Lead
Die meisten Menschen tendieren dazu, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Oftmals sind Menschen sogar optimistischer als dies durch eine rationale Betrachtung situativer Gegebenheiten gerechtfertigt wäre. Dieses Phänomen wurde Optimismusbias genannt. Seine Wechselwirkung mit verzerrter Aufmerksamkeit (Aufmerksamkeitsbias) sowie seine soziale Einbettung sind Gegenstand der Untersuchungen im vorliegenden Projekt.

Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Zwei Forschungsprogramme wurden entwickelt, um fundamentale Funktionsprinzipien von Optimismusbias zu identifizieren. Beide Programme beinhalten die Anwendung einer Vielfalt von Messmethoden (siehe Projekt 150492). Im Folgeprojekt möchten wir nun hirnanatomische Voraussetzungen von Optimismusbias identifizieren. Zu diesem Zweck untersuchen wir sowohl strukturelle Kernspintomographiedaten als auch Daten der Diffusions-Tensor-Bildgebung. Zusätzlich betrachten wir die Rolle von Persönlichkeitsfaktoren für das Auftreten von Optimismusbias.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die Studien im vorliegenden Projekt kombinieren in einzigartiger Weise eine Vielfalt von Messmethoden, um die spezifischen Charakteristika von Optimismusbias aufzuzeigen. Optimismus und selektive Aufmerksamkeit könnten strategisch eingesetzt werden, um wichtige Ziele zu erreichen und positive Emotionen zu erleben – im persönlichen wie im sozialen Bereich. Der Identifikation neurokognitiver und somatoviszeraler Funktionsmechanismen solcher Strategien kommt somit eine essenzielle Bedeutung zu.