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Review article (peer-reviewed)

Journal Gruppe.Interaktion.Organisation
Volume (Issue) 47(4)
Page(s) 299 - 311
Title of proceedings Gruppe.Interaktion.Organisation
DOI 10.1007/s11612-016-0343-5

Abstract

In diesem Artikel beschreiben wir die Relevanz des Schweigens vs. Speaking Up für die Patien- tenbehandlung im Krankenhaus. Schweigen bedeutet, absichtlich potentiell wichtige Informationen, Bedenken, Vorschläge oder Fragen zurückzuhalten. Das erwünschte Gegenteil des Schweigens ist Speaking Up – das absichtliche Äussern einer Idee, einer persönlichen Meinung oder Sorge und das Nachfragen bei Zweifeln – in der Regel gegenüber Vorgesetzten, aber auch gegenüber Kollegen/-innen. Speaking Up dient nicht nur der Prävention und schnellen Behebung von Fehlern, z. B. durch aufmerksam Machen und Nachfragen. Es ermöglicht auch das Zusammenarbeiten im hochkomplexen Arbeitsfeld Krankenhaus und ist ein zentrales Element organisationalen Lernens. Problematisch ist, dass in Krankenhäusern das Schweigen im Vergleich zu Speaking Up überwiegt. Wir erläutern anhand des aktuellen Forschungsstandes, dass die Gründe für Schweigen im Klima und in den sozialen Interaktionsprozessen der Gruppen und Organisationen anstatt in fehlender Motivation oder persönlicher Inkompetenz zum Speaking Up liegen. Basierend auf paradoxen Interventionen geben wir sowohl paradoxe Ratschläge – scherzhafte, kurzweilige und nicht ernstgemeinte Empfehlungen für ungewolltes Schweigen anstatt Speaking Up, als auch Speaking Up-begünstigende Handlungsempfehlungen.
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