Lead
Klimatische Extremereignisse haben oft einen grösseren Einfluss auf Ökosysteme als der langsam fortschreitende Klimawandel. Trotz dessen ist das jetzige Verständnis von Extremereignissen eher dürftig, insbesondere wenn es um solche Ereignisse in den Weltmeeren geht. Die bisher am besten untersuchten Extremereignisse sind marine Hitzewellen, d.h. Situationen wo die Meerestemperatur während Tagen bis Wochen weit oberhalb der Norm liegt. Diese führen, z.B., zur Ausbleichung von Korallenriffen und Verändern die Artenzusammensetzung im Ozean. Auch sehr relevant, aber bisher nicht untersucht, sind Extremereignisse im Zusammenhang mit der Ansäuerung der Meere und dem Verlust von Sauerstoff, d.h. die Bildung von sogenannten „Todeszonen“.

Lay summary
Inhalt und Ziel:

Das übergeordnete Ziel unserer Forschung ist es, solche marine Extremereignisse zu untersuchen und zu bestimmen, wie oft sie vorkommen und wie stark sie sind. Unser besonderes Augenmerk liegt auf dem Verständnis der Bedingungen, unter welchen solche Ereignisse entstehen, und wie sie sich auf biogeochemische Kreisläufe und Ökosysteme auswirken. Desweiteren wollen wir wissen inwiefern sich solche Extremereignisse schon geändert haben, und wie sie sich in der Zukunft möglicherweise entwickeln werden. Zum Erreichen unserer Ziele verwenden wir Beobachtungen und numerische Modelle, die die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre, dem Ozean, und den biogeochemischen Prozessen abbilden. Wir fokussieren uns auf die Auftriebsgebiete im Pazifik vor den Küsten von Nord- und Südamerika, wo solche Extremereignisse verstärkt vorkommen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext:

Der menschgemachte Klimawandel ist mir grosser Wahrscheinlichkeit ein wichtiger Treiber für die Entstehung von marinen Extremereignissen. Es ist deshalb wichtig besser zu verstehen, wie sich diese Ereignisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel entwickeln werden, und welche Ereignisse sich mit einer starken Absenkung der CO2 Emissionen verhindern lassen.