untersuchen exemplarische Aspekte des Transferprozesses. Sascha Köhl erforscht Typologie und Form niederländischer Rathäuser und greift damit einen der wichtigsten Schauplätze öffentlicher Baukultur nördlich der Alpen heraus. Niklas Nährig widmet sich der intellektuellen und sozialen Formation des Architekten in der französischen Renaissance, wobei die spezifischen Ansprüche der Residenzarchitektur als treibende Kraft in der Entwicklung eines neuen Berufsbildes begriffen werden. Jonas Kallenbach konzentriert seine Untersuchung auf die Präsenz von Renaissancearchitektur in stadträumlichen Zusammenhängen. Schweizerische und süddeutsche Fallstudien stellen das Repräsentationsinteresse der Auftraggeber in den Mittelpunkt und beziehen neben profanen auch sakrale Wirkungsumfelder ein. Alle drei Projekte sind einer kultur- und sozialgeschichtlich orientierten Architekturforschung verpflichtet.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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