Project

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Gesunde Lebensführung im 20. Jahrhundert. Anspruch und Wirklichkeit moderner Diätetik im Spiegel der Patientendossiers der Bircher-Benner Klinik (Zürich)

Applicant Ritzmann Iris
Number 113819
Funding scheme Project funding
Research institution Medizinhistorisches Institut Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.01.2007 - 30.06.2010
Approved amount 219'035.00
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Keywords (17)

Gesundheit; Übergewicht; Bircher-Benner; Medicine; History; Nutrition; Prevention; Dietetics; Sanatorium; Clinic; Vegetarianism; Reform; Movement; Max Bircher-Benner; Alternative Medicine; Hydrotherapy; Raw Food

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Gesunde Lebensführung („Diätetik“) ist nicht erst heute ein zentrales Thema. Die bis in die Antike zurückreichende Formierung, ja Moralisierung der Lebensführung auf das Ziel der Gesundheit hin wurde im 20. Jahrhundert speziell von den Reformbewegungen vorangetrie-ben. Die „Ordnungstherapie“ des Zürcher Naturheilarztes Dr. Max Bircher-Benner (1867-1939), in deren Zentrum die Rohkost-Ernährung stand, zählt zu den umfassendsten und im europäischen Massstab breitenwirksamsten diätetischen Konzepten seiner Zeit. Anhand einer ebenso quantitativ wie qualitativ herausragenden seriellen Quelle, nämlich vielen tausend Patientendossiers der Bircher-Benner-Klinik, soll untersucht werden, wie die Besucher dieses Sanatoriums das diätetische Modell der gesunden Lebensführung in die Praxis umsetzten. In welchem gesundheitlich-kulturellen Setting fand sie statt? Wo lagen ihre Grenzen? In welchem Verhältnis standen Anspruch und Wirklichkeit? Wo lagen die Motive und Triebkräfte, moderne Diätetik zu betreiben? Gerade die rigiden Anforderungen der „Ordnungstherapie“ an den Lebenswandel führten dazu, dass sich die Auseinandersetzung mit ihr breit und bunt in den Quellen abbildet, was die Dossiers zu einer Art „Fundgrube “ für verschiedenste Frage-stellungen macht.Anhand einer Liste von Leitfragen soll untersucht werden, wer zu welcher Zeit warum welche Form gesunder Lebensführung betrieb. Welche Orte, welche kulturellen Hintergründe und welche Grenzen hatte die dortige Praxis gesunder Lebensführung? Welche Körperbilder, welches Verständnis von Gesundheit und welches Arzt-Patient-Verhältnis generierte sie? Aus den Antworten sollen Typologien im Umgang mit dem Prinzip „gesunde Lebensführung“ entwickelt werden. Hieraus können dann Schlüsse gezogen werden, auf welche Weise das Prinzip „gesunde Lebensführung“ die eminente Bedeutung erlangte, die es heute besitzt.Das interdisziplinär angelegte Projekt soll verschiedenen Forschungsfeldern Anregungen geben, etwa damit, die Reformbewegungen nicht so sehr als gegenkulturelle Phänomene zu be-trachten, sondern als Teil eines bis heute laufenden Modernisierungsprozesses. Mit seinem besonderen Quellenfundus kann das Projekt die Geschichte der gesunden Lebensführung bzw. der Diätetik nicht wie üblicherweise aus der Perspektive normativer Quellen, sondern aus ihrer konkreten Praxis heraus analysieren.Schliesslich kann das Projekt versuchen, der Analyse heutigen Gesundheitsverhaltens Hilfestellung zu leisten.Bearbeiter: Dr. Eberhard Wolff, eberhard.wolff@mhiz.unizh.ch
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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