Lead
Die Studie erforscht erstens, wie die Digitalisierung berufliche Tätigkeits- und Qualifikationsprofile verändert. Zweitens untersucht sie die damit verbundenen Auswirkungen auf Arbeitslosigkeitsrisiken, Löhne sowie die die berufliche Mobilität von Erwerbstätigen.

Lay summary
Es ist wenig bekannt, wie die Digitalisierung die Arbeitsplätze hinsichtlich auszuführender Tätigkeiten und geforderter Qualifikationen verändert, weil die meisten Studien mangels geeigneter Daten diese Prozesse auf der Ebene von Berufen untersucht haben.  So wurden mögliche Veränderungen innerhalb von Berufen ausgeblendet und nur diejenigen zwischen Berufen erfasst. Es gibt aber gute Gründe anzunehmen, dass sich der interessierende Wandel viel stärker innerhalb als zwischen Berufen abspielt.

Die Studie soll deshalb den Wandel von Tätigkeits- und Qualifikationsprofilen auf der Ebene von Arbeitsplätzen aufzuzeigen, um einschätzen zu können, wie sich die Digitalisierung auf den Wandel der Berufsstruktur und die Veränderungen innerhalb von Berufen auswirkt. Darauf aufbauend soll nachgewiesen werden, wie Arbeitslosigkeitsrisiko, Löhne und Mobilitätschancen von Arbeitnehmer/innen durch den inner- und zwischenberuflichen Wandel beeinflusst werden.

Auf der Basis von Stelleninseratedaten (SMM, x-28) und mittels fortgeschrittener Textmining-Verfahren erhebt die Studie für den Zeitraum von 1990 bis heute die an den Arbeitsplätzen eingesetzten IT-Tools, auszuführenden Tätigkeiten, verlangten Qualifikationen sowie den ausgeschriebenen Beruf. Die identifizierten Trends in den beruflichen Tätigkeitsprofilen und den nachgefragten Qualifikationsprofilen bilden die Grundlage, um die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Erwerbsverläufe von Arbeitnehmer/innen zu untersuchen. Dazu werden Individualdaten herangezogen, die Informationen zu Arbeitslosigkeit, Löhnen, beruflicher Mobilität und Statusmobilität enthalten (SAKE) und auf Ebene von Berufen mit den jeweiligen Messungen für Tätigkeits- und Qualifikationsprofilen gepaart.

Basierend auf den in dieser Studie entwickelten Algorithmen zur Erfassung von Tätigkeiten und Qualifikationsanforderungen in Stelleninseraten soll zusammen mit verschiedenen Interessenvertretern aus dem Bildungs- und Arbeitsmarktbereich ein öffentlich zugängliches und web-basiertes Monitoring Instrument für den Schweizerischen Arbeitsmarkt entwickelt werden. Die Ergebnisse liefern auch Anhaltspunkte für Ausbildungs- und Weiterbildungsmassnahmen.