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Non-statutory Elements of the European Social Model: Sickness Funds and Health Insurance of Germany, Britain, France and Switzerland in Comparison (1850-1950)

Applicant Lengwiler Martin
Number 112289
Funding scheme Project funding (special)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.11.2006 - 31.01.2012
Approved amount 168'000.00
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Keywords (11)

Welfare state; insurance; European integration; health insurance; sickness funds; private insurance; European Social Model; labour movement; Comparative European History; history of transfers; gender history

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Das Projekt untersucht am Fallbeispiel der Krankenversicherungsgeschichte die Bedeutung nicht-staatlicher Organisationen für die Konstitution des europäischen Sozialmodells. Die neuere Forschung zur Sozialstaatsgeschichte hat verschiedentlich auf die Rolle nicht-staatlicher Akteure für die Entwicklung der Sozialversicherungen, insbesondere für die Ausgestaltung der Solidarmodelle der einzelnen Versicherungszweige, hingewiesen. Insgesamt verweist die Forschung auf nationalspezifisch-multiple Ausprägungen des europäischen Sozialmodells, die bis heute erst in Ansätzen erforscht sind. Diese Diversität beruht auf unterschiedlichen Verflechtungsformen und Interdependenzstrukturen von öffentlichen und privaten Versicherungsakteuren, die den Sozialversicherungssystemen inhärent sind. Mit dieser analytischen Perspektive zielt das Projekt letztlich auf eine Pluralisierung des Begriffs moderner Staatlichkeit. Die funktionale Heterogeneität und organisatorische Fragmentierung moderner Sozialstaaten erfordert ein neues Verständnis von Staatlichkeit, das von einer Diversität von "Staatlichkeitsstilen" ausgeht. Dieses Forschungsprojekt untersucht insbesondere die Funktionslogik der Kombination von staatlichen und nicht-staatlichen Ebenen.Die bisherige Forschung hat sich vor allem mit der Rolle der privaten Versicherungsindustrie in der Alters- und Rentenversicherung beschäftigt, während die Krankenversicherung noch wenig untersucht ist. Dabei besitzen gerade hier private Akteure wie Krankenkassen und ärztliche Standesorganisationen einen prägenden Einfluss. Private Interessenorganisationen sind etwa mitverantwortlich für die anhaltend steile Kostenentwicklung im Gesundheitswesen oder für die Divergenzen in den europäischen Krankenversicherungssystemen. Das Forschungsprojekt ist vergleichsgeschichtlich angelegt und untersucht in vier exemplarischen Länderstudien (Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Schweiz) die Konstitution und Entwicklung des nicht-staatlichen Krankenkassenwesens sowie dessen Einbau in die sozialstaatliche Krankenversicherung. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von 1850, dem Beginn einer europaweiten Expansionswelle des Krankenkassenwesens, bis um 1950, als sich die Rolle der Krankenkassen innerhalb der sozialstaatlichen Krankenversicherung europaweit konsolidierte. Zu untersuchen sind sowohl quantitative Aspekte des Krankenkassenwesens (Krankenkassen- undGesundheitsstatistik) als auch qualitative Eigenschaften (Krankenkassen als soziale und politische Akteure, Grenzen des Versicherungsschutzes, Geschlechtergerechtigkeit, Rechts- und Finanzierungsformen, Solidarmodelle).
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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