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Original article (peer-reviewed)

Journal Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien (fzg)
Volume (Issue) 23(1)
Title of proceedings Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien (fzg)

Abstract

Das Ideal der ‚liebenden Mutter‘, wie es sich mit der Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie entwickelt hat, erwartet von Frauen eine uneingeschränkte Hingabe für die Familie. Traditionell spielt in diesem Lebensentwurf Erwerbstätigkeit nur eine untergeordnete Rolle. In den letzten Jahrzehnten weicht sich jedoch der geschlechterdifferente Zugang zum Berufsfeld auf. Der vorliegende Beitrag zeigt auf Grundlage von qualitativen Interviews mit Frauen Anfang 30 aus der deutschsprachigen Schweiz, dass diese in der Phase vor der Mutterschaft eine hohe Identifikation mit ihrem Beruf ausbilden. Die berufliche Entwicklung nimmt auch ohne Karriereambitionen eine Eigendynamik an, sie orientieren sich an der beruflichen Logik. Die Thematisierungen von Mutterschaft bleiben hingegen unverändert. In der Folge haben Frauen einen ausgeprägten Druck, sich zwischen Familie und Beruf entscheiden zu müssen. Bei der geforderten Priorisierung geraten sie in vielfältige auch emotionale Konflikte. Schliesslich zeigen wir den Zusammenhang dieser hohen Persistenz mit einem wenig ausgebauten Sozialstaat und einer neoliberalen politischen Kultur, in der die Vereinbarkeitsprobleme stark individuell übernommen werden. Schlüsselwörter: Frauen, Mutterschaft, Erwerbsarbeit, Identitätskonstruktion, Vereinbarkeit
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