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Mediterraner Import und seine Rezeption nördlich von Etrurien: Transfer von Ideen und Ideologien in einer Kontaktzone der Mittelmeerwelt, 7.-5. Jahrhundert v. Chr.

Applicant Guggisberg Martin
Number 113314
Funding scheme Project funding (special)
Research institution Klassische Archäologie Departement Altertumswissenschaft Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Archaeology
Start/End 01.09.2007 - 28.02.2011
Approved amount 191'000.00
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Keywords (18)

Akkulturation; Griechen; Etrusker; Acculturation; Greece; Etruria; Celts; Northern Italy; Central Europe; Athens; Pottery; Iron Age; Hallstatt; La Tène; Imports; Symposion; Trade; Prestige goods

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach der Bedeutung des mediterranen Importgutes für den Prozess der kulturellen Interaktion zwischen der Mittelmeerwelt und den nördlich der Alpen beheimateten Kelten vom 8.-4. Jh. v. Chr. Obschon diese Frage die Forschung seit längerem beschäftigt, ist sie noch nie in umfassendem Sinne behandelt worden. Hinzu kommt, dass die Rolle der Importe in der bisherigen Diskussion sowohl inhaltlich als auch regional einseitig betrachtet wurde: inhaltlich wurden die südlichen Luxusgüter als Zeichen für die unreflektierte Übernahme mediterraner Trinksitten durch die Eliten der Randgebiete gewertet; regional stand der Vergleich zwischen den Funden aus dem keltischen Mitteleuropa und jenen aus Etrurien bzw. Massilia im Vordergrund. In der geplanten Untersuchung soll das Beziehungsgefüge zwischen der Mittelmeerwelt und Mitteleuropa in einem differenzierteren Licht betrachtet werden, ausgehend von der Annahme, dass die Bewohner des Nordens die Impulse des Südens in einer sehr viel freieren Weise rezipiert haben, als dies bislang zumeist vermutet wurde. Ausserdem wird der Blick über das keltische Mitteleurpa hinaus auf die Kulturen am Alpensüdfuss (Lombardei/Veneto) erweitert, in deren materieller Hinterlassenschaft sich ein in mancher Hinsicht vergleichbarer Umgang mit den Importen abzeichnet. So ist etwa in beiden Regionen ein ähnlicher Umgang mit der aus Athen importierten Keramik zu beobachten. Während diese von den Etruskern als Zeichen des gehobenen Lebensstils in grosser Zahl im Alltag und im Grab verwendet wurde, hatten ihre nördlichen Nachbarn - und dies gilt auch für die Kelten in Mitteleuropa - an der exotischen Keramik ein deutlich geringeres Interesse. Der Po scheint hier eine wichtige kulturelle Grenze zu bilden, deren Bedeutung im Rahmen der angezeigten Arbeit näher zu beleuchten und zu definieren sein wird.
Trotz dieser Zurückhaltung ist das Luxusgeschirr aus Athen in noch immer bemerkenswerter Zahl nach Norden exportiert worden. Die Funde stammen vornehmlich aus Siedlungen und sind wegen ihres fragmentierten Zustandes in der bisherigen Forschung mehrheitlich nur pauschal berücksichtigt worden. Wegen ihrer hohen kulturgeschichtlichen Aussagekraft (Trinksitten, Bildtransfer etc.) kommt den Vasen aus Athen für die Beurteilung der kulturellen Beziehungen zwischen Nord und Süd jedoch eine entscheidende Rolle zu. Sie sollen deshalb zum Ausgangspunkt der Untersuchung genommen werden, anhand dessen sich die komplexen Fragen der Akkulturation in einem weiteren Rahmen beleuchten lassen. Die Studie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Soprintendenza per i beni archeologici del Veneto (Dr. Simonetta Bonomi).

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

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