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Vater-Sohn-Beziehungen in städtischen Eliten der Deutschschweiz um 1800

Applicant Opitz-Belakhal Claudia
Number 113534
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Swiss history
Start/End 01.10.2006 - 30.09.2009
Approved amount 135'212.00
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Keywords (8)

Swiss History; 18th/19th Century; Men s Studies; Swissgerman Urban Elites; Generation Relationships; Family Relationships; Psychohistory; Letters / Ego Documents

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ausgehend von der in der Forschung unstrittigen These, dass der Zeitraum zwischen ca. 1750 und 1830 eine Phase intensivierten gesellschaftlichen Wandels oder gar eines deutlichen Umbruchs war (Aufklärung, Französische Revolution, Helvetik, Restauration etc.), soll der Frage nachgegangen werden, wie sich diese Umbruchsprozesse spezifisch auf Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen in städtischen Eliten der Deutschschweiz ausgewirkt haben. Dabei wird davon ausgegangen, dass Vater-Sohn-Beziehungen als Generationenbeziehungen zu betrachten sind, die als Teil der Eltern-Kind(er)-Beziehungen zu verstehen sind, als Beziehungen also, die in das durch Emotionen, Sitten und soziale Regeln, aber auch durch materielle Interessen und Verpflichtungen konstituierte und gelenkte komplexe System der Familie eingebettet sind. Als solche war und sind Vater-Sohn-Beziehungen eng verwoben mit der Familien- wie aber auch mit der Gesellschaftsentwicklung. Darüber hinaus fiel ihnen in der stark von familiären Strukturen durchdrungenen politischen Kultur um 1800 eine zentrale Rolle für die (De-)Stabilisierung der politischen Ordnung im engeren Sinn zu. Sozialer Wandel musste sich hier dementsprechend deutlich - und insbesondere als Konfliktpotential - auswirken, sei dies dank deutlich anwachsender Handlungsspielräume der Söhne gegenüber den Vätern bzw. den Eltern oder gar der älteren Generation insgesamt, sei dies durch verstärkte Bemühungen der Vätergeneration um die Beibehaltung des Status quo und der familiären Ordnung gegen die gesamtgesellschaftlichen Veränderungen und De-Stabilisierungen.Ziel der Studie ist es, differenziertes Wissen über Verhaltensweisen und -normen zwischen Vätern und ihren Söhnen um 1800 zu gewinnen und damit gegebenenfalls auch Einblick in psychohistorische Dynamiken eines epochalen Wandlungsprozesses. Auf der Basis vor allem von Selbstzeugnissen in Form von Briefkorrespondenzen zwischen Väter und Söhnen bzw. weiteren Familienmitgliedern will die Studie somit einen Beitrag zur Erforschung der Vater- und der Sohnrolle sowie der gesellschaftlichen Konstruktion und Einbettung dieser spezifischen Männlichkeitsbilder in der sogenannten "Sattelzeit" und damit letztlich auch zur Beantwortung der Frage leisten, inwiefern private, familiäre Beziehungen und öffentlich-politische Wandlungsprozesse ineinandergreifen und sich gegenseitig bedingen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

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