Publication

Back to overview

Visual Effects. Filmbilder aus dem Computer.

Type of publication Peer-reviewed
Publikationsform Book (peer-reviewed)
Publication date 2008
Author Flückiger Barbara,
Project Visual Effects. Digital/analoge Formen der filmischen Darstellung
Show all

Book (peer-reviewed)

Publisher Schüren, Marburg
ISBN 978-3-89472-518-1

Abstract

Im Gefolge von William J. Mitchells einflussreicher Publikation The Reconfigured Eye (1992) sieht sich die Medientheorie einer postfotografischen Ära gegenüber, die sie mehrheitlich skeptisch bewertet. Vor allem im deutschsprachigen Raum dominieren die ethischen Fragen, welche die sogenannt unsichtbaren Eingriffe in eine als "natürlich" gewertete fotografische Abbildung aufwerfen. Leider dominiert dieser Diskussionspunkt die Debatte in einem Maß, das besonders im Hinblick auf die Produktion fiktionaler Welten im Spielfilm, in welchen sich eigene Regeln ausgebildet haben, nicht gerechtfertigt ist. Denn im fiktionalen Kontext müssen andere Kriterien ins Spiel gebracht werden, mit denen sich die spezifisch ästhetischen und narrativen Folgeerscheinungen dieses Umbruchs aus filmtheoretischer Perspektive unter die Lupe nehmen lassen. Die vorliegende Arbeit fokussiert deshalb auf die bisher vernachlässigten Aspekte -- so die technischen Grundlagen der 3D-Modellierung und Animation, ihre Entwicklung und Praxis -- und diskutiert ihre Differenz zu herkömmlichen Methoden der filmischen Abbildungsverfahren. Die Compositing-Techniken, die analoges und digitales Bildmaterial kombinieren, bringen eine Reihe von bisher ungeklärten Fragestellungen mit sich, die einerseits in der Sichtbarkeits-/Unsichtbarkeitsdebatte angesiedelt sind, andererseits auch grundlegende Fragen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Verfahren zur Bildaufzeichnung und -bearbeitung aufwerfen. Ebenso wichtig für diesen Aspekt ist die filmhistorische Perspektive, hat doch im Lauf der Geschichte eine Reihe von Konventionen die Erwartungen des medienkundigen Publikums konditioniert. Es stellt sich daher die Frage, inwiefern das computergenerierte Bild (Computer Generated Imagery, CGI) eine Veränderung der ästhetischen Standards bedingt und wo es sich den kulturellen Codes unterwirft, die von einem Jahrhundert analoger Filmgeschichte bereits definiert wurden. Mit Frank Beau (2001: 200 f.) bezeichnet Barbara Flückiger ihre Herangehensweise als "technobol": als ein Kreisen um die Technik mit dem Ziel, ihre theoretischen und epistemologischen Grundlagen aus geisteswissenschaftlicher Perspektive zu reflektieren. Zielsetzung ist es, die theoretischen Annahmen, die der neuen Technologie zugrunde liegen, zu verstehen und verständlich zu machen. Dabei versteht sich Flückiger als Übersetzerin zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Einsichten sowie zwischen Praxis und Theorie, die mit einem interdisziplinären Instrumentarium die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf Form und Inhalt der Filmproduktion untersucht. Ausgehend von der Analyse von rund 400 Filmen, die digitale Visual Effects in ein analoges Umfeld integrieren, hat Flückiger zahlreiche technische Papers sowie Produktionsnotizen zu den Verfahren studiert und Interviews mit Praktikern geführt. Daher verknüpft die Studie ein großes Feld an Informationen, die in drei große Teile gegliedert werden: Technik, Abbildung und Narration.
-